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Nachrichten aus Anderswelt   Teil II
Oder wie ich lernte meinen Verbündeten zu vertrauen.

Tatsächlich fand ich in dem Buch auch “Yemaya”. Sie war darin als Göttin des Voodoo angegeben und ich konnte so gar nichts damit anfangen. Internet war nicht zu der Zeit und so fasste ich den Entschluss, ziemlich bald mal in die Stadt zu fahren, um mich in diversen Buchhandlungen schlau zu machen. Der Entschluss war schnell gefasst, die Umsetzung ließ auf sich warten. Zwei Wochen vergingen, und ich hatte noch immer nichts gemacht.

Worauf ich eines morgens aufwachte, weil ich selber ganz laut ständig einen Namen rief “Yemaya, Yemaya, Yemaya”.
Das war der ausschlaggebende Grund, am selben Tag - es war auch grad möglich – in die Stadt zu fahren, um mich endlich schlauer zu machen. Dort ging ich  gleich in den größten Buchladen und durchsuchte die esoterische Ecke. Da gabs zwei Bücher über Voodoo, die mich absolut nicht ansprachen und auch von der Info über Yemaya nicht recht ergiebig waren.
Eigentlich schon am Gehen, machte ich den Umweg über die Religionsabteilung. Direkt vor einem Regal blieb ich stehen, meine Hand griff in eine der Reihen und zog ein Buch raus - völlig unabsichtlich - und ich hielt das Buch “Die Kraft der Orishas” von Philip Neimark in Händen.
Etwas perplex blätterte ich ins Inhaltsverzeichnis und fand sie - Yemaya.
Darin wurde sie beschrieben als Göttin des Meeres. Sie zieht die Kinder anderer Göttinnen wie z.b. Oshun auf. Und da war sie - die Frau aus meinem Traum von vor etlichen Jahren. Die Frau aus dem Meer mit dem Kind im Arm. Eine Göttin - Yemaya.

Danach vergingen wieder viele Jahre, und ich begegnete ihr hier in Berlin wieder. Lernte Menschen kennen, die in der Santeria sind. Die Yemaya als Kopforisha, als Mutter haben. Mehr ist noch nicht passiert, allerdings bin ich sicher, dass meine Geschichte mit Yemaya noch nicht zu Ende ist.
Yemaya


Informationen aus der Geisterwelt

Die Informationen, die mir aus der Geisterwelt zukommen, sind allerdings nicht immer nur mystischer Natur und auch nicht immer existentiell wichtig. Grade zu Anfang waren es oft Kleinigkeiten, die mir aber bewiesen, dass ich sie ernst nehmen kann, für wahr ansehen kann.
Das Überprüfen der Informationen, was man reinbekommt, verifizieren, ist ein wesentlicher und sehr wichtiger Punkt für mich beim Schamanisieren. Nur so kann man weitgehendst Brainfuck vermeiden oder auch bewusste Fehlinformationen von übel wollenden Wesenheiten aufdecken. Dazu arbeitet man eben mit Verbündeten, zu denen man bereits Vertrauen aufbauen konnte und die man dann im Zweifelsfall noch mal dazwischen schaltet.
Was mich allerdings nicht davon abhält, auch immer mal wieder ins Zweifeln zu kommen, verunsichert zu sein, bis sich dann rausstellt - die Geister haben recht.

Dazu ein ziemlich zeitnahes Erlebnis, das mit der Wohnung, in der ich jetzt lebe, zusammen hängt.


Die Geister haben doch recht

Im Oktober 2005 trennte ich mich von meinem Berliner Lebensgefährten, und war danach auf Wohnungssuche. Ziemlich lange, wie sich so einige erinnern werden. Ende Januar war es, glaub ich, als ich tatsächlich mal eine Wohnung besichtigte, die mich sofort extrem ansprach, in die ich ziehen wollte. Es gab ein bissl Probleme, ob ich sie erhalten würde, worauf ich meine Geister befragte, und die Antwort erhielt “das ist deine Wohnung”. Tatsächlich wurde mir dann vom Makler bestätigt, das ich die Wohnung erhalten würde. Allerdings sei die Sachbearbeiterin krank, ich solle bitte zwei Wochen warten. Im Endeffekt wurden drei Wochen daraus, in denen ich immer wieder leicht panische Anfragen an die Geisterwelt sendete, die immer mit “Ruhig Blut, passt alles, deine Wohnung” beantwortet wurden.
Mein Ex war - klarerweise - schon recht ungeduldig, und ich auch, das ich endlich ausziehen würde.
Nach drei Wochen Krankheit der Sachbearbeiterin hieß es “in zwei Wochen machen wir den Termin wegen Schlüsselübergabe, blabla”. Puuuh, war ich erleichtert.

Die zwei Wochen vergingen, der Tag rückte ran, und der Makler meldete sich nicht. Kurz vor dessen Büroschluss rief ich dann an und fragte, was los sei. “Oje, Fr. Lucia”, wand er sich verlegen am Telefon “Die Wohnung ist jetzt doch an eine Familie mit zwei Kindern vergeben worden. Es tut mir sehr leid.”
Ich war rasend. Zum einen, dass die nicht so weit waren, mir das mitzuteilen, ohne das ich nachfragen mußte. Zum andern über meine Geister, die mich sichtlich verarscht hatten. Oder noch schlimmer, dass ich, wie es schien, die Antworten von ihnen gar nicht richtig interpretiert hatte bzw. mein Wunschdenken die richtigen Antworten überdeckt hatte. Heularien waren angesagt.
Meine Nachfragen drüben ergaben null Reaktion, und sauer war ich auch.

Dann kam Ostern heran.
Am Samstag Abend, als ich zu Bett ging, schoss mir direkt vor dem Einschlafen ein Bild der Wohnung durch den Kopf. Dazu der Gedanke “Wenn die Wohnung jetzt doch wieder zu haben ist, möchtest du sie dann noch?” Diese Frage hatte einen etwas spöttischen Unterton, den ich von einem meiner Verbündeten recht gut kenne.
Dennoch dachte ich als Antwort “So ein Blödsinn. Aber natürlich würde ich sie wollen, aber die ist ja weg” und machte mich ans Einschlafen.
Am Ostersonntag, ich war allein Zuhause, mein Ex bei seiner Familie, durchsuchte ich mal wieder die Wohnungsanzeigen im Internet.
Tja, und welche Wohnung war bei meiner bevorzugten Suchseite auf der ersten Seite zu sehen? Genau, meine Traumwohnung. Die, bei der die Geister ständig bestätigt hatten, das ich sie bekommen würde. Am Dienstag rief ich beim Makler an, am Mittwoch bekam ich die Schlüssel. Eingezogen bin ich am 1. Mai 2006.

Meine Geister hatten recht behalten!

Felsmalerei

Lucia


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