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Über Wissen versus Weisheit
Wissen ist nur der Bote, der uns zur Weisheit geleitet, nicht aber
die Weisheit selbst. Man kann Wissen erwerben, aber nicht nach Weisheit
suchen - man begegnet ihr, oftmals wenn man es am wenigsten vermutet
und erkennt sie dann als verwandt. Das Wissen setzt uns auf die
Spur der Weisheit, aber die Weisheit ist experimentell; sie ist
eine Wahrheit, die man selbst in der externen Welt erkennt, die
aber schon vorher in der eigenen Innenwelt wohnt. Weisheit kann
man nicht "lernen" - man kann sie nur erwecken. Das Wissen
gibt uns dazu das Werkzeug, aber niemals sollten wir die Werkzeuge
für den Schatz halten. In meinen Augen predigen viele Religionen
die Werkzeuge und reden so die Weisheit zu Tode, indem sie versuchen
sie so zu reduzieren um einen einfachen und leichten Gebrauch möglich
zu machen. Verschmäht diese Angewohnheit. Kahlil Gibran sagte,
dass Höhe und Tiefe sich näher sind als dem Mittelweg.
Lass dich nicht in die Irre führen - es gibt keine Fast-food-Outlets
für Weisheit. Die Einfachheit kann am besten verstanden werden,
indem man die endlosen Verbindungen in der Komplexität findet.
Einfachheit kann nicht in einem Propheten, einem Buch, einer Religion
oder einer Schule gefunden werden. Sie findet sich im ganzen Leben,
indem man von allem lernt - Leuten, Büchern, Erfahrungen, Schmerzen,
Vergnügen, der Gegenwart und aus vergangenen Zeiten. Mein Vater
sagte einmal, dass Menschen aus allem lernen können, sogar
aus dem Text auf dem Etikette einer Dose Erbsen.
Das Göttliche und wir
Die Weisheit außerhalb des eigenen Selbst zu suchen heißt,
sich vom Göttlichen in sich selbst zu isolieren und ebenso
sich von all den Menschen, die das Göttliche in sich schon
erfahren haben. Es ist eine vollkommen andere Sache zu sagen, dass
man an das Göttliche in allen Dingen glaubt als tatsächlich
zu erfahren, dass es wahr ist. Es ist eine vollkommen andere Sache
zu sagen, dass man das Göttliche in sich selbst akzeptiert,
während man fortfährt sich selbst als dem Göttlichen
unterwürfig zu behandeln. Westliche Religionen drängen
ihrem Gefolge die Göttlichkeit durch Versprechen von Freude
und Schmerz auf. Sie verlangen auch Demut von unserem untertänigen,
sündhaften Selbst. Stolz ist eine Sünde und wir müssen
uns im Namen der Dankbarkeit selber schmälern. Wir sind unrein,
mangelhaft und wagen es nicht den Göttern zu begegnen. Wir
knien, müssen uns niederwerfen und wir verkünden unsere
Wertlosigkeit.
Heidnische Weisheit will uns eher dazu bringen, uns vor den Göttern
aufzurichten, indem wir anerkennen, dass wir die Gefäße
für ihre Segnungen sind. Wir sind die Gefäße für
ihre Geschenke und so bescheren sie uns auch das Geschenk des Lebens.
Heidnische Weisheit will uns dazu bringen, die Größe
die in uns liegt ganz zu erfahren und fordert uns auf, diese Größe
in uns zu erwecken, als Ehrung der Götter. Dann können
wir voller Stolz um unsere Anstrengungen, unser höheres Selbst
ausgegraben zu haben, dastehen, auch wenn wir uns bewusst sind,
dass wir auf diesen Schatz kein Urheberrecht besitzen. Wir erkennen
es an, dass dieses Material aus dem wir schöpfen, ihr Geschenk
an uns ist. Sogar unsere Fähigkeit dieses zu tun, ist ihr Geschenk
an uns. So verstehen wir die volle Kapazität der Menschheit
mit Dankbarkeit. Wo immer jeder einzelne darum strampelt, das zu
erreichen, fehlt das Wissen, wie dieses höhere Selbst ausgegraben
werden kann. Ich werde es euch sagen, das kann niemals geschehen
indem man die Götter anfleht für einen die Arbeit zu erledigen.
Es ist der einzige Grund, warum wir uns hier auf der Erde befinden,
um das ganz alleine zu erreichen.
Wissen ist intellektuell – Weisheit ist göttlich. Je
mehr ihr euch um Wissen bemüht (alles Wissen) desto mehr Weisheit
werdet ihr erfahren. Aber, wie mich meine jüngste Tochter,
als sie gerade einmal vierzehn Jahre alt war, gelehrt hat, Wissen
und Weisheit verwenden zwei vollkommen unterschiedliche Organe um
mit uns zu kommunizieren. Das eine wird gewusst und das andere wird
gefühlt. Das Göttliche spricht zu uns durch die Seele,
nicht durch den Geist. Wissen ist nur das Tor zur Weisheit, außer
man ist ein Prophet oder ein Verrückter. Aber neidet ihnen
nicht den scheinbar einfachen Erfolg, sie leben weder lang noch
leben sie gut.
