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Fruchtbarkeitszauber waren für die Kelten wichtig, da Freiheit
in der Partnerwahl die Kinderzahl für den Stamm
erhöhte, Ehen
als Machtmittel eingesetzt wurden, um sich die Gefolgschaft
zu sichern, und die Vereinigung von Mann und Frau
rituelle Funktionen hatte, wenn der jeweilige Herrscher die
Fruchtbarkeit des Landes sicherte. Außerdem spielte der
Beischlaf in der keltischen Sagenwelt eine Rolle als
Mittel der Wiedergeburt und als Jungbrunnen und wurde
als Stilmittel eingesetzt, um die Verderbtheit bestimmter
Personen darzustellen. Der Wechsel des Ehemanns stand in den keltischen
Mythen für den lebensspendenen Neubeginn nach dem
Tod, denn nach dem Tod des alten Partners kam das
Leben in Form neuer Nachkommen mit dem neuen Ehemann.
Der Tod des alten Partners konnte dabei durchaus durch weibliche
Macht, wie sie z.B. durch die verschiedenen keltischen Kriegsgöttinnen symbolisiert wurde, ausgelöst werden.
Gerade die Sagen um die irische Königin Medb, welche in der
Mythensammlung Mabinogi aufgezeichnet sind, haben
viel mit Fruchtbarkeit und weiblicher Freiheit in
der Partnerwahl zu tun.
Medb
Medb war die Tochter von Eochaid Feidlech mac Finn, dem König
von Tara, einer Ostprovinz Irlands, der zugleich Hochkönig
ganz Irlands war. Die Schönheit Medbs raubte
jedem Mann, der sie sah, sofort zwei Drittel seiner Stärke
und Tapferkeit. Mac Finn verheiratete Medb und seine anderen Töchter mit
Conchobar mac Messa, dem König der irischen Provinz Ulster.
Und Medb gebar Conchobar einen Sohn, aber verließ ihn
dann aus Stolz und kehrte zu ihrem Vater zurück.
Während ihrer Rückkehr lauerte
Conchobar ihr auf und fiel über sie her. Aus
diesem Grund erklärte Medbs Vater
Conchobar den Krieg, fiel aber dann in einer der darauf
folgenden Schlachten. Auf ihrer Flucht lernte Medb
Eochaid Dala, einen Thronanwärter auf die
irische Provinz Connacht, kennen. Die beiden heirateten
und Eochaid wurde tatsächlich Herrscher über
die Provinz. Vor der Hochzeit verlangte Medb allerdings von ihm,
dass er weder geizig, noch empfindlich oder eifersüchtig
sein dürfe, um sie nicht zu entehren. Denn Medb
selbst war großzügig,
furchtlos und siegreich in der Schlacht und forderte daher Gleichstellung mit
den Männern.
Sie hatte daher auch immer Liebhaber neben Eochaid, unter anderem
den irischen Volkshelden Fergus. Wenn Fergus nicht
bei ihr war, benötigte
Medb immer dreißig Männer, um befriedigt
zu sein. Alles ging gut, bis Medb ihren Neffen Ailill
zum ersten Krieger von Connacht erklärte und
mit ihm schlief. Da wurde Eochaid eifersüchtig
und duellierte sich mit Ailill. Medb sorgte dafür,
dass Ailill das Duell gewann und heiratete ihn unter denselben
drei Bedingungen, die sie bereits Eochaid auferlegt
hatte. So wurde Ailill zum neuen König von
Connacht und Medb schenkte ihm sieben Söhne.
Später kam es dann zum Krieg zwischen Medb
und ihrem alten Ehemann Conchobar, da Conchobar einen
weißen Stier besaß, den Medb erobern wollte.
Dieser Stier war das einzige Tier, welches stärker
war als der braune Bulle ihres Gatten Ailill, und
Medb wollte ihrem Mann in keiner Hinsicht nachstehen. Zu dieser
Zeit rekrutierte Medb viele ihrer Gefolgsleute,
in dem sie mit ihnen schlief.
Im Endeffekt erkannte
Medb aber die Sinnlosigkeit dieses Krieges und es konnte ein
siebenjähriger Friedensvertrag zwischen ihr und Conchobar
ausgehandelt werden.
Sex als Jungbrunnen oder "Schadenszauber"
Der keltische Glaube, dass der Beischlaf eine Wiedergeburt bzw.
eine körperliche Verjüngung der Beteiligten
auslösen
könne, ist Kern der folgenden Erzählung:
Mor Mumhan, die Königin der irischen Provinz Munster, verlor
eines Tages ihren Verstand. Heruntergekommen, alt
und hässlich fand sie
Arbeit bei Fingin, einem König im östlichen
Munster. Um seiner Frau zu beweisen, wer der Herr
im Haus war, schlief Fingin mit Mor Mumhan, und ihre Schönheit kehrte
in dieser Nacht zurück. Beide heirateten und hatten
einen gemeinsamen Sohn. Nach dem Tod von Fingin heiratete Mor Mumhan Cathal mac
Finguine und
machte ihn zum König über Munster.
