Zeremonien erfordern Respekt
Artikel aus dem Indian Country Today, einem Printmedium, das sich mit Themen der amerikanischen Ureinwohner beschäftigt.

Da ist sie wieder, die Zeit der Sommerzeremonien und der Stammesfeste. Viele unserer Leute kommen in dieser Zeit zusammen, beten gemeinsam, erwarten Visionen, Schwitzhütten, Sonnen- und "Green Corn"- Tänze. Diese Ereignisse stärken immer die Familien, feiern die Kinder und Mütter der Gemeinschaft, respektieren die Alten, erinnern die Menschen daran, dass sie zusammen gehören, durch Gutes und Schlechtes, Erfolg und Tragödie - die allgemein menschliche Komponente ist unübersehbar. Familien erleiden ihren ganz privaten Schmerz, erhalten Segen und helfen gemeinsam, der "Nation" zu wachsen. Im Indianischen Land wird vielerorts geglaubt, dass ein ernsthafter Ausdruck dieser Gefühle, viele Wunder möglich macht.
Jedoch sieht es auch jedes Jahr so aus, dass Tragödien manche erwarten, die ohne ausreichende Kenntnis und ohne sorgfältige Planung gestützt durch Hintergrundwissen, an diese Feste herangehen. Besonders wenn die Zeremonie oder Medizin missbraucht oder aus falschen Gründen aufgesucht wird, kann Schaden entstehen. In Californien starb ein Pärchen den Erstickungtod, während sie an einem Schwitzhütten-Event teilnahmen, welches schlecht organisiert und gefährlich schlecht geplant worden war. Eine "Visonquest" die von Nicht-Natives an Nicht-Natives angeboten worden war - "an einem indianischen Zeremonial teilzunehmen und die Sommersonnwende zu beobachten" stellte sich als tödlich heraus. Jemand hatte die Schwitzhütte mit Plastikfolie abgedeckt, die auch noch im Boden vergraben war um die Hütte luftdicht zu machen ("Sacramento Bee"). Diese Schwitzhütte war als eine vierstündige Erfahrung geplant worden. Zwei überlebendeTeilnehmer waren als ihnen übel wurde, bevor sie ohnmächtig wurden, noch aus der Hütte gekrochen. Zwei schafften es nicht, Kirsten Babcock, 34 und David Hawker, 36 starben in der Schwitzhütte. Das Treffen wurde von keiner Stammesorganisation unterstützt. Keiner der Teilnehmer nahm in Anspruch Indianer zu sein, sagte die Polizei.

Die Praktiken des Indianischen Lebensstiles, das religiöse Zeremoniell, sind für den Standard eines Amerikaners aus dem 21. Jahrhundert sicherlich hart. "Wir leben in einer Welt des Leidens" sagt ein Lied der Plains. Bei Zeremonien, ist körperliches Unwohlsein, ja sogar Schmerz und in einigen Fällen das tatsächliche Opfern von Fleisch, Teil der Tradition. Das Gefühl für Heiligkeit, besonders in diesen Zeiten, ist jedoch höher anzusiedeln. Auch wenn Leiden, Verlust und Opfer eine Rolle spielen, ist die Intention doch das Leben selbst. Das Opfer selbst ist dafür gedachte, das Volk weiterleben zu lassen. Wenn es eine Bitte gibt, um Heilung einer Person oder einer Familie, um Böses von einer Person, einer Situationfern zu halten, um einem jungen Menschen den Weg zu öffnen oder um den Weg eines Alten zu erleichtern. Das ist der Kern der traditionellen Indianischen Zeremonien - im Zentrum des Leides, kümmern sich die Menschen umeinander. Alle sind dazu aufgefordert Gutes für alle zu wünschen und keiner sollte jemandem anderen schaden wollen.
Es sollte da keinen Zweifel geben - Indianische Zeremonien dienen positiven Gefühlen, dem "Good Mind", der Gesundheit und dem Leben. Wir streichen das heraus, weil letzten Monat, als eine Indianische Studentin eine heilige Adlerfeder auf ihrem Doktorhut tragen wollte, ihr Wunsch nicht beachtet wurde. Sie wurde sogar mit "Satanisten" verglichen, denen ein derartiger Wunsch ebenfalls abgeschlagen werden würde. Rassistische und/oder ignorante Annäherungen an den Indianischen Glauben sind noch sehr häufig und den Verleumdungen des Indianischen Lebensstils sollte immer wieder entgegen getreten werden.

Bei einem kürzlich abgehaltenen "Indian Treaty Council" in Fort Peck, diskutierten einige traditionelle Stammsoberhäupter das Abhalten von Kursen über Indianische Zeremonien von Nicht-Natives. Bernard Red Cherries, Northern Cheyenne (sundance priest) sagte: "Betet mit uns,... Aber nehmt es uns nicht weg. Es gehört uns." Verletzungen kommen vor, sogar bei den bestgeplanten Zeremonien, besonders bei den Sonnentänzen. Aber bei den traditionell Ausübenden trifft man immer besondere Vorkehrungen für die medizinische Versorgung der Tänzer und der anderen Mitwirkenden. Instrumente werden sterilisiert und der Gesundheitszustand des einzelnen wird immer mit einbezogen. Besonders wichtig ist es, dass Vermittler und Älteste als Ratgeber für die Rituale dienen. Die Stämme sind mehr als glücklich, wenn sie Älteste versammeln können, die bewährte und überlieferte Regeln dieser zeremoniellen Praktiken kennen. Menschen eben, die wissen, wie man es "richtig macht". Das ist essentiell.

Kopfüber in den Gebrauch der traditionellen Medizin und der Rituale hineinzuspringen, ohne sorgfältige Anleitung, wenn niemand genau weiss, was erlaubt und was möglich ist, ist nicht anzuraten. Nicht nur, dass das ein missachtender Umgang ist, muß auch gesagt werden, dass die Verwendung von Indianischen Lebensstilen eine potentiell gefährliche Sache sein kann.


Verf. unbek.


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