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Viele, die das Wort Polarität lesen, denken zuerst
an das Männliche und Weibliche. Wie ich in den anderen Artikeln
beschrieben habe, ist dies nicht das ursätzliche Prinzip, sondern
eher der Ausdruck des Grundprinzips der Polarität. Aber eines
steht fest: Das männliche und weibliche Prinzip ist ein besonders
deutliches und für die meisten Menschen auch ein wichtiges
Kennzeichen der Polarität. Kaum jemand wird sich dieser Spannung,
die zwischen Männlich und Weiblich entsteht, entziehen können.
Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass wir von dem dualistischen
Denken des Juden-Christentums so unglaublich stark geprägt
sind, dass wir diese Prinzipien (also Gut und Böse und den
Kampf dieser beiden Gegensätze) automatisch auf die Prinzipien
der Polarität übertragen. Wir tendieren also dazu, auch
in der Polarität den Kampf zwischen Gut und Böse zu sehen
und somit wird auch der Kampf der Geschlechter zu etwas,
das wir als natürlich gegeben betrachten. Dass eine Religion
oder Weltanschauung, die über viele Jahrhunderte vorherrschend
ist bzw. war, unser Denken und Handeln beeinflußt (meist sogar
ganz unbewußt) ist wohl ausser Frage. Es muß also nicht
verwundern, wenn Leser bei dem Wort Polarität sofort
an den Geschlechterkampf denken und eben leider auch daran, dass
ein Konkurrenzkampf zwischen Männern und Frauen naturgegeben
sei. Diese von der christlichen Lehre immer wieder aufs Neue gepredigte
falsche Information (siehe Genesis, siehe die Briefe von Paulus,
etc.), verbunden mit der Vorherrschaft des Mannes, hat das Denken
eines jeden Einzelnen in fast unglaublicher Weise konditioniert.
Ich habe mir viele Beleidigungen wegen meiner Philosphie anhören
müssen, die wahrscheinlich alle auf dieses konditionierte Denken
und somit auf das völlige Mißverständnis über
das Wesen der Polarität zurückgehen. Dies ist also nur
ein weiterer Beweis dafür, wie schwer wir es heute immer noch
haben, das Männliche und das Weibliche vorurteilsfrei zu betrachten.
Ich gehe nun mal davon aus, dass meine Leser/innen die anderen
Artikel über die Polarität gelesen haben und somit wissen,
was ich grundsätzlich mit Polarität meine. Wenn wir also
verstanden haben und es akzeptieren können, dass polaritäre
Gegensätze IMMER gleichwertig sind und sich gegenseitig bedingen,
dann kann man es auch nicht in Frage stellen, dass dies für
Männer und Frauen ebenso sein muss. Wichtig ist, dass man die
GLEICHWERTIGKEIT nicht mit GLEICHHEIT verwechselt. Das Wesen der
Polarität ist ja gerade die Verschiedenheit. Männer und
Frauen müssen also verschieden sein, jedoch gleichwertig.
Nun wird heute oft ein, nach meiner Meinung, wesentlicher Fehler
gemacht, indem man glaubt, Männer und Frauen müssen gleich
sein, weil ja auch in jedem Mann ein weiblicher Hormonanteil ist
und in jeder Frau ein männlicher Hormonanteil. Diese gegenteiligen
Anteile sind sogar sehr wichtig. Eine Frau würde zum Beispiel
keinerlei Freude am Sex haben ohne den Anteil an Testosteron und
Männer würden zu aggressiv sein ohne einen Anteil an Östrogen.
Aber daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, dass diese Anteile
gleich sein müßten, wäre grundverkehrt. Obwohl jeder
einen Anteil vom anderen Geschlecht hat, wird doch niemand glauben,
dass es sinnvoll sei, diese Anteile in einem Individuum in gleichen
Teilen zu haben. Es gibt einige wenige Menschen, die tatsächlich
nicht wissen, zu welchem Geschlecht sie gehören. Diese Menschen
sind nicht glücklich. Warum die Natur solche Formen hervorbringt,
wissen wir nicht. Aber sicher ist, dass dies nicht als die Norm
gedacht ist. Männer werden also immer Männer bleiben und
Frauen werden immer Frauen sein, auch wenn jeder einen kleineren
Anteil vom anderen Geschlecht hat. Gegen dieses Naturgesetzt anzukämpfen,
wäre Unsinn und würde uns nur unglücklich machen.
Viel mehr Sinn macht es, sich als Mann bzw. als Frau zu akzeptieren
und dazu gehört dann allerdings auch, diese Anteile vom anderen
Geschlecht mit zu akzeptieren oder sogar zu lieben und zu schätzen.
Wenn also ein Mann gerne kocht oder eine Frau gerne ihr Auto selbst
repariert, dann ist das ganz in Ordnung und hat nichts mit unnatürlichem
Verhalten zu tun.
In einem sehr interessanten Posting im WurzelWerk-Forum schrieb
Elysha: Ich selber war lange gefangen in der Vorstellung,
dass Männer und Frauen einfach verschieden sind und sich niemals
verstehen KÖNNEN.
Diese Vorstellung, dass man sich nicht verstehen könne, weil
man verschieden ist, ist offensichtlich weit verbreitet. Aber nochmals:
das ist eine Prägung, die uns das Christentum beschert hat!!!
Und zwar liegt der Irrtum darin, anzunehmen, dass wir uns nicht
verstehen können, weil wir verschieden sind! Freilich sind
wir verschieden, aber warum sollen wir uns deshalb nicht verstehen
können oder es lernen? Das Christentum hat alles daran gesetzt,
dass wir uns nicht verstehen. Wenn Mädchen und Buben in getrennten
Klassen unterrichtet werden, dann können sie nicht lernen,
sich zu verstehen. Wenn die Arbeitswelt in strikte Männer-
und Frauenberufe getrennt ist, dann können wir ebenfalls nicht
lernen, uns zu verstehen. Die Trennung der Geschlechter, die falsche
Sex-Moral und das Patriarchat haben dazu beigetragen und tragen
immer noch dazu bei, dass wir diese falsche Vorstellung beibehalten.
Wenn wir die Prinzipien der Polarität wirklich verstanden
haben, dann werden wir uns gegenseitig ehren und achten. Und zwar
nicht, OBWOHL wir verschieden sind, sondern gerade WEIL wir verschieden
sind! Ein Geschlechterkampf wird somit ad absurdum geführt.
Es gibt nichts auf dieser Welt, was mehr Freude und Befriedigung
erzeugt, als Verständnis und Liebe. Aus dem Verständnis
und der Liebe erwächst eine echte Partnerschaft. Eine echte
Partnerschaft setzt gleichwertige (nicht gleiche) Partner voraus,
die bewußt die gegenseitigen Vorteile schätzen, nutzen
und lieben und daraus Kraft und Stärke gewinnen. Es gibt nichts
auf der Welt was stärker ist als Menschen, die ihre verschiedenen
Fähigkeiten gemeinsam nutzen.
Es gibt viele Bücher, die über die Liebe berichten. Ich
will also über dieses Thema nicht noch ein weiteres Buch füllen.
Aber eines ist sicher: Es gibt nichts schöneres als die Liebe.
Und eine Liebe kann es im Geschlechterkampf nicht geben.
Mögen uns die Spirits dazu verhelfen, dass wir diese Einsichten
gewinnen und in unser Leben einbringen.
Mit lieben Grüßen
Werner
ICH LIEBE DICH, WEIL ICH
DICH VERSTEHE!!! (Little Tree)
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