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Ein Baum, der gestorben ist, wird Nachkommen haben, aber diese
werden nicht unbedingt ganz gleich sein wie die urprüngliche
Eiche, die einmal vor unserem Haus stand. Sicher werden die Nachkommen
wieder Eichen sein, aber ihr Wuchs wird ein wenig anders sein. So
werden auch die Galaxien verschwinden und ins scharze Loch eingesogen
werden, aber aus diesem Schwarzen Loch entsteht eine neue Galaxie,
der Urknall bringt wieder neue Materie hervor. Alles geht also weiter
und bildet einen Kreislauf. Der Kreis um das Keltische Kreuz versinnbildlicht
das. Allerdings, wenn wir lange Zeitläufe abwarten, dann sehen
wir, dass der Kreis eigentlich gar nicht geschlossen, sondern eine
Spirale ist. Alles ist in Bewegung. Die Sterne bewegen sich, selbst
wenn wir dies in unserem Leben nicht beobachten können. Auch
unsere Sonne bewegt sich, nämlich in einem Kreis in der Zeit
von knapp 25.000 Jahren. Aber auch dieser Kreis ist kein wirklicher
Kreis, denn das ganze System läuft ein Stück weiter und
somit macht die Sonne, und wir mit ihr, eine Spirale. Die Spirale
ist also das Symbol für Leben, aber darüber hinaus für
die Existenz alles Irdischen. Da wir jedoch noch nicht solange existieren
und die Erkenntnisse über die Galaxien recht neu sind, glaubte
man bisher, dass die Spirale des Lebens sich immer weiter öffnet.
Das ist aber nicht so. Die Galaxien dehnen sich bis zu einem gewissen
Maß aus und dann ziehen sie sich wieder zusammen, bis die
Sterne schließlich so nahe kommen, dass sie in einem Schwarzen
Loch verschwinden. Die Spirale dehnt sich also aus und schließt
sich wieder. Und somit sind wir wieder bei der Polarität, dem
ewigen Kommen und Gehen.
Diese Erkenntnis liegt dem Juden-Christentum nicht zugrunde. Dort
ist das Denken linear. Alles hat einen Anfang und dieser Anfang
ist bei dem schöpferischen Gott. Das Leben hat nach dieser
Weltanschauung irgendwann ein Ende und geht dann in das geistige
Leben über (Himmel, bzw. Hölle). Dieser Zustand
wird ewig anhalten, es gibt also nicht das sich wiederholende polaritäre
Kommen und Gehen. Ob Gott männlich oder weiblich ist, hat zwar
ziemliche Auswirkungen auf die soziale Struktur eines Volkes, aber
in der linearen Sichtweise generell keine Bedeutung. Ob die Schöpferkraft
männlich oder weiblich ist, hat also auf die LINEARE Denkweise
keinen Einfluß. Dass die lineare Denkweise natürlich
zusätzlich auch die soziale Struktur verändert bzw. beeinflußt,
dürfte klar sein.
Dies ist nun der Grund, warum ich sage, das Denken und Verstehen
in der polaritären Weise ist neu. Allerdings gibt es Anhaltspunkte,
die darauf hinweisen, dass zumindest in Nordeuropa, insbesondere
im keltischen Bereich und auch davor, z.B. in der Megalithkultur,
dieses polaritäre Denken bekannt war. Es würde hier zu
weit führen, darauf weiter einzugehen. Wer sich dafür
interessiert sei auf das Buch verwiesen: The Sun and the Serpent
von Hamish Miller und Paul Broadhurst. Es ist im Pendragon-Verlag
in London erschienen. Ob es in deutscher Sprache vorliegt, weiß
ich leider nicht.
Die polaritäre Denkweise ist uns zur Zeit noch recht fremd.
Es ist gewissermaßen entgegen dem Trend, der dahin geht, dass
man die Einheit sucht. Man glaubt, dass die Trennung in die beiden
Pole, also auch das Männliche und Weibliche, mit der Entstehung
der Materie, also mit der Erschaffung der Welt, entstanden ist.
Das ist natürlich eine Glaubensrichtung, die man annehmen kann
oder auch nicht. Es ist also müßig, darüber zu streiten,
ob die eine oder die andere Meinung die richtige Meinung
oder gar Religion ist. Nach meinem Verständnis macht es jedoch
viel mehr Sinn, die Polarität als das Grundmuster des Seins
zu betrachten, denn nach unserem heutigen Verständnis ist es
ziemlich sicher, dass eben alles entsteht und vergeht, wieder entsteht
und vergeht, ohne Anfang und ohne Ende. Eine Erschaffung der Welt
gibt es demnach also nicht und somit auch niemand, der dies alles
erschaffen hat, gleichgültig ob Gott oder Göttin oder
auch mehrere Götter.
Was in dieses Konzept hineinpaßt, das ist die Erkenntnis,
dass das spirituelle Sein der Gegenpol zum materiellen Sein ist,
wie mir der Berg in Neuseeland visionär gezeigt hat. All diese
Gedanken sind nicht aus mir selbst heraus entstanden, sie sind ein
Geschenk des Mount Taratara und ich glaube auch, ein Geschenk meiner
Vorfahren, die durch den Berg als Kommunikationsmittel diese Botschaft
übermittelt haben. Wenn ihr wollt, kann ich euch ein andermal
darüber berichten, warum ich zu dieser Annahme komme. Aber
ich will mich nicht verzetteln, und das für heute mit dieser
kurzen Bemerkung bewenden lassen.
Wenn wir also einesteils glauben, dass wir - und alle Materie ebenso
- uns immer wieder re-inkarnieren, auf der anderen Seite aber an
einen Schöpfer glauben, dann stimmt nach meinem Gefühl
diese Theorie nicht ganz zusammen. Sie ist nicht rund und schlüssig.
Aber es wird für heute zu lang. Ich werde also über Spirit
und Materie das nächste Mal weiter schreiben.
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