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Zwei Kreise
Der Frauenkreis
Ich betreibe Magie, arbeite schamanisch und feiere Hexenfeste zumeist nur mit
Frauen. Warum? Weil es mich in den Kreis der Frauen zieht, weil es mir ein
Bedürfnis ist. Zusammen mit Frauen erkenne ich und entwickle ich mich
als Frau. Auf diese Weise bin ich mit Menschen im Kreis, die meine Art von
Menschenleben kennen, die meine Art von Körperlichkeit kennen. Ob es das
ist, oder ob es einen anderen Grund hat, warum in Frauenkreisen dieses "besondere
Etwas" entsteht? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es aber auch eine
Kraft, die nur an den Randbereichen des Etablierten entstehen kann, die ich
in Frauenkreisen spüre. An den Rändern des Normalen, des Hegemonialen.
Als Zaunreiterinnen und als Frauen öffnen wir einen subversiven Raum.
Denn als Frauen sind wir das "Andere", das von der Norm abweichende, als Magieweberinnen
agieren wir mit dem "Anderen", den anderen Wirklichkeiten.
Der kleinste gemeinsame Berührungspunkt ist unser Bedürfnis,
als Frauen miteinander zu spinnen. In Frauenkreisen, wie ich sie
erlebt habe, können ganz verschiedene spirituelle und magische
Wege zusammenkommen. Oder es können sich Frauenkreise innerhalb
eines bestimmten spirituellen oder magischen Weges zusammenfinden.
Wenn sich Frauen aber deswegen zusammenfinden, um mit anderen Frauen
zu wirken, ist es wahrscheinlich, daß es eine spirituelle
Vielfalt ergibt, und was dann konkret "WeiberCraft" in diesen Kreisen
heißt, hängt wohl stark vom spirituellen Hintergrund
der beteiligten Frauen ab. Qi Gong, Kampfkunst, Stricken, Wicca-Chants,
schamanisches Trommeln - Vieles kann dabei eine Ritualzutat ergeben.
Das ist für mich wirklich "WeiberCraft" - aber da diese Rubrik
schwerlich einen thematischen Sinn machen würde, wenn wir
hier von Schwertkampf, Strickmustern, Meditation und Schamanismus
schreiben, muß es wohl noch ein zweites Thema geben, welches
mit WeiberCraft in Verbindung steht:
Der Kreis der Frauenspiritualität
... ist etwas ganz anderes als der Kreis der Frauen. Im Kreis der Frauen muss
es nicht so sein, daß jede so etwas wie "die Göttin" oder "weise
Frauen" in ihrer Spiritualität kennt. Manche Frauen gehen auch in eher
sehr "männlich" geprägte Richtungen. Aber es gibt eine Form von Spiritualität,
mit einer vielfältigen Symbolwelt, und einigen Hauptthemen, die man als "weibliche
Spiritualität" bezeichnen könnte.
Ich bin zum Beispiel "göttinnenspirituell" - ich nenne das aber lieber
Pandea - von Pan (alles, umfassend) und Dea (Göttin). Ich fand mit der
Hinwendung zu einem weiblichen Göttlichen auch einen völlig anderen
Zugang zum Göttlichen. Einen, der mir viel mehr bringt, als würde
ich mir Göttlichkeit als geschlechtslos oder männlich vorstellen.
Das magische Arbeiten mit Göttinnen, und magische/spirituelle
Bräuche, die traditionell von Frauen angewandt worden sind
und werden, aber auch Beschäftigung mit feministischen Themen
aus der Sicht spiritueller Frauen, das Benutzen frauenspezifischer
Symbole, gehören für mich zur Frauenspiritualität
dazu. Und auch wenn das für mich nur ein Teil von "WeiberCraft" ist,
ist es nun mal der Teil, den man als WurzelWerk-Rubrik sinnvoll
betreiben kann. Deswegen handelt die Rubrik "WeiberCraft" - wie
an den Artikeln zu sehen ist - von diesen und ähnlichen Themen.
Kleine Rubrikgeschichte
Ich habe diese Rubrik Anfang 2007 von Fledermaus übernommen, und es gibt
schon ein großes Sammelsurium an Themen, erlebte Frauenleben, Göttinnen,
Rituale, feministische Themen. Ich kann mir nur wünschen, dass auch
weiterhin eine Vielfalt von Ansichten zur Diskussion stehen wird und dass ich
das, was Fledermaus hier aufgebaut hat, schön weiterspinnen kann.
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