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So wurde zum Beispiel Achilles in den Styx, den Menstruationsfluss
getaucht und damit unverwundbar gemacht. In der Artussage ist von
durch Frauenblut verzauberten Schwertern die Rede.
"Sacer mens" bedeutete im alten Rom so viel wie das unberührbare,
heilige, aber auch unreine Blut der Frauen. Das Menstruationsblut
war ein Symbol für Leben und Tod, für Veränderungen
und Übergänge, für innere Wandlungen. Es war auch
Symbol für den Wechsel in andere Ebenen des Seins. Frauen waren
insbesondere während der Blutung fähig in andere Welten
und Bewusstseinszustände überzutreten. Sie tauchten in
diese Machtquellen ein, in dem sie an besonders heiligen Plätzen
der Natur ihre Menstruationskulte abhielten. Es ging dabei um ein
Abwenden von den gewöhnlichen Tätigkeiten des Alltags,
um sich mit dem inneren Selbst zu verständigen, mit der eigenen
tiefen Quelle, wo auch das Göttliche zuhause ist. Danach kamen
sie erfrischt und neugeboren wieder zurück, um die Tätigkeiten
mit einem anderen Blick wieder aufzunehmen. Sie brachten daraus
ihre Offenbarungen und intuitiven Erkenntnisse für die ganze
Gemeinschaft mit. In vielen Kulturen gibt es noch heute besondere
Plätze, Hütten oder Zelte für Frauen, die dort ihre
Menstruationsrituale durchführen.
Magisch
und heilig
Die übernatürliche Kraft der menstruierenden Frau kann
als konzentrierte, kosmisch-göttliche Kraft bezeichnet werden.
Magie ist die Kommunikation mit dieser Kraft, ihr gezielter Einsatz.
Magie bedeutet so viel wie Zauberkunst oder Beschwörung geheimnisvoller
Kräfte. In manchen Gebieten hat diese magische Energie sogar
einen eigenen Namen.
Im pazifischen Raum wird diese Kraft "Mana" genannt. Menstruierende
Frauen tragen dieses "Mana" in sich und können damit
das Leben auf der Erde und die Kräfte der Natur lenken.
Bei den nordamerikanischen Indianern wird eine menstruierende Frau
als "wakan" betrachtet, was so viel wie "heilig"
heißt.
Frauen können ihre blutende Gebärmutter als eigene "Heilquelle"
betrachten. Ihre Heilkraft steigt während der Blutung an. Aus
einer Untersuchung in Kalifornien geht hervor, dass mehr als 70
% der darin befragten Heilerinnen und Therapeutinnen einen direkten
Zusammenhang zwischen der Menstruation und der Zunahme ihrer Heilfähigkeit
sehen. Sie beobachteten an sich selbst während der Blutung
eine Aktivierung von Heilenergie, erhöhte und veränderte
Bewusstseinszustände und eine stärkere Verbindung zur
göttlichen Kraft.
Die Heilkraft der Menstruation und das Frauenblut wurde bis ins
Mittelalter und mancherorts noch heute ganz offiziell bei Riten
als Heilmittel eingesetzt. Die "rote Kraft" lässt
Frauen Wahrnehmungen verändern und Fähigkeiten entdecken,
die auch Ängste hervorrufen können.
Noch in den 90iger-Jahren durften zum Beispiel menstruierende Frauen
in Deutschland nicht in Röntgen- und Fotolabors, auch nicht
in der Wursterzeugung arbeiten, weil die Meinung herrschte, dass
sie ihre besonderen Kräfte auch zum Schaden der Produkte einsetzen
konnten. Auch heute gibt es diesen "Aberglauben" noch
und manche Frauen können sich nicht erklären, warum an
manchen Tagen der Computer immer abstürzt bzw. der Kopierer
gar nicht funktioniert.
Was da dran wahr ist und was nicht? Wir wissen es nicht genau.
Allerdings gibt es das uralte Wissen, dass die Durchlässigkeit
während der sensiblen Zeit der Blutung zu einer teilweisen
Aufhebung der Grenzen zwischen Mensch und Kosmos führen und
ein enormes Kraftfeld schaffen kann. Achte einmal auf deine Wahrnehmung
in der Zeit der Blutung - fällt dir ein Unterschied auf?
In unserer Kultur sind diese Fähigkeiten mit der zunehmenden
Abwertung der Menstruation leider verloren gegangen. Du kannst diese
andere, magische Wahrnehmung aber wieder lernen, indem du zum Beispiel
deine Sinne schärfst.
Menstruationsrituale
Du kannst auch ein kleines monatliches Ritual durchführen:
Geh hinaus in die Natur und setze dich an einen Platz, wo du dich
ganz wohl fühlst. Lege die Hände auf den Bauch und atme
ganz langsam und tief ein und aus, bis du ganz ruhig wirst. Dann
suche dir einen Baum, eine Blume, einen Stein oder sonst etwas aus,
das dich besonders anspricht. Diesen Gegenstand schaue einfach nur
ganz lange an. Betrachte die Farben, die Formen, versuche genau
hinzuhören und rieche daran. Öffne und verbinde dich ganz
mit diesem Wesen.
Dann werde wieder ganz still. Es werden Botschaften auftauchen,
die dieses Wesen für dich bereithält. Vielleicht ist es
Kraft einer Eiche oder die Ruhe eines Steins. Bedanke dich dafür!
Das Gleiche kannst du selbstverständlich in der Wohnung mit
Symbolen oder Bildern machen. Führe genau die gleiche Abfolge
einmal in der Zeit des Eisprungs und einmal am Beginn der Menstruation
durch. Achte auf den Unterschied!
Mehr über Rituale und das geheimnisvolle, verschüttete
Wissen der Menstruation kannst du im Buch "Meine Tage"-
Quelle weiblicher Kraft und Intuition, nachlesen!
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