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Es ist schon bezeichnend, dass Familien- und Frauenpolitik nur
dann aktuell wird, wenn es gerade kein anders Thema gibt. Alleine
schon die Zusammenlegung von Frauen- und Familienpolitik, zeigt
und, dass Frauen eigenständig für die Politik nicht existieren.
Frauen kommen nur in Zusammenhang mit Familie vor. Ist auch ganz
klar, damit ist die Verantwortung für Familie und damit auch
für Kinder, ganz offiziell an die Frauen abgegeben. Schade
ist nur, dass Frauen keine Politik machen, und daher existiert
auch keine Frauen- oder Familien- und schon gar keine Kinderpolitik.
(Kinderpolitik, also ein eigenes Ressort für Kinder, gibt
es auch gar nicht, wer vertritt also die Rechte der Kinder in unserer
Gesellschaft?) Den Männern scheint Frauen- und Kinderpolitik
auf jeden Fall egal zu sein. Wie sonst wäre es möglich,
dass es noch immer so schwierig ist für Frauen, Beruf und
Kinder zu vereinbaren? Wieso wird es Männern in ihrem Beruf
so schwer gemacht in Karenz zu gehen, wenn sie es wollen, und warum
wollen es noch immer so wenige? Wieso verdienen Frauen im Durchschnitt
noch immer viel weniger als Männer? Wieso wird das Geld für
die Ausbildung unserer Kinder immer wieder gekürzt und nichts
investiert? Wieso wird nicht mehr für die Sicherheit unserer
Kinder getan? Warum werden die Gesetze, die es ja teilweise sogar
gibt, nicht exekutiert? Es ist erschreckend, wie viele Kinder im
Straßenverkehr von Rasern oder alkoholisierten Lenkern getötet
werden. Oder auch wie leicht Kinder an Alkohol und Nikotin kommen
können.
Und was mich am meisten aufregt ist, dass die Strafen, die auf
Vergehen stehen, bei denen Kinder - und auch Frauen - zu Schaden
kommen, bis hin zu Gewalt und Misshandlungen, sind so gering, dass
ich mir ernsthaft die Frage stelle, wie viel sind Kinder in unserer
patriachalen Gesellschaft wert?
Es gibt so viele Dinge, die mir als Frau und Mutter tagtäglich
das Leben erschweren, dass ich mich frage, wie das Leben von Frauen
und Kindern in einer matriachalen Gesellschaft wäre?
Ich glaube auf jeden Fall, dass Sicherheit, Bildung und Komfort
für unsere Kinder einen höheren Stellenwert hätte.
Natürlich habe ich keinen Beweis, wird es jetzt aus
den männlichen Reihen klingen, und natürlich gibt es
immer rühmliche Ausnahmen, doch weiß ich ganz sicher,
dass Frauen, egal ob Mütter oder nicht, alles daran setzen
würde, das Leben von Kindern besser zu machen.
Ich hoffe jedenfalls, dass meine Tochter erleben wird, wie es
ist in einem Matriachat zu leben, wo Frauenrechte und Mütterherrschaft
nicht Worte aus längst vergangenen Zeiten sind, sondern das
Patriachat der Geschichte angehört.
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