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Was überleg ich mir im Vorfeld
und die Perspektiven davon
Was bringt mir so ein Coven dann?? Eine Elferfrage!! Covenleben kann
alles bringen, was mensch sich so in einsamen Stunden erträumt,
aber es gibt keinen einzigen Parameter an dem festmachbar wäre,
dass es dies oder jenes generell und für jeden standardisiert
bringen muss.
Gehen wir mal vom real möglichen „besten Fall“ aus.
Wenn ein Coven so funktioniert, wie ich persönlich mir das
vorstelle (und es den Göttern sei Dank auch schon erlebt habe,
wenn auch nur für abgezirkelte Zeiten und mit einer relativ
geringen Anzahl an Mitwirkenden...), dann bietet dieser Coven eine
Art Heimat für
die Seele. Daher kommt wahrscheinlich auch der Familienaspekt,
der in Gesprächen von etlichen Covenmitgliedern in den Vordergrund
gestellt wird. Mensch teilt mit anderen Menschen seine intimsten
Gedanken und teilweise auch seine intimsten Erlebnisse - weil beim
Ritual ja jeder "sein" und nicht "darstellen" sollte.
Finger weg von Covenprojekten, wenn ich an Einsamkeit leide und
eine Ersatzfamilie suche - vielfach habe ich dann auch Konzepte
von Freundschaft oder Nähe
im Kopf, die real nicht lebbar sind.
Es entsteht durch die Arbeit meist eine Nähe, die nicht einmal
in einer Freundschaft (in der mensch sicherheitshalber meist doch
noch die eine oder andere Maske anbehält) besonders häufig
zu finden ist. Die Mitglieder eines derartigen Covens haben das
Gefühl,
dass sie alle an einer gemeinsamen Sache arbeiten, in einem gemeinsam
aufgebauten Universum leben, mit dem Coven quasi eine Wesenheit
erschaffen haben und beleben, die mehr ist als die Summe der Einzelmitglieder.
Finger weg von Covenprojekten, wenn ich in Wahrheit nicht bereit
bin, auch "das Herdentier" zu geben, sondern vornehmlich
darin Erfüllung finde, wenn ich zwar Echo erhalte, aber nichts "vorgeschrieben" bekommen
kann oder mich stets vorbehaltlos unterordne.
Das Gefühl der Einheit lässt sich auch an real greifbaren
Ergebnissen festmachen, die oftmals die Ergebnisse der Soloarbeit
weit übertreffen.
Finger weg von Covenprojekten, wenn ich hauptsächlich darauf
aus bin, egal auf welchem Weg ausschließlich die für mich optimalsten
Ergebnisse zu erzielen.
Es entsteht eine Art „Gruppenvertrauen“, weil jeder
beim Erzielen der Ergebnisse seinen Teil dazu beitragen hat und
somit
sicher sein kann, Teil des Ganzen zu sein (der auch fehlen würde,
wenn er nicht da wäre - also niemand beliebig austauschbar
ist). Finger weg von Covenprojekten, wenn ich Nähe und Offenheit
nicht mit allen Konsequenzen bewusst erleben will und Schwierigkeiten
habe, mich anderen Menschen gegenüber wirklich zu öffnen.
Jeder Einzelne findet und gibt Rückhalt bei Problemen oder Fragestellungen.
Daraus folgt, dass auch jeder seinen Platz wirklich ausfüllt
und sowohl in der Lage ist, tatsächliche Hilfe zu geben als
auch konkret um Hilfe zu bitten, wenn es nötig sein sollte.
Finger weg von Covenprojekten, wenn ich entweder an chronischer Bedürftigkeit
oder einem Samariterkomplex leide.
Ehrliche Antworten, um den Covengeschwistern Dinge von außenstehender
Warte betrachten zu lassen, sind dabei üblich und „soziale
Antworten, um des guten Friedens oder des guten Auskommens Willen“ eher
unüblich. Finger weg von Covenprojekten, wenn ich Schwierigkeiten
habe meine Meinung zu finden, zu meiner Meinung zu stehen,
meine Meinung adäquat auszudrücken oder dafür bekannt
bin, keine anderen Meinungen zu akzeptieren.
Durch diese Gruppendynamik erübrigen sich Minderwertigkeitsgefühle
ebenso wie persönliche
Höhenflüge, weil jeder einen Platz hat und an diesem
durch sich selbst und unterstützt von allen anderen wachsen
kann und soll. Finger weg von Covenprojekten, wenn ich ein Problem
mit meinem Selbstwert, meiner Selbständigkeit oder meiner
Kritikfähigkeit habe.
Covenarbeit bedeutet für jeden Zeitaufwand und Hingabe (so
pathetisch das klingen mag in mancher Leser Ohren). Coventermine
sind keine Pflichttermine
(im Sinn von "da muss ich ja auch noch hin; das muss ich ja
auch noch erledigen, etc.). Ein Coven ist kein Hobby, sondern ein
Lebensprojekt. Finger weg von Covenprojekten, wenn ich zu den ewig
Gehetzten gehöre, die sich selbst die Klopause abzwacken müssen,
weil sie derartig viel um die Ohren haben!
Ein Coven hängt von jedem einzelnen Mitglied ab und je unrunder
die einzelnen Mitglieder sind, desto unrunder wird auch die ganze
Covenpersönlichkeit
(die ja ein Spiegel jedes Einzelnen ist). Kompensation von Macken
Einzelner ist selten ein Weg, den ein Coven längere Zeit überleben
könnte. Deshalb ist jeder dazu angehalten selbst an seinen Macken
zu arbeiten und gegebenenfalls um Hilfe zu bitten, falls die eigenen
Möglichkeiten nicht ausreichen. Finger weg von Covenprojekten,
wenn ich vornehmlich auf der Suche nach einer Encountergruppe bin,
um meine persönlichen
Probleme in den Griff zu kriegen oder mir die heile Welt per se
erwarte.