Wenn dir Weisheit enthüllt wird - erklärt sie sich nicht
selbst – sie enthüllt sich selbst in voller Blüte,
wie Manna vom Himmel auf einem silbernen Teller. Sie erwacht im
Inneren als allumfassend Flut warmer Helligkeit oder wie ein Blitz,
der dich erschreckt und versteinert. Deshalb nennen die Weisen sie
auch Erleuchtung. Weisheit verlangt nicht nach Verdauung, Befreiung,
Debatte oder Zerlegung durch Glauben oder Vernunft. Sie atmet in
dir als ruhige Sicherheit und vollkommener Frieden. Genau dann erkennst
du durch den Geist, dass dieses Wissen immer schon in dir war, und
es bloß darauf gewartet hat, von dir gefunden zu werden. Von
Kopf bis Fuß hast du alles was du brauchst um einzigartig
zu werden.
Meine Erfahrung
Weil ich in drei Philosophien großgezogen wurde, wurde ich
geboren und studierte quasi vergleichende Religionswissenschaften,
mit meine Mutter als Heidin/Katholikin und meinem Vater als Buddhisten.
Dieser Schönheitsfehler in der westlichen gegenüber der
östlichen Philosophie, die Göttlichkeit den Anhängern
aufzunötigen, erfordert, dass die Anhänger darin trainiert
werden, wie sie das Göttliche wahrzunehmen haben. Sie lehren,
dass Gott im Außen sei – außerhalb des Menschen,
in spirituellen Gefilden lebend. Sie lehren ihren Anhängern,
dass es das Ziel im Leben sei, das Göttliche zu verinnerlichen
und dass das nur durch Wissen erreicht werden könne: Schriften
(Worte), Gesetze (Worte) und bittende Gebete (Worte). Viele der
Anhänger versagen bei der Erreichung dieses göttlichen
Zieles, weil Wissen die Sprache der Menschen ist. Dieses Versagen
ist durch den langsamen Rückgang der Gläubigen in den
letzten Jahren zu belegen. Die östliche Philosophie lehrt,
dass das Göttliche nur in Lebendigem wohnt – nur im Leben
– nur in dir. Östliche Philosophen werden geboren und
erreichen dabei schon das Ziel der westlichen Philosophie. Während
du lebst, bist du der Verwalter des Göttlichen in dir. Das
Wissen sagt dir, dass dein Vermögen zu lieben, der Beweis dafür
ist, dass die Seele existiert und deine Seele ist der Beweis, dass
das Göttliche existiert. Jedoch ist Liebe keine intellektuelle
Erfahrung; das allein sollte schon darstellen, welches Vehikel das
Göttliche benutzt um Weisheit zu enthüllen.
Es gibt Weisheit in der Natur und Wissen in der Wissenschaft. Die
Natur lehrt uns was funktioniert und was nicht funktioniert. Das
Wissen lehrt uns, wie wir unsere Sinne gebrauchen, die Natur beobachten,
wie wir sie auswerten, wie die Lektionen des Lebens aufzeichnen
können, und wie andere vor uns genau dasselbe getan haben.
Zuerst lernen wir Lebensweisheit durch Erfahrung, (normalerweise
schmerzliche Erfahrung) und dann, während wir wachsen, erkennen
wir die Weisheit im Leben an Beispielen. Durch Wissen und Weisheit
beseitigen wir die Angst, die vom Unverstand hervorgerufen wird.
Wir fangen an zu verstehen, wer wir sind und warum wir hier sind.
Wir erkennen das Straucheln anderer, während sie nach ihrem
Weg suchen, mit Großzügigkeit, und wir entwickeln ein
scharfes Bewusstsein und die Liebe für das Wunder, das sich
Leben nennt – das inkludiert auch uns selbst.
Der Weisheit Schluß
Es gibt keinen Zauberspruch um das zu erreichen. Weisheit ist eine
lebenslange Erfahrung. Du musst Wissen suchen um die Weisheit zu
erwecken. Je mehr wir wissen, desto mehr wird uns klar, was wir
nicht wissen. Je weiser wir werden, desto mehr spüren wir,
dass es noch viel mehr Weisheit zu entdecken gibt. Mit jedem Schritt,
werden wir im Angesicht des anderen größer, wir werden
größer im Angesicht der Götter und darauf folgt,
dass die Götter in uns auch größer werden. Indem
wir dieses Wissen erfahren, finden wir wahre Bescheidenheit und
Frieden von innen nach außen.
Aber verwendet den Zauberspruch trotzdem, um diese erste Tür
zu öffnen.
Mein herzlicher Dank gilt Ardriana,
die so freundlich war, ihren Artikel zur Übersetzung zur
Verfügung
zu stellen. Blessed be, Ardriana and my heartfelt thanks! Anufa
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