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Das Patriarchat, so denke ich hat uns keinen großen Frieden
gebracht. Im Gegenteil.
Siehe Georg W. Bush - immer wieder habe ich Angst dass nicht irgendeine
Dummheit eines Machthabers uns alle ins Verderben stürzt.
Heute ist es möglich einen ganzen Kontinent innerhalb einer
halben Stunde zu zerstören! Die Waffen verändern sich
stetig und alles was sich vielleicht an der Gewaltsituation die
die Mächtigen ausüben ändert sind die Gründe
für die grausamen Kriege. Ein "Schuldiger" ist schnell
gefunden.
Aber kann man Probleme denn
nicht anders lösen?
Ich denke, dass wir einfach einmal anfangen sollten vor unserer
eigenen Haustür zu kehren. Fangen wir mit doch bei uns selber
an Frieden zu finden! Viele Menschen fühlen sich gerade
in unserer westlichen Welt in der Meditationen und ähnliches
nicht zum täglichen Leben gehören unwohl. Irgendwas
stimmt nicht, die Frage ist nur was. Immer mehr Leute fühlen
sich nicht mehr richtig gesund, irgendwie aus dem Gleichgewicht
geraten, physischer wie psychischer Natur. Jeder Mensch spürt
sein Unwohlsein, weiß aber nicht woher es wohl kommen mag.
Wüssten wir, wie wir unsere Mitte wieder finden könnten,
wir würden wohl nicht lange zögern und alle Hebel in
Bewegung setzen.
Beginnen wir also zu erkennen dass wir alle mit unserer Mutter
Erde geistig verbunden sind. Unser Überleben hängt davon
ab - und wir haben es in der Hand ihm das Leben zu geben oder
nicht. Sogar die werte Wissenschaft sieht ein, dass die Göttin
in der frühgeschichtlichen Vorstellung lebendig war, denn
sie steht nun mal für Fruchtbarkeit und Natur.
Die Fruchtbarkeitsriten reichen weit in die vorgeschichtliche Eiszeit
zurück, man fand sie vorwiegend in der alten Welt. Charakteristisch
für ein Fruchtbarkeitssymbol des Weiblichen sind hängende
Brüste, ein dicker - meist schwangerer Bauch, und eine gut
gezeichnete Yoni (die weibliche Scheide). Dazu würde ich empfehlen
die Venus von Willendorf einmal genauer unter die Lupe zu nehmen,
die wahrscheinlich hier jeder kennt. Recherchieren lohnt sich in
jedem Falle.
In Gegenzug zu den Fruchtbarkeitsriten möchte ich jetzt zum
Schamanismus übergehen, eine Religion der Ekstase. Man denkt
als erstes vielleicht bei diesem Satz an die Fähigkeit seinen
Körper zu verlassen um wie ein Vogel zu den geistigen Reichen
zu fliegen. Ziel einer schamanischen Reise sollte es sein, Heilung
zu erlangen, sei sie physischer oder psychischer Natur. In der
Kunst wird diese Fähigkeit seinen physischen Körper zu
verlassen in Form eines Menschen mit Vogelkopf dargestellt oder
auch als kopflose Figur.
Ein anderes Merkmal des Schamanismus ist die lebendige Tierwelt,
auf materieller wie auch spiritueller Ebene. Schamanen sehen Tiere
immer als Helfer oder Verbündete! Von ihnen lernt er Dinge
die jenseits unseres normalen Bewusstseins liegen.
Was uns im Allgemeinen zu denken geben sollte ist, dass 1000de
von Jahren vor dieser Periode die einzigen Menschen die auf Wänden
von Höhlen u. dgl. dargestellt wurden Frauen waren.
Nun stelle
ich eine weitere Frage
Wenn diese Bewusstseinsform aber so weit verbreitet war, wieso
ist sie dann ausgestorben? Warum ist es so schwer heute noch
Formen dieses „matriarchalischen“ Bewusstseins zu
finden? Wenn wir einst in Frieden lebten, warum ist dann in den
letzten 5000 Jahren ein immerwährendes Leidensgefühl
in unserer Welt präsent, sodass unsere einzige Hoffnung
in der Flucht liegt?
Darauf gibt es eine Antwort: Die Unterwerfung der Frau (Mutter),
durch das Gesetz des Vaters (Herrscher) dem sozusagen die Familie „gehört“.
Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben – das Patriarchat. Anstatt
Gleichberechtigung erleben wir heute Unterwerfung und Herrschaft! In einer Atmosphäre von Betrug und Gier sind Patriarchen niemals
zufrieden, halten doch ihre eigenen Methoden sie davon ab tiefste
Lebensbefriedigung zu erfahren. Sie finden es sehr schwer Gefühle
zu zeigen oder selbst zu fühlen.
In der Mythologie taucht auch
Kastration der patriarchalischen Götter auf, als Mittel den Herrscher zu entmachten und ihn
durch einen Usurpator zu ersetzen. Anscheinend war das Abschneiden
der männlichen Genitalien gleichbedeutend mit der Machtenthebung
des herrschenden Königs. Klar ist es dann, dass der Herrscher
das gleiche Schicksal für sich selbst befürchtet und
sich ständig verfolgt fühlt.
Patriarchen sind alles andre als glücklich! Sie wissen auch
nicht wie sie Frieden finden oder erreichen können, den sie
ja ohnehin nur als das zeitweilige Fehlen des Kampfes begreifen
können. Nach 5000 Jahren haben es nun die Patriarchen geschafft,
eine Welt zu formen die ihre Ängste vollkommen bestätigt.
Eine sehr traurige Tatsache, aber ich erwähne es, weil ich
denke dass es nichts nützt die Angelegenheit zu beschönigen.
Sie haben uns beigebracht dass wir Massenvernichtungswaffen zu
akzeptieren haben ohne zu murren.
Sie haben uns beigebracht zu verstehen dass das Menschenleben immer
mit Krieg und Gewalt einhergehe.
In Gegenzug noch ein paar Worte
zum matriarchalischen Bewusstsein
In diesem Weltbild der Frau sind alle Männer Söhne der
Mutter und alle Frauen sind ihre Töchter. Und nun komme ich
zu einem ganz entscheidenden Punkt den ich sehr wichtig finde:
Anstatt die „destruktive“ Ausbeutung der „Helden“ zu
verehren, betete die Frau im matriarchalischen Bewusstseinsstand
die Erde selbst an und sag die Erde als Körper der großen
Mutter an!
Frauen in Indien haben seit mindestens 3000 Jahren heilige Bilder
gestaltet und gemalt. Was ich sehr beeindruckend finde, wenn ich
so nachlese ist, dass diese Frauen in einer Seelenruhe inmitten
von lärmenden und herumtanzenden spielenden Kindern auf dem
Boden sitzen wie in einem Zustand der Trance und malen. Einige
solcher Werke sind sogar die berühmtesten Gemälde Indiens
geworden! Während eine Mutter in Indien den Pinsel in der
einen Hand hält, hält sie mit der anderen ihr Kind an
die Brust, um es zu stillen. Ihre ruhige Konzentration und die
friedlichen Augen des Kindes drücken das Wesentliche im matriarchalischen
Bewusstsein aus, wo viele Formen der schöpferischen Kraft
nebeneinander leben können. Ist das nicht eine traumhafte
Vorstellung?
Zu guter Letzt möchte ich noch ein Zitat von Vicky Noble
anführen. Sie hat unter anderem das Motherpeace Tarot Deck
erschaffen, das ich sehr schätze und ist zusätzlich eine
aktive Feministin, Malerin, Tarot- und Yogalehrerin. Sie schreibt
in ihrem Buch zum Motherpeace Tarot, (Mythen-Musen und Tarot)
Visionäre Kunst hat viele Formen. Die Gegenwart darstellend
zeigt sie noch nicht erkannte Möglichkeiten und Aspekte der
Welt, die wir vernachlässigten. Die Zukunft ausmalend zwingt
sie uns zu sagen, was wir zutiefst wünschen oder (be)fürchten.
Beim Blick zurück in die Vergangenheit kann uns die visionäre
Kunst helfen, uns das wieder anzueignen was
systematisch geraubt, begraben und verbrannt wurde – was aber trotzdem noch eine
immense Lebenskraft hat und wieder enthüllt werden möchte.
Je mehrere Menschen unter uns die Göttin wieder
erwecken, und uns bei der Erinnerung an uns selbst helfen, umso
eher können
wir gemeinsam den Kurs der planetarischen Zerstörung wandeln,
der uns bevorsteht. Wir können aktiv an der Erschaffung einer Zukunft des Lebens
mitwirken.
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