In der Saga um Derdriu wurden dem Beischlaf dagegen
negative Eigenschaften zugeordnet, denn jeder Mann
starb, der sich mit dieser Frau einließ.
In vielen keltischen Erzählungen starben die
Männer außerdem
bereits beim Anblick einer unbekleideten Frau, die
ihre Kleider oder sich selbst im Fluss wusch.
Geschichte oder Fiktion
Generell entsprechen die Sagen um Medb und andere sehr selbständige
Frauen durchaus den historischen Tatsachen in keltischen
Tagen. So war das irische Scheidungsrecht zu dieser
Zeit z.B. ausgesprochen liberal, was die Möglichkeiten
der Ehefrauen betraf: Eine Frau konnte die Ehe von sich aus und
ohne Einwilligung ihres Gatten beenden, wenn ihr Mann sie vernachlässigte
oder im Bett nicht glücklich machte,
egal ob dies aus Desinteresse, Impotenz oder Unfruchtbarkeit
geschah. Auch ungewöhnliche Vorlieben des Ehegatten
beim Beischlaf waren ein Scheidungsgrund. In dieser Hinsicht
waren die irischen Frauen zu dieser Zeit also gleichberechtigter und freier, als dies in vielen Staaten heute der Fall ist.
Im
Zuge der Christianisierung gelang es der katholischen
Kirche nur dadurch, diese liberalen Gesetze zu ändern,
in dem sie im 16. Jahrhundert die militärische Macht
von Großbritannien einsetzten. Erst dann kam es langsam
zu einem Wandel des Frauenbildes in der irischen
Gesellschaft und viele keltischen Sagen wurden umgedeutet:
Aus weiblichen Kämpferinnen, Heldinnen
und Druidinnen wurden so Hexen und dunkle Magierinnen.
So war z.B. die Kriegsgöttin Medb in den alten
irischen Sagas durchaus eine geachtete und ehrenvolle
Frauengestalt. In der walisischen Saga "Peredur",
die nach der Christianisierung entstand, sind die
Kriegerinnen von Gloucestershire dagegen bereits
böse Hexen, die den Helden Peredur zum Kampf
verführen und schließlich von ihm getötet
werden.
Selbst durch die Christianisierung konnten nicht alle
alten keltischen Fruchtbarkeitssymbole beseitigt
werden. So finden sich z.B. noch heute in vielen
irischen Kirchen so genannte Sheila-na-Gigs-Figuren, eine weibliche Fruchtbarkeitsstatuette,
deren Name wörtlich übersetzt "Julia
mit den Brüsten" bedeutet. Diese Figuren
gehen wohl auf das 1. Jahrhundert v. Chr. zurück
und haben sich aus einer alten Eulengöttin entwickelt.
Die irische Bevölkerung wollte auf jeden Fall
auf den Schutz und die Fruchtbarkeit, die diese
Figuren symbolisierten, nicht verzichten, selbst als sie nicht
mehr den gängigen Moralvorstellungen entsprachen.
Auf jeden Fall sind die alten irischen Epen weit freizügiger,
als es die moderne christliche Welt erwarten würde.
So sollen die Kelten unbekleidete Frauen zu Caesar
geschickt haben, um ihn während der römischen
Invasion milde zu stimmen. Und auch dem irischen
Volkshelden CuChulainn wurden angeblich oft nackte
Gespielinnen angeboten, um seinen unerschütterlichen Mut
in der Schlacht zu bremsen und so das Land vor Schaden zu bewahren.
Von Gormlaith, der Prinzessin der irischen Provinz
Leinster, wird schließlich berichtet, sie
habe hintereinander sechs Männer geheiratet,
um ihren Machtbereich zu vergrößern.
Über den Autor:
Avalon’s Treasury bietet eine breite Auswahl an historischem
und magischem Schmuck an und beschäftigt sich
mit den Einflüssen der
Mythen unserer Vorfahren auf das moderne Leben. Wir
sind der Überzeugung,
dass das Internet ein geeignetes Medium ist, um dem
Kunden mehr zu bieten als nur kostengünstigen
Schmuck - denn hier besteht die Möglichkeit,
neben einem ausgewählten Angebot an qualitativ
hochwertigen Schmuckstücken
auch Hintergrundwissen ins Netz zu stellen, um so
dem interessierten Käufer und dem neugierigen
Besucher gleichermaßen einen tieferen Einblick
in die faszinierende Welt unserer Vorfahren zu ermöglichen. Aus
diesem Grund wählten wir auch Avalon's Treasury (also "Die
Schatzkammer Avalons") als Name, denn die sagenumwobene
magische Insel aus König Arthus Zeiten steht
nicht nur für den Zauber überiridischer
Schönheit, sondern auch für das Wissen der alten Druiden, welches uns zurück
zu unseren Wurzeln und
damit zu uns selbst führt.
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