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Das Grundthema der Gralsgeschichte ist der Verlust des Heiligen
Grals.
Eigentlich nicht der Verlust, sondern die Suche danach, die "Queste".
Die Geschichte ist keine larmoyante Erzählung, in der um den Verlust
der Harmonie geweint wird, sondern eine Ermutigung, sich selbst
auf die Suche zu machen. Die Gralsritter sind Helden, die mit ihren
je verschiedenen Eigenarten auf ihre Weise versuchen, die Aufgabe
zu lösen.
Dies ist nach der Legende der Kelch des Letzten Abendmahles,
mit dem das Blut Jesu am Kreuz aufgefangen wurde.
Was natürlich an sich ein bisserl widersinnig ist - ich geh
doch nicht mit einer Suppenschüssel oder einem Rotweinglas (oder
halt damals einem wahrscheinlich aus Holz geschnitzten Trinkbecher)
zu einer Hinrichtung, hole mir unbeobachtet von den Wachen ein paar
Tropfen Blut des verehrten Hingerichteten. Abgesehen davon, mag
die christliche Gemeinde damals auch im verborgenen gewirkt haben
(was am Anfang so auch nicht stimmt, da sie ja ursprünglich nur
eine von vielen jüdischen Sekten waren), sie hätten diese wundertätige
Reliquie sicher nicht versteckt, sondern doch viel eher als Beweis
der Auferstehung herumgezeigt bzw zumindest darüber was überliefert.
Diese Geschichte [...]
zeigt [...], was mit unserer Gesellschaft geschehen ist, nämlich
der Verlust des Weiblichen.
Oder, wie schon oben erwähnt, die Suche danach... damals, in der
Hochblüte der Ritterzeit, als solche Stories "mega-angesagt" waren,
gabs ja die Verehrung des "Weiblichen" in der Form des Minnesanges
und der Kämpfe zur Ehre der verehrten Frau. Nun aber zu den keltischen
Kesseln: Ich bin zwar Werners Meinung, dass der Kessel ein dem christlichen
Kreuz entsprechendes Symbol ist (wenn man es als Symbol der Auferstehung
sieht). Aber der Kessel ist noch viel mehr: der Kessel war für die
Kelten ein vielschichtiges, natürlich (insofern hat Werner natürlich
Recht) der Göttin zugeordnetes Symbol, aber ein Symbol des ewigen
Lebens: der Kessel, aus dem im Diesseits munter gespeist wird (natürlich
die Gaben der Mutter Erde), ist auch der Kessel, in dem die Toten
wiedererweckt werden (hier zB der Kessel des Bran, aus dem die im
Kampf Gefallenen als zombie-ähnliche Krieger wieder herauskommen),
klar, alles kommt von der Mutter, und geht wieder zu ihr zurück,
um aus ihr wieder geboren zu werden - der Zyklus von Geburt - Leben
- Tod, der ein zutiefst weibliches Geschenk ist.
Da die Göttin nun im Christentum
keine Bedeutung mehr hatte, machte man aus dem weiblichen Kessel
den Kelch mit dem Blut Christi. Ein solches Vorgehen ist typisch.
Hm - für die Christen ist Auferstehung einfach untrennbar mit Jesu
Tod und Auferstehung verbunden, Jesus, Sohn der Maria, hat sie ihrer
Meinung nach erlöst. Die Mutter, die immer im Hintergrund ihres
Sohnes steht (schon bei seinem ersten "Wunder", der Verwandlung
von Wasser in Wein), ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der
christlichen Religion. Sie ist zwar im Laufe der "männlichen Machtübernahme",
sprich bei Erklärung des Christentums zur Staatsreligion und der
darauf folgenden Anpassung der Kirchenämter an die vorhandenen staatlichen
Ämter (römischer Machart) in der Versenkung verschwunden - die Marienverehrung
war immer einerseits eine weibliche Eigenart, andererseits auch
eher auf das "gewöhnliche Volk" beschränkt (inklusive dem niederen
Klerus, der auch massgeblich an der Rettung des "heidnischen" Feste
ins Christentum beteiligt war) beschränkt.
Das "gegrüsset seist du Maria" und der Rosenkranz sind ja eigentlich
eine Huldigung an die Göttin, die eingefügten "Jesus-Sätzchen" zeigen
eigentlich nur auf, dass der Sohn das ohne die Mutter nie geschafft
hätte.
Ich möchte nun nicht weiter auf Werners Artikel eingehen, bis auf
zwei Kleinigkeiten: Die Personen Anfortas und Kundry, ja nicht einmal
Parzival ist original arturianisch: hier wären die Symbole aller
vier Elemente: Stab/Lanze - Kessel/Schale - Schwert und Platte/Stein
zu erwähnen, die versteckt auch in den Gralsgeschichten vorkommen
- alle nicht christlich.
Sicher stammt das Wort "Materialismus" in weitester Folge von "Mater",
aber ich seh das so: Mater ist die Mutter Erde, von der alles "Greifbare",
d.h. die Materie, stammt. Aus dem Wort Materie (die eigentlich under
Erbe darstellt) kommt der Materialismus, also im negativen Sinn
die Ausnutzung (statt Benutzung) der Materie.
Aber meine Konklusio der Geschichte um die Suche nach dem Gral sieht
so aus:
Es ist an der Zeit,
dem Beispiel der Gralsritter zu folgen
die Herausforderung der Queste auf uns zu nehmen
die Wiedergeburt des Menschen zu suchen
der mit der Natur wieder eins wird
die Wiedergeburt des Menschen
der an etwas glaubt
das weiblich ist und männlich
das Schale ist, die aufnimmt und wieder gibt
das Stab ist, der blüht und Blätter trägt
das Stein ist, der fest steht und hält
das Schwert ist und teilt und wieder zusammenführt.
So mote it be.
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