Der Mensch als Einheit von Himmel und Erde
Ein Vortrag von Juan Carmago Huaman - Quechua Indianer aus Peru, am Schamanenkongress 2005 in Wien

Der Mann aus den peruanischen Anden brachte uns viele seiner gefühlvollen Weisheiten mit. Seine Sprache und Worte sensibilisierten uns für „Mutter Erde“. Denn haben wir uns jemals bewusst gemacht wie lange Mutter Erde gebraucht hat um eine Kartoffel entstehen zu lassen? Wie lange hat sie Tag und Nacht gearbeitet um uns ihre Früchte zu schenken. Und wir – was tun wir – wir werfen sie weg.

Der „Meister“ wie er von seiner Gruppe in Österreich genannt wird sieht das Konsumverhalten unserer Gesellschaft als Aversion gegen die Erde. So ist sein Auftrag die Verbundenheit wieder aufleben zu lassen. Zärtlich nennt man die Erde „Pacha Mama“ und er sieht sie als Manifestation einer göttlichen Mutter, die Mama Pacha, die noch weiter als der göttliche Vater reicht.
Die Mutter-Göttin kennt einzig und allein die Liebe und genauso ist unsere Mutter Erde eine Kraft der Liebe. Damit wir uns wieder an diese Kraft annähern können ist es notwendigunser herz zu öffnen und die Verbindung zu spüren.


Und so beginnt er von der Erde zu erzählen
Was existiert auf der Erde – Mineralien -und auch unser Körper hat Mineralien und alle Mineralien die es in der Erde gibt gibt es auch in unserem Körper.
Zwei Drittel der Erde sind Wasser und in unserem Körper befindet sich auch so viel Wasser, Schweiß, Urin, Blut... und die Venen scheinen die Flüsse zu sein. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf der Erde und auch wir können ohne Wasser nicht leben. Wasser ist die Kraft des Lebens und doch sind unsere Gewässer verschmutzt. Und auch unser Blut ist verschmutzt durch die Umweltverschmutzung die wir genauso aufnehmen.
Mutter Erde benötigt auch Luft so wie wir und auch die Luft und unsere Lungen sind verschmutzt so wie ihre.
Das einzige was wir nicht verschmutzen können erklärt uns Juan ist das Feuer. Das Feuer repräsentiert unseren Geist, unsere Seele die die Essenz unseres Seins darstellt. Deswegen sollten wir an der Seele beginnen uns zu erneuern und unsere Verbindungen aufzubauen.

So wie Juan uns die physische Verbindung zwischen unserem Körper und der Erde nahe gebracht hat fährt er fort in seinem Vortrag um uns nun die psychische Verbindung aufzuzeigen. Und diese wird uns Heiden nur allzu bekannt vorkommen! Der Vortrag war so gesehen kein großes „Aha“-Erlebnis, sondern das was wohl für alle Kulturen die Grundlagen des Verständnisses zur Verbindung mit der Erde darstellt. So war es erneut schön zu sehen, dass unsere heidnische Art zu leben auch dem entspricht wie es schamanische Kulturen aus fremden Ländern sehen. Also warum in die ferne Schweifen – sieh doch das Gute liegt so nah! Denn tatsächlich werden diese natürlichen Korrespondenzen so wie bei europäisch-magisch arbeitenden Heiden ebenso in Ritualen genutzt und bilden für Vieles die Grundlage unseres Weltbildes. Der Zyklus von dem er erzählt ist auch jener der uns bekannt vorkommen wird wenn wir an unsere Göttin und den gehörnten Gott im Jahreskreis denken.


