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Selbstgestrickte Denkmuster?
Ich mag also meine spirituelle Entwicklung
nicht Denkmustern und "Fahrplänen" überantworten,
die aus jenseitsgerichteter Offenbarungsreligion stammen. Nicht,
weil ich was gegen die hätte, sondern weil ich so an´s für
mich falsche Ziel geriete. Schon der Begriff Spiritualität
enthält in meinem Diesseitskult ganz andere Komponenten als
für eine Offenbarungsreligion erforderlich sind. Wüsste
wirklich nicht, wie ich "an die Natur" und ihre vielgestaltigen
Geschöpfe glauben sollte. Die Kräfte, die ich meine Götter
nenne, sind mir so nah und überall und jederzeit sinnlich
erfahrbar wie Feuer und Eis (die ja auch unterschiedliche "Erscheinungsformen" haben
und in unterschiedlichen "Zuständen" jeweils unter
bestimmten Bedingungen auftauchen bzw. vorkommen – aber all
diese Bedingungen haben mit direkter Situation und wirklicher Umgebung
zu tun – nicht mit gedachten oder denkbaren Gebilden). Obwohl
man natürlich auch darüber nachdenken kann und Gedankengebäude
bilden. Aber man sollte die Landkarte nicht mit der Landschaft
verwechseln – und schon gar nicht Landkarten nachlaufen,
die völlig andere Landschaften abbilden, als die, in denen
man sich befindet – oder wo man hinwill.
Müssen wir dran glauben?
Nein. Müssen wir nicht. Zumindest
nicht: glauben. An was auch immer. Ganz bestimmt nicht: an Ásatrú.
Odin und Thor. Oder Freyja und Hlin, Lofn und Fulla, Syn oder Gefjon,
Hel oder Idun, Gna, Sif, Gjerda, Skadi oder Sunna oder... (um mal
ein paar geile Weiber aufzulisten: für die von euch oder uns,
die Ásatrú so rum oder so rum für ach so "maskulin" halten...
hey, leckt euch an der Unterpore, und erlangt Erleuchtung und Erkenntnis...)
Wir müssen sowieso - überhaupt nichts. Außer
sterben. Aber das ist relativ. Relativ relativ. Á satrú leben:
das ist was anderes. Nach innerer Überzeugung, körperlich
erfahrener, leben. Ist was anderes. Als glauben. Ásatrú ist
bestenfalls heutige Rezeption germanischer Kultur: germanischen
Denkens, Fühlens, Handelns. Alt wie neu. Das glaube ich nicht.
Das weiß ich nicht einmal. Es ist das, was ich mache. Nichts
anderes kann ich tun.
Könnte exakter sagen: Ich praktiziere es. Aber das klingt
mir nicht poetisch genug. Poesie aber ist die Magie der Träumer.
Ohne sie: keine Wirklichkeit. Und, Ihr hehren Ásatruar,
Ihr Kinder von Tyr und Thor: Sagen nicht die Wicca, das Universum
sei "ersungen"? Wie – das gilt für Euch nicht,
weil Ihr doch keine Wicca seid? Hat das wer behauptet? Dass Ihr
zu Wicca würdet, sobald Ihr ein Bild dieser Herkunft auf Euch
einwirken lasst? Ich bin auch kein Wicca, ich bin Ásatrú.
Und was für einer! Ein Enkel des Donnergottes – oder
Ullr Schneesurfers Bogenschütze. Ganz wie Ihr wollt. Ihr braucht´s
ja nicht zu glauben. Aber, um der Poesie oder des Respekts vor
Träumen
Willen: Geht in die Knie. Vor der Schöpfung. Vor dem Wunder
eigenen Da-Seins – und achtet die Bilder der anderen. Manche
halten Erkenntnisse bereit, und selbst Heimdall lässt sie
durch. Seid ungläubig – bleibt ehrlich: Euch treu – aber
lasst Euch beeindrucken. Und erweist Respekt und Ehre. Auch wenn´s
nur Kolleginnen sind: die ein bisschen anders ticken. Als du. Und
lernt. Was Ihr könnt. Die "Germanen" – die
von damals, vor vielen Jahrhunderten. Die hätten es getan.
Auch: sich ggf. ersungene Universen "reingezogen", meine
ich. Es gibt nichts "Reines"! Außer vielleicht
in den antiseptischen Räumen der Computerchiphersteller. Die
sind "clean" – und ihre Produkte entsprechend störanfällig.
Natur aber ist schmutzig. Ein Gemisch, immer. Die weiß schon
warum, die olle Natur.
Fühlst du dich "überfremdet"?
Ich fühle
mich BE-fremdet. Von Heiden, die gern behaupten, dass "alles
eins" sei. Aber dann auf platt erlesenen Buchstaben ihrer
Tradition beharren wie der Beamte hinterm Schalter auf seinen Formularen.
Und nicht mehr zu erkennen mögen, was für eine Macht
einem Traum innewohnt. Einem heidnischen Traum. Von vielen. Denjedem
so viele
Träume
abtropfen könnten wie Draupnir neue Ringe. Wenