Grundsätzliches zum schamanischen Reisen

Eine kleine Übersicht des schamanischen Reisens

Trancehaltungen oder auch Trancereisen(schamanische Reisen) sollten klarerweise nur von Menschen gemacht werden, die in sich gefestigt sind. Dass keinerlei psychischen Erkrankungen vorliegen, ist ebenso selbstverständlich.
Ansonsten ist davon auf jeden Fall abzuraten!

Schamanische Reisen sind eine Form der Divination. Mit ihrer Hilfe werden Informationen gewonnen, die in der alltäglichen Wirklichkeit nur schwer oder auf normalen Wege  nicht erhältlich sind.  Dadurch erhält man unterstützende Hilfen in allen Lebensbereichen, z.B. im Arbeitsleben, sozialem Miteinander, etc.
Ebenso kann und wird von SchamanInnen jedoch auch mit Hilfe des Reisens direkter Einfluß in der NAW genommen, um Ergebnisse auf der alltäglichen Aufmerksamkeitsebene  zu erreichen, für den Bereich, der die Intention der Reise ist.


Trancereise

Um eine Trancereise zu unternehmen, kann man sich verschiedener Hilfsmittel bedienen. Trommeln und Rasseln werden besonders gerne eingesetzt. Wem das nicht zusagt, der ist jetzt aber nicht ausgeschloßen, zu reisen. Jeder sollte seine Art des Reisens finden, wobei man genauso gut mit eigenen Gesängen eine Reise unternehmen kann. Jeder findet für sich individuell den Einstieg. Eine Reise sollte jedoch immer einen Grund haben, d. h. Tourismus ist da nicht angesagt :-)
Wie man sich beim Reisen verhält, ist bei den Reiseregeln zu finden.


© LuciaReisen mit Trancehaltungen

Ebenfalls eine sehr gute Methode um zu Reisen sind Trancehaltungen. Man nimmt eine bestimmte Position ein, und läßt sich von Trommel oder Rassel in Trance bringen. Bestimmte Haltungen bringen uns in bestimmte Bereiche der Anderen Wirklichkeit. Dazu gibt es von Felicitias Goodman sehr gute Literatur, die man auch gut nach voll ziehen kann.
Trancehaltungen sind auch für Anfänger geeignet,das Erlebnis der Trancereise zu erfahren. Durch das Erleben in der Gruppe wird die eigene Intuition im Austausch des Erfahrenen bestätigt.


Reisen mit offenen Augen

Diese Art des Reisens finde ich persönlich sehr ansprechend, und ich habe damit schon sehr positive Erfahrungen gemacht. Auszuführen ist es überall... im Wald, in der Stadt, etc... will man eine Reise von der eigenen Wohnung aus starten, so benennt man die Wohnungstür als Tor... ebenso ist es möglich die Reise von einem bestimmten Punkt der Aussenwelt zu starten... wichtig dabei ist nur, die Andere Wirklichkeit durch dieses Tor wieder zu verlassen. D.h. ein bewusster Ein- und Ausstieg sollte gewährleistet sein. Das Verhalten ist wiederum dasselbe, wie bei den Reiseregeln angeführt.
Der Unterschied zum "üblichen" schamanischen Reisen ist, wie gesagt der, dass man eben durch die Gegend rennt - so richtig körperlich - und eben in einem anderen Bewusstseinszustand ist.
Zur Verdeutlichung, was bzw. wie man das dann wahr nimmt, eine Geschichte aus dem Leben gegriffen.
Bei einer dieser Reisen war ich bei einer Kapelle im Wald. Rund um diese Kapelle war eine Hecke. Ich hab mich durch diese Hecke gezwängt. Ästchen und Blättchen sind an der Kleidung hängen geblieben und ich hab sie Zuhause entfernt. Drei Tage später bin ich mit Freunden bei einem Sonntagsspaziergang zu dieser Kapelle gewandert - und da war keine Hecke. Also existiert diese Hecke - deren Existenz die Hängenbleibsel in meiner Kleidung ja bewiesen - nur in der "nicht alltäglichen Wirklichkeit".

 

© LuciaReiseregeln

  • Klären des Grundes für die Reise
  • Anliegen der Reise in kurzen Merksätzen bringen
  • Vorkehrungen für eine von der Umwelt ungestörte Reise treffen
  • Dokumentationsvorkehrungen treffen (Tonaufzeichnungen, Schreibmaterial,etc.)
  • rituelle Reinigung und Trance einleiten (z. B. durch intensives Atmen, Trommelmusik, Schamanen-Haltungen, etc.)
  • Tor für den Zugang zur Welt finden
  • ev. Stufen nach unten oder oben suchen und mit jedem Atemzug tiefer oder höher steigen
  • durch das Tor eintreten
  • Herrscher und alle Wesen dieser Welt begrüßen
  • Tor von der Innenseite merken
  • so bald wie möglich die Welt beschreiben beginnen
  • Weg in die Welt begehen und gut merken, um den Rückweg wieder zu finden
  • mit Wesen, die sich zeigen, Kontakt aufnehmen
    • freundlich nach dem Namen fragen, um es wieder rufen zu können
    • den Namen des/der Wesen an niemanden weitersagen, geheimhalten(außer es wird anderes als Auftrag gegeben)
    • wenn notwendig, bestimmter werden; erforderlichenfalls Befehle geben, wenn sich das Wesen ungut zu benehmen beginnt (z. B. “zeige dein wahres Gesicht”)
    • Wesen um Rat fragen und für einen Rat danken
    • um Lied und Tanz der Kraft bitten
    • wenn ein für den Grund der Reise wichtiger Hinweis vom Wesen kommt, wird um eine Aufgabe für die erste Aufmerksamkeitsebene gebeten
    • vor dem Weitergehen sich beim Wesen bedanken
  • auf ein Zeichen achten, das essentiell die Welt charakterisiert, um mit diesem die Taufe einzugehen
    • die Taufe eingehen, heißt: es werden
  • in der Welt wird nur so lange geblieben, wie es für die Erledigung des Anliegens erforderlich ist
  • den selben Weg, den man gekommen ist, wieder zurückgehen, damit sich auch diese Wegsicht einprägen kann
  • beim Tor sich umdrehen und beim Herrscher und den Wesen dieser Welt bedanken und verabschieden
  • durch das Tor durchtreten; rituell reinigen und danach die Augen öffnen
  • Aufgabe zum gegebenen Zeitpunkt durchführen

by MT-Kosmus


Lucia


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