Aber hört selbst was der Meister erzählte
Die psychische Seite der Erde sind die Jahreszeiten die sich in uns manifestieren.
Der Frühling ist das erste Feuer bei dem die ersten Pflanzen beginnen zu sprießen. Er sieht dies als die Geburt des Menschen. Für uns ist es die Zeit um die wachsende Sonne zu begrüßen und unsere Seele wird wieder fröhlicher.
Dann kommt der Sommer und die Natur ist vollends auferstanden und erneuert und präsentiert uns ihre Farben und Früchte. Auch der Mensch ist fröhlich, es ist Urlaubszeit, wir ziehen uns leicht an und Leben im Außen wie auch unsere Psyche sich öffnet und erfreut.
Langsam kommt der Herbst und wir beginnen uns wärmer anzuziehen da wir die Kälte und Dunkelheit schon spüren die kommen wird. Langsam mit der Natur beginnen wir uns zu verändern und zurück zu ziehen. Wir schöpfen noch aus dem was der Sommer uns brachte an Früchten und Freude aber müssen lernen loszulassen. Die nahende Dunkelheit hinterlässt ihre Spuren und oft beginnen hier erste Ängste und gesundheitliche Probleme hochzukommen.
Der Winter ist eine msystische Phase. Tiere gehen in den Winterschlaf und wir sollten dies auch tun u uns alles zu verinnerlichen. Leider machen wir oft das Gegenteil und horchen nicht auf das was uns die Natur zeigt. Im Winter sehen wir dann den Tod. Kaum jemand spricht über diesen größten Schritt den ein Mensch tun muß.

Hier bringt Juan eine interessante These ein. Er meint (falls ich es richtig verstanden habe), dass wir so wie wir sind in eine andere Dimension aufsteigen. Und da wir mit der Erde verbunden sind sind wir dies auch wenn wir sterben. Je schmutziger unsere eigene Psyche ist, desto schmutziger ist auch die Erde und wir nehmen dies in andere Dimensionen mit die wiederum der Erde schaden. Er meint wir sind Erde und Himmel und müssen deshalb darauf achten zu Lebzeiten unsere Psyche zu reinigen.

Die 4 Jahreszeiten sehen wir auch im Laufe eines Tages.
Wenn wir die Augen öffnen sehen wir den Frühling. Damit Positives reifen kann ist hier die beste Zeit für Selbstaffirmationen die uns stärken können.
Mittags repräsentiert den Sommer. Wir haben schon gearbeitet und machen eine verdiente Pause um zurück zur Arbeit zu gehen.
Herbst ist der Nachmittag wo wir müde werden und der Abend bringt uns den Schlaf der der Tod ist und somit der Winter.

Die Verbundenheit der Schamanen meint aber nicht nur die Erde sondern auch alle Pflanzen und Tiere, alle Lebewesen die sich auf ihr befinden und als Teil mit ihr Leben. Aus diesem Bewußtsein heraus kann ein Schamane heilen. Er sieht die Pflanzen mit unseren Organen verbunden und die Tiere als Anteile unserer Selbst. Und so wie die Tiere mit uns auf der Erde verbunden sind, gibt es auch Tiere im Himmel – kosmische Tiere, unsere Planeten und Sterne die in der Astrologie als Tierkreiszeichen bekannt sind.


Wie können wir aber uns und der Erde helfen?

Juan meint wir benötigen um unser Gleichgewicht wieder herzustellen mehr weibliche Kräfte da die männlichen Kräfte schon zu stark geworden sind in unserer Gesellschaft. Wir müssen lernen uns mit unseren weiblichen Seiten in Einklang zu bringen die er als harmonische, liebevolle, hervorbringende Kraft sieht.
Die meisten von uns leben jedoch in Disharmonie und beide Polaritäten in uns müssen harmonieren wenn wir wirklich in Gleichgewicht leben wollen. Dies muß man üben und ins Gleichgewicht zu kommen geht nur, wenn man es lebt und anerkennt, dass das Makrouniversum auch das Mikrouniversum darstellt und alles in uns enthalten ist!
Wir Alle sind mit einander verbunden und doch unabhängige Wesen. Wenn wir uns reinigen und gesund sind in unserer Seele und in unseren Herzen werden wir erst richtig Leben. Wenn unser Seele dunkel ist dann werden wir nur Disharmonie verbreiten und Gifte weiter geben. So liegt es an uns!


Lady Purple


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