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Arche-Typus
(aus dem Griechischen) - Das Zuerst Geprägte
Archetypen sind wieder in Mode. Ob in der Unternehmensberatung,
der Tiefenpsychologie, der Astrologie, der Traumdeutung oder der
Selbstfindungsgruppe für EsoterikerInnen. Ebenso vielfältig
sind die Personen, die sich mit den mythischen Urbildern auseinander
setzen und ihre ganz persönlichen Systeme der Kategorisierung
erschaffen.
Der wohl bekannteste "Archetypenguru" ist Carl Gustav
Jung, aber auch weniger bekannte, wenn auch nicht weniger interessante,
AutorInnen haben ihre Gedanken veröffentlicht: Carolyn Hillyer,
Angelika Aliti, Luisa Francia...
Bei der ganzen Fülle an Angeboten fällt es oft gar nicht
leicht ein System auszuwählen, mit dem frau/man gut umgehen
kann und wo frau/man sich gut wiederfindet. Ob das griechische oder
germanische Pantheon mit ihren GöttInnenbildern, ob die chinesischen
oder europäischen Tierkreiszeichen. Erlaubt ist, was gefällt!
Als ich mit meiner besten Freundin und Herzensschwester anfing
mit Archetypen zu arbeiten, hatten wir ein sehr klares Ziel und
damit auch eine sehr eindeutige Vorstellung, was wir von diesen
Urbildern wollten. Einfach und klar sollten sie sein, ohne zu starken
Eso-Einschlag und dazu geeignet Frauen (in diesem Fall unsere Zielgruppe)
ein Handwerkszeug zu geben, mit dem sie ihr Verhalten, ihre Entscheidungen
und ihre Identität hinterfragen konnten.
Ja, liebe Männer, ich hoffe, ihr lest hier trotzdem auch weiter,
denn es geht hier vor allem um weibliche Archetypen, wenn auch nicht
ausschließlich. Die Erfahrung, die wir für uns während
unserer Workshops mit den Archetypen machten, haben nämlich
Bedeutung für beiderlei Geschlechter. Also, dran bleiben!
Das Archetypensystem, an das wir uns hielten, ist auf vier Kerntypen
reduziert, die - jeder für sich - wieder in andere , "feinere"
Archetypen untergliedert wird können. Jeder Typus - Kriegerin,
Königin, Zauberin und Liebende - hat eine helle und eine dunkle
Ausprägung
Die
Kriegerin
(Amazone, Kämpferin, Jägerin, Jungfrau in Waffen)

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Osten |
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Element Luft |
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Symbol: das Schwert |
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Mythische oder historische Figuren (nach eigenem Ermessen
ergänzbar): Penthesilea, Iulia Aurelia Zenobia, Artemis,
Diana, Judith, Brunhild, Walküren, Jeanne d´Arc,
Anne-Josèphe Théroigne de Mérincourt,
G.I..Jane |
Ich bin. Was brauche ich mehr? Was ich
habe, ist verzichtbar. Ich bin bereit es zu opfern, immer wieder
neu anzufangen und meinen Weg zu gehen, den ich für richtig
halte. Wenn du mich begleiten willst, so sei mir willkommen, doch
sei auch gewarnt: Ich werde nicht innehalten, wenn du mir nicht
folgen kannst oder dir der Pfad zu steinig wird.
Nur meinen Zielen bin ich verpflichtet, nicht den Deinen! Und
ich bin bereit das nötige Opfer zu bringen. Den klaren Schnitt
auszuführen, um mich von dem zu befreien, was mich hält.
Wer mich gewinnen will, muss mich bezwingen. Nur wer sich würdig
erweist, den dulde ich an meiner Seite als Gefährten und
vielleicht sogar als meinen Geliebten.
Sei mir eine gute Gegnerin und ich werde dich als Schwester annehmen.
Mit dir deinen Kampf kämpfen und den meinen.
Wie es aussieht, wenn Frauen sich diesen Archetypus in unserer
Zeit zu eigen machen, ist vielfältig. Die knallharte Karrierefrau,
die unabhängige Reisende, die Sportlerin, die Powerfrau auf
der ständigen Suche nach sich selbst...
Oft ist es aber auch so, dass Frauen vor der Kriegerin und der Schärfe
ihrer Entscheidungen zurückschrecken. Keine Kompromisse, kein
Zögern, nur der klare Schnitt, der auch schmerzhaft sein kann,
doch den zukünftigen Schmerz zu ersparen vermag (lieber ein
Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende).
Die dunkle Ausprägung ist die dunkle Schlachtenherrin oder
aber die Kämpferin, die ihre Loyalität auf die "falsche"
Seite gestellt hat. Ein durchaus nicht ganz abwegiger Aspekt ist
die knallharte Karrieristin, die kein Gespür für die Wünsche
oder Bedürfnisse anderer hat.
Die
Königin
(Kaiserin, Mutter, Herrin des Landes)

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Norden |
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Element Erde |
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Symbol: Münze oder Schild |
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Mythische oder historische Figuren (nach eigenem Ermessen
ergänzbar): Hera, Freyja, Maeve, Guinevere, Katharina
die Große, Elizabeth I., Maria Theresia, die Herzkönigin |
Ich habe. Mein Land, mein Reich, meine
Regeln. Ich bestimme hier, forme meine Welt nach meiner Vorstellung.
Wenn ich entscheide, dann für das Wohl des Kollektivs und
nicht das der einzelnen Person. Die Ressourcen verwalte ich klug
und vorausschauend und ich behüte, was behütet werden
muss.
Ich bin die Herrin des Hauses und des Garten, doch mache nicht
den Fehler, mich mit einem Hausmütterchen zu verwechseln!
In meinem Reich wirst du mir gehorchen und ich bestimme, ob du
hier willkommen bist oder nicht.
Für das Wohl der Meinen bin ich auch bereit Opfer zu bringen.
Neben mir bestehst du nur als Teil eines Ganzen, als Teil meines
Reiches. Sei der König an meiner Seite, der Berater und Verbündete.
Hilf mir, wachsen und gedeihen zu lassen, auf dass das Leben sich
vermehre.
Dies ist ein sehr alter und ursprünglicher Archetypus, dem
auch viele Muttergöttinnen entsprechen.
In unseren Breitengraden gab es im Verlauf der Geschichte viele
Frauen, die diesem Typus entsprachen oder entsprechen, ob nun tatsächlich
als "Landesmütter" oder aber als Königinnen
ihres Hauses, über das sie die Schlüsselgewalt hatten.
Diese Herrinnen ihrer kleinen Reiche verwalteten auch das Vermögen
ihrer Ehemänner oder Söhne, regierten also aus dem Hintergrund.
Die dunkle Ausprägung dieser mythischen Figur ist in einem
Klassiker der Weltliteratur verewigt. Die "Herzkönigin"
in Alice im Wunderland erscheint als gnadenlose, alles kontrollierende
Herrin, deren Untergebene ihr nicht aus Respekt oder Zuneigung gehorchen,
sonders aus Furcht. Die finstere Königin ge-(miss-)braucht
ihre Macht aus eigennützigen Motiven und ist ein eiskalter
Machtmensch.
Die
Zauberin
(Norne, Priesterin, Seherin, Medium, Hexe, Alte, Magierin, Weise)

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Süden |
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Element Feuer |
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Symbol: Stab (kann auch als Hüterin des Kessels im
Westen auftreten) |
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Mythische oder historische Figuren (nach eigenem Ermessen
ergänzbar): Hekate, Medea, Calypso, Cassandra, Sybolle,
Cerridwen, Morgan le Faye, Nimue, Gudrun (oder Kriemhild),
die Nornen, Baba Yaga, Malefiz... |
Ich verändere. Ich kenne das Lebensnetz
und vermag den Faden zu spinnen. Mein Blick ist nicht nach außen
gerichtet, sondern auf die Welten jenseits des Zaunes. Wer vermag
das Lied des Lebens zu singen? Wer kennt das Geheimnis des Kessels
mit seinem Trunk? Verstehst du das Rätsel der sich kreuzenden
Wege? Und die Lehre der Schlange?
Welches Kraut vermag zu heilen oder zu zerstören? Beides
liegt in meiner Macht.
Ich bin nicht alt, nicht jung. Jenseits der Grenze tanze ich meinen
wilden Tanz, der Tod oder Leben bedeuten mag. Willst du von mir
lernen, so musst du den Weg der Schatten gehen, ins Herz der Nacht,
der zum Licht führt. Suchst du meine Hilfe, so sei gewarnt.
Vielleicht werde ich dir nicht geben, was du willst. Ganz sicher
aber das, was du brauchst.
Dieser Typus ist schwierig zu verstehen, weil der Weg sehr stark
nach innen führt. In einer stark säkularisierten und nach
außen orientierten Welt erscheint die Zauberin auf den ersten
Platz verloren und ein wenig deplatziert. Doch weit gefehlt, Frauen,
die ihre ganz ureigene Magie entdecken, wandern auf verrückten,
leuchtenden und schillernden Pfaden durchs Leben. Ob als Beraterin,
zu der alle mit ihren inneren oder äußeren (?) Leiden
kommen oder als jene, die es vermag, den Kreis zu schließen,
die Macht der Veränderung ist die stärkste Magie.
Hexen müssen fluchen können und so steht es wohl auch
mit dem Archetypus der Zauberin. Dunkel ist sie aber, wenn sie vergisst,
dass es außer Flüchen auch noch Segen gibt.
Eine andere problematische Ausprägung ist die Esoterik-Anhängerin,
die den vermeintlichen Blick über den Zaun als Realitätsflucht
benutzt und sich und die Welt dabei aus den Augen verliert.
(Kleiner Insiderwitz: Owajaho!!)
Die
Liebende
(Nymphe, Muse, Poetin)

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Westen |
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Element Wasser |
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Symbol: Kelch |
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Mythische oder historische Figuren (nach eigenem Ermessen
ergänzbar): Isis, Aphrodite, Helena, Kreusa, Echo, Baucis,
Lady Ragnell, Guinevere, Esmeralda, Mutter Theresa |
Ich gebe. An meiner Seite wirst du ungekanntes
Glück erleben, mein Kuss wird dein Innerstes berühren.
Mein ganzer Körper ist Heilung.
Finde Frieden, wenn du deinen Kopf in meinen Schoß bettest!
Fühle die Sanftheit meiner Umarmung, in der du dich ganz
verlieren kannst.
Trage mein Bild in deinem Herzen, nie wird es dich loslassen.
Ich will alles für dich sein und dich ganz erlösen.
Alles für dich geben. Bis zum Ende der Welt will ich gehen
für dich und hinabsteigen in die Tiefe der Unterwelt.
Meine Gabe vermag die Welt zu heilen, das Elend zu lindern. Den
Fluch von den Unglücklichen nehmen und sie zu befreien. Was
sollte tiefer gehen als meine Berührung? Wie willst du finden,
wonach du dich so verzweifelt sehnst? Ohne mich und ohne meine
Liebe?
All you need is love! Die Liebende ist Poesie, sie steht am Ende
der bestandenen Queste und ihre Gabe ist fürwahr überaus
kostbar: Glück. In ihrer dunklen Ausprägung ist sie die
Sirene, deren dunklem Verlangen niemand widerstehen mag. Oder der
Succubus, der das Herz für die Welt verdirbt.
Aus
der Praxis
Und genau bei diesem Archetypus sind wir an dem Punkt angelangt,
warum ich diese Art symbolischer Arbeit so überaus sinnvoll
finde. Wir haben es mit einem Bild zu tun, das als Gegenüber
überaus reizvoll ist. Eine solche Liebesgabe zu empfangen,
welch größere Gnade kann es geben? Was aber bedeutet
es die Liebende zu sein? Mit jeder Faser und ganz und gar? Natürlich
ist es extrem von so einer Ausschließlichkeit auszugehen,
doch bei den schon zitierten Workshops machte ich für mich
eine interessante Entdeckung.
Wir ließen Frauen Erlebnisse erzählen, die ihnen Kummer
bereitet hatten, ungelöste Situationen, aus denen sie keinen
Ausweg gefunden hatten. In einem Rollenspiel ergründeten wir
gemeinsam. als welcher Archetypus sie ihrer Meinung nach agiert
hatten. Das Ergebnis war verblüffend: alle der Frauen stellten
für sich fest, dass sie als Liebende agiert hatten. Wie bei
so vielen Dingen gibt es hier also eine Dosis und die Frage, die
sich stellte, war: "Wie viel "Liebende" ist gesund
für eine Frau?" Wo ist die Grenze der grenzenlosen Liebe?
Und auch hier ein extremes Beispiel, unter den Teilnehmerinnen war
eine Frau, die uns sagte, dass auch körperliche Aggression
seitens ihres Geliebten sie nicht davon abhielten, weiter mit ihm
zusammen zu sein. Sie glaubte fest daran, ihn durch ihre Liebe heilen
zu können, ihn so sehr zu lieben, dass er sie eines Tages nicht
mehr zu schlagen bräuchte. Ich überlasse es den LeserInnen
selbst hier die Grenze zu ziehen, ich will es nicht für andere
tun, und für mich selbst ist das längst geschehen.
Was ich aber als absolut genial empfand, war, den Frauen in diesen
Situationen auch die anderen Archetypen zur Seite zu stellen und
damit die Tür in eine neue Welt zu eröffnen. Was wäre,
wenn... Nicht als dogmatische Weltverbesserei, sondern als Erweiterung
der Handlungsmöglichkeiten. Die Liebende sein zu dürfen,
aber es nicht zu müssen, sich nicht zum Opfer zu machen durch
eine Überdosis "gut sein".
Ganz subjektiv ist uns noch etwas aufgefallen, denn während
ich hier die Listen der mythischen Figuren ungefähr gleich
lang gestaltet habe, fanden wir auch in Geschichten und Legenden
überdurchschnittlich oft den Mythos der Liebenden - auf Seiten
der "Guten" versteht sich. Was natürlich gut und
was böse ist, ist ein eigenes Thema und würde diesen ohnehin
schon sehr ausführlichen Artikel endgültig sprengen.
Was
aber ist mit den männlichen Helden?
Als was agieren sie? Meiner Meinung nach ist die Bandbreite hier
breiter gefächert - Krieger und Könige treten ebenso auf
wie Magier und Liebende. In den für mich schönsten Erzählungen
handeln die Helden der Geschichte aber oft auf unerwartete Art und
Weise und der stolze König, Krieger oder Zauberer besteht seine
Queste, indem er ganz anders handelt und den Weg des Herzens wählt.
Es kommt also tatsächlich immer auf die Dosis an - und auf
die Freiheit der Entscheidung.
Lady
Ragnell oder Das Ewige Rätsel der Frauen
Der König des Zauberlandes gewährte Artus
eine Möglichkeit sich aus dem magischen Bann zu befreien. Er
erlaubte dem Gefangenen sein Reich für die Dauer eines Sonnenlaufes
zu verlassen. Wenn es ihm bis dahin gelang die Lösung zu einem
Rätsel zu finden, so wäre er frei, wenn nicht, so müsse
er zurückkehren und für immer im Zauberland bleiben. "Sag
mir, Artus," sprach der König. "Was wünscht
sich eine Frau am meisten?"
Als Artus durch den Wald zu seinem Schloss ging, traf er eine alte
Frau, die dort am Wegesrand sass. Sie war so hässlich, dass
es kaum etwas unter der Sonne zu geben schien, dass noch abstoßender
war als sie. Ihr verwelkter Körper war von Warzen übersät
und die Haut verschrumpelt und grau. Sie war bucklig, ein wilder
Haufen weißer Haare verdeckte den Hügel auf ihrem Rücken
und ihre dürren Hände wirkten wie Klauen. Ihre Augen schienen
in trübem Gelb, ihr Mund als zahnloses Loch in dem Gesicht,
das einem Totenschädel glich.
Das Weib aber wandte sich an den Ritterkönig und bot ihm ihre
Hilfe beim Lösen des Rätsels an, aber nur unter der Bedingung,
den edlen Ritter Gawain zum Mann zu bekommen. Artus aber lehnte
die Hilfe ab, konnte er sich doch nicht vorstellen von seinem Neffen
ein solches Opfer zu verlangen.
Als Gawain aber von der Not des Königs hörte, ging er
in den Wald, um das alte Weib zu suchen und er bat sie, mit ihm
auf sein Schloss zu kommen und seine Frau zu werden. Außerdem
versprach er ihr, dass niemand dort sich über sie lustig machen
werde und schwor ihr Treue.
Wenig später hielten sie Hochzeit, wie der Ritter es versprochen
hatte, als dann aber die Vermählungsnacht kam, verließ
ihn jeder Mut und er starrte verzweifelt in das Feuer des Kamins.
Als er sich wieder zu seiner Gemahlin umwandte, war jede Hässlichkeit
von ihr abgefallen, vor ihm stand eine wunderschöne, junge
Frau mit Haut so weiß wie Milch und Haaren so gelb wie die
Sonne. "Höre!" sprach sie. "Ich vermag meine
Schönheit am Tag oder in der Nacht zu behalten. So entscheide
dich. Willst du mich vom Sonnenaufgang bis zur Abenddämmerung
schön, wenn deine Gäste und Freunde mich sehen und ich
deinem Ansehen nütze. Oder soll ich in der Nacht schön
sein, wenn ich nur deinem Auge schmeichle und wir das Lager teilen?"
Gawain überlegte lang, die Antwort auf solch eine Frage schien
ihm fast unmöglich.
"Mach, wie du willst!", sagte er.
Da lächelte Ragnell: "Dann Geliebter, kann ich immer schön
bleiben."
Und der Bann fiel von Artus ab, er hatte seine Freiheit wiedergewonnen
und mußte nicht mehr in das Zauberland zurück.
Denn das ist es, was sich eine Frau am meisten wünscht: ihren
freien Willen.
(Nacherzählt von: Karin El-Monir)
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