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Vorab ein paar
Worte in Bezug auf Authentizität und Quellen:
Dies ist Annas und meine Sichtweise der Dinge die zu einem beträchtlichen
Teil mit den Grundlagen des Gardnerianischen Wicca und der
Westlichen Mysterien-Tradition konform gehen mag. Obwohl
diese Sichtweise von uns weitergegeben wird, erhebt sie jedoch in
keinster Weise den Anspruch als generelle Lehrmeinung oben genannter
Traditionen gesehen zu werden.
Es ist uns Menschen nicht möglich, der Polarität zu entrinnen
so lange wir auf der stofflichen Ebene verweilen. Nichts auf dieser
Welt existiert ohne sein Gegenteil oder seinen Gegenpol!
Das Absolute erschuf durch die Bewusstwerdung Ihrer selbst die Polarität,
ja Multiplizität. Aus Eins wurde Zwei, die fundamentale Opposition.
Dieses Erkenntnis ist so alt wie die Menschheit selbst und ist in
unzähligen Mythen der Welt anzufinden. Als Beispiel sei hier
der ewige Konflikt zwischen Seth und Horus erwähnt.
Doch gleichzeitig mit dem Fall in die Polarität entstand die
Triplizität. Polarität ist ein statisches Konzept. In
einer polaren Welt kann nichts geschehen. Zum Beispiel weiblich
und männlich alleine ist nicht genug. Was zur Interaktion benötigt
wird ist ein dritter Faktor, eine Beziehung wie z.B. Liebe, Hass,
etc. Dieses Konzept spiegelt sich in den sog. Dreifaltigkeiten der
Religionen wieder.
Wenn wir dieses Konzept auf die kabbalistische Glyphe des Lebensbaumes
übertragen so sehen wir, dass die obersten drei Sephirot durch
den Abyss vom Rest des Baumes getrennt sind. Dies bedeutet, dass
wir uns bisher in einer Welt der abstrakten Ideen bewegten.
Der nächste Schritt - in die Quadruplizität - bringt uns
in die Welt der Stofflichkeit, die materielle Welt, in der wir leben.
War die Polarität die abstrakte Spannung, die Triplizität
die spirituelle Beziehung, so können wir die Quadruplizität
als das übergeordnete Prinzip der Materie betrachten.
Die vier Bausteine der Materie sind die all-bekannten vier Elemente
nämlich Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dies wird durch das Symbol
des Kreuzes ausgedrückt. Es ist eines der ältesten Symbole
der Menschheit und repräsentiert die Sonne in ihrer ursprünglichen
Form als Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten. Manchmal finden
wir das Kreuz in einen Kreis geschlossen und auch die Versinnbildlichung
der Bewegung des Kreuzes durch die Swastika ist wohlbekannt. Jeder
Balken steht stellvertretend für ein Element und somit auch
für die damit verbundene Himmelsrichtung, Jahreszeit oder das
Temperament.
Dieses Kreuz, manchmal Keltisches Kreuz genannt, ist nicht mit dem
christlichen Kruzifix zu verwechseln. Timothy Freke und Peter Gandy
beschreiben in ihrem Buch 'Jesus and the Goddess, the secret
teachings of the original Christians' die ursprüngliche
Form des Kruzifixes:
"The crosses that were used for crucifixions were T'-shaped
and in Jewish mythology Moses lifts up a serpent on a T'cross in
the desert, which was understood as a pre-echo of the image of Jesus
on the cross. For these reasons, the early Christians thought of
the cross as'T'-shaped. The ankh, therefore, would have been seen
as the cross of Jesus below a circle. The circle is a symbol of
wholeness and nothingness. [
] Below the circle, the kenoma
is cut in two by the descending vertical axis of the cross, representing
the Mystery made manifest through duality. [
] Wanting self-knowledge,
the One becomes two. The mystery becomes the viewer and the mirror.
[
] From these two - thinker and thought - comes the cosmos."
Sowohl dieses Buch als auch 'The Jesus Mysteries' von Freke/Gandy
sind dem an der Materie interessierten wärmstens zu empfehlen.
Sie relativieren die absoluten Ansprüche des Christentums und
diskutieren das Verhältnis zwischen Christentum und Paganismus.
Nachden wir nun
eine gute Vorstellung von der Einbindung der Polarität in die
Kosmologie haben, können wir uns der Idee des Göttlichen
zuwenden.
Viele Religionen wie z.B. auch das Christentum sehen das Göttliche
als transzendent. Dies bedeutet, dass ein Schöpfergott etwas
ausserhalb von sich selbst kreiert und von seiner Kreation getrennt
existiert. Folgen wir aber unserer oben beschriebenen Theorie das
alles aus dem Einen entstand und Teil desselben ist, so erkennen
wir, dass alles den göttlichen Funken in sich tragen muss,
das Göttliche ist also immanent.
Dies ist auch die Grundidee in Wicca und verwandten Traditionen.
Da wir Menschen weiblich und männlich polarisiert sind, schufen
wir die Göttin und den Gott zum besseren Verständnis des
grösseren Mysteriums. Durch Gott und Göttin versuchen
wir uns dem unlösbaren Rätsel des All-Einen, des Lebensfunkens,
der Essenz zu nähern. Ein Weg dahin mag die Erkenntnis um den
göttlichen Funken in uns sein. Wenn wir erkennen, dass Mann
und Frau gleichwertig aber polaritär verschieden sind und den
jeweils entgegengesetzten Pol benötigen um zur Einheit zurückkehren
zu können, sind wir dem Mysterium ein ganzes Stück näher.
"And thou who thinkest
to seek for me, know thy seeking and yearning shall avail thee
not, unless thou knowest the mystery; that if that which thou
seekest thou findest not within thee, thou wilt never find
it without thee, for behold I have been with thee from the
beginning and I am that which is attained at the end of desire."
(Doreen Valiente, Charge of the Goddess)
Blessed Be
Reverends Anna and Peter,
Highpriestess and Highpriest of the Craft
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