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Die Illustrationen von Georges Feldmann sind in einem zarten Pastellton
und sprechen so richtig die Seele an. Ich habe die einzelnen Bilder
eingescannt, ausgedruckt und foliert – so können die
Kinder beim Vorlesen selbst die Geschichte mit den Bildern mitlegen.
Gerade im Frühlingsbeginn greife ich immer wieder zu dem Buch
und wir lesen gemeinsam die Geschichte der einzelnen Elementarwesen
und dem Pochen der Pflanzenmutter.
Die Zitate sind leider ohne Seitenangaben, da es keine Seitenzahlen
im Buch gibt. Also Buch kaufen und nachlesen...
 
Die Pflanzenmutter
Jakob Streit, Georges A. Feldmann
Oratio Verlag GmbH
Postfach 1063
CH - 8201 Schaffhausen
ISBN 3-7214-4512-0
Zum Autor:
Jakob Streit wurde 1910
in der Schweiz geboren und wuchs als Sohn eines Uhrmachers und
einer sprachbegabten Mutter mit fünf
Geschwistern auf.
Er unterrichtete als Volksschullehrer und sein musischer Unterricht
war von der Pädagogik Rudolf Steiners beeinflusst.
Er schreibt Bücher für Kinder, unter anderem Zwergen-
und Tiergeschichten und Märchen, sie sprechen jedes Alter
an und scheinen unvergänglich zu sein.
Zum Inhalt:
Die Pflanzenmutter
Zur Winterzeit lebt die Mutter aller Pflanzen
unter der Erde. Zu Frühlingsbeginn, wenn sie die wärmenden Strahlen der
Sonne spürt, steigt sie nach oben zu den Wurzeln. Im dichten
Wurzelkleid sieht Pflanzenmutter viel Sämchen im Boden schlafen.
Es glitzert wie ein Sternenhimmel unter der Erde, denn alle haben
Lebensfunken in sich. Im dichten Wurzelwerk streiten sich die Kristallzwerge
und Wurzelzwerge, Pflanzenmutter schlichtet den Streit und spricht
zu den Wurzelzwergen:
"Ja, ruht euch nur aus ! Bald gibt`s oben auf der Erde
wieder Frühling; dann ist viel für euch zu tun. Mit zwei
Augen und einem Ohr dürft ihr jetzt ruhen. Das andere Ohr
soll offen bleiben. Wenn ich von oben mit meinem Stab ein Kling-Klang-
Zeichen gebe, steigt herauf zu mir!”
Das erste Pochen
Pflanzenmutter begibt sich nun auf die Erde und
nimmt Kontakt zur Sonne auf, ob sie denn schon bereit sein, den
Pflanzen neues
Leben zu schenken. Die Sonne ist zum Erwärmen des Erdbodens
bereit und so ruft Pflanzenmutter die erdgeborenen Wurzelzwerge
auf die Erde. Die Wurzelzwerge sollen nun Lebensfunken ins Wurzelreich
bringen und den Pflanzen von den Sonnenstrahlen erzählen,
den Bienen und Schmetterlingen. Pflanzenmutter schwebt über
die Erde und es wiederholt sich immer wieder dasselbe:
“Dreimal mit dem Stab auf die
Erde klopfen, Zwerge hervor purzeln, Ohren groß machen,
Bärtchen zupfen, in die
Erde hineinschlüpfen, Samen knacken, Wurzeln zupfen, Lebensfünklein
aufwärts stoßen!"
Das zweite Pochen
Nun sprießen zwar die Keime herauf, aber die Zwerge können
keine Blätter machen und keine Blüten formen. Nur die
Wasserelfen mit ihren zarten Händen können das und sie
spenden auch den lebendigen Saft. Pflanzenmutter ruft nun die Wasserelfen
zu Hilfe und bittet sie:
“Der Winter ist vorbei!
Schon zupfen und knacken die Gnomen in der Erde. Sie treiben
die Keime heraus. Geht hin zu den Pflanzenspitzen
! Webet und breitet im Safte die Blätter ! Zupfet die Gräser,
geht zu den Bäumen, sprengt auf die braunen Knospen der Äste,
dass die Bäume grünen!”
So begann die Natur
zu ergrünen, die Blätter wuchsen
und wiegten sich im Wind.
Das dritte Pochen war ein Winken
Pflanzenmutter winkte aufwärts
zu Sonne und rief die Luft- und Lichtelfen herbei.
“In der Erde krabbeln die Zwerge.
In den Blättern weben und wirken die Wasserelfen.
Winzig grüne Köpfchen sind gerüstet,
möchten Farbe trinken, Blüte werden, Sonne schauen!
Bringt ihnen Lebensluft - und Licht!
Tragt die Sonnenfarben an die Knospen heran!
Färbt Blütenblätter, dass der Wiesen-Himmel
aufblüht in Blumensternen, in Blütensonnen!”
Das vierte Pochen war ein Zucken
Pflanzenmutter rief nun die Feuergeisterchen,
denn sie sollten die feinen Düfte und den Honig hervorholen. Sie sollten Bienen,
Hummeln und Schmetterlinge holen und zu den Blüten geleiten.
Nachts zogen sich die Wasserelfen, die Luft-und Lichtelfen und
die Feuergeisterchen zurück und gaben Ruh. Nur die Zwerge
wanderten durch Fels und Gestein und verstrahlten ihr Licht im
Inneren der Erde.
Pflanzenmutter begab sich nachts auch in die Erde hinunter, überall
wurde sie von den Zwergen begrüßt. Sie sprach zu ihnen:
“Wenn ihr am Morgen den Sonnenton
hört,
gehen wir alle wieder an unser Werk.
Ich aber werde morgen in ein höheres Bergtal steigen
und dort den Bergfrühling erwecken!”
Der Sonnenton erklingt
Am nächsten Tag, als Pflanzenmutter in ein höheres Bergtal
aufsteigt, trägt der Wind ihr vier verschiedene Lieder zu,
die durcheinander klingen.
Da
weiß Pflanzenmutter: Ja,
es ist Frühling!
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