Wozu soll ich mir dann noch Gedanken
machen... soo perfekt bin ich nicht!!
Das klingt nun natürlich alles sehr trocken, strikt und grimmig.
Wunderwutzis sind wir alle nicht, niemand ist perfekt und jeder
darf Fehler machen.
Ich habe diesen Teil deshalb so drastisch beschrieben, weil ich deutlich
aufzeigen wollte, welche Fallen an Selbstbetrug, rosa Brillen, wunderschöner
Traumvorstellungen es so gibt. Genau das verurteilt nämlich
viele Covenstarts schon zum Scheitern, bevor sie großartig
Zeit hatten, sich zum Covenleben entwickeln.
Mein Tipp: wenn ich bereit bin, mein Leben tatsächlich und real
der Craft zu widmen, mensch könnte auch "weihen" dazu sagen (mich
den Anforderungen nach bestem Wissen und Gewissen zu stellen und
ich dazu
auch die realen
Möglichkeiten
habe), mir vorstellen kann, allein zu arbeiten aber auch im Kontakt
mit anderen
Menschen aufzugehen, ohne mich selbst zu verlieren - dann ist es
durchaus sinnvoll sich auf die Suche nach einem Coven zu machen.
Ist der eine oder andere oben genannte Suchgrund aus der "Finger-weg
Kathegorie" als Nebengeräuch vorhanden, dann ist das nur natürlich
und wichtig für sich selbst, sich darüber im Klaren zu sein.
Obwohl ich der Meinung bin, dass für jeden von uns ganz bestimmte
Erfahrungen gemacht werden müssen (dem ganz persönlichen
Leben entsprechend und kaum zu verallgemeinern), ist es natürlich
legitim sich die Umstände dazu so gut es geht selbst auszusuchen.
Deshalb hier ein paar Gedanken zu den Eckdaten, auf die ich eventuell
Licht werfen kann, bevor ich mich in das Wagnis Coven stürze.
Bin ich mir klar darüber, was ich in einem Coven beitragen kann
und welche Anforderungen ich an die anderen stelle? Kann ich meine
Anliegen formulieren? Bin ich bereit die Covenentität mit zu
gestalten, indem ich meinen Teil zum Covenleben beitrage (nicht mehr
als ich tatsächlich beitragen will und nicht weniger als für
den Coven selbst sinnvoll ist)? Habe ich in meinen Leben genügend
Zeit, Raum und Energie übrig um den neuen Anforderungen gerecht
zu werden? Bin ich fähig mich einer bestehenden Gruppe so anzupassen,
dass ich mich selbst nicht aufgebe, das Gefüge aber auch nicht
um meiner Willen "vorsätzlich" ummodeln zu wollen?
Das sind nur ein paar Fragen, die mir persönlich immer weitergeholfen
haben, wenn die Sehnsucht nach der vielgewünschten spirituellen
Familie wieder einmal groß war. Noch einmal betonen möchte
ich dabei den Faktor "Ehrlichkeit". Nur wenn ich mir selbst über
mein wahren Motive völlig im Klaren bin, ist die Chance gegeben,
dass ich zu einem erfolgreichen Covenleben beitragen kann.
Über
den Coven weiß ich nix??
Nachdem ich nun ziemlich deutlich beschrieben habe, was denn der
Einzelne so an sich betrachten sollte - ist es nur sinnvoll
auch darüber
nachzudenken, wie ein Coven aussehen könnte und welche Informationen
mensch sich beschaffen sollte...
Es gibt einige Punkte an denen mensch recht klar erkennen kann,
wie eine Gruppe gestrickt ist. Fragen, die eventuell interessant
sein
könnten und deren Beantwortung einen Einblick ins Covenleben
erlauben, ohne etwaige Eide zu verletzen. Fakten, die bei Treffen
beobachtbar sind, sagen ebenfalls sehr viel über die Leute im Coven
und den Coven selbst aus.
Was sind die Hauptaufgaben, die dieser Coven sich gestellt hat?
Wie ist die Arbeit strukturiert (wer macht was, wie viel Zeit und
Energie
ist für welchen "Job" zu investieren)? Treffen die
Covenmitglieder sich nur zur spirituellen Arbeit oder auch sozial?
Wie sind die Treffen strukturiert (wie lang dauern sie, was steht
alles am "Programm")? Wie präsentieren sich die Vertreter
des Covens und wie schaut die Covenstead aus? Welche Verbindungen
hat der Coven und wie werden diese gepflegt?
Es darf auch sein, dass mir eine Gruppe nicht zusagt. Aber auch
wenn mir nur ein Mitglied von Grund auf unsympathisch ist, ich mich
in der Nähe einzelner Covener (abgesehen von anfänglicher Nervosität...)
schlecht fühle oder niemand auf Fragen oder Bedenken meinerseits
adäquat reagiert, macht es meist keinen Sinn Mitglied in diesem Coven
werden zu wollen. Wenn es so läuft, wie es imho laufen sollte, dann
werden die Covener ziemlich viel Zeit miteinander verbringen und
ständige Reiberein oder Sympathiedefizite lassen sich auf Dauer nicht
einfach wegstecken. Sollte es im Coven Regeln geben, mit denen ich
mich nicht identifizieren kann, dann macht es ebenfalls kaum Sinn
darüber zu verhandeln, der Coven ist dann schlichtweg nicht der passende.
Genauso wie der Coven das Recht hat einen Suchenden ganz einfach
abzulehnen, so hat auch der Suchende das Recht, für das Gespräch
zu danken, sich zu verabschieden und zurückzuziehen.
Ende Teil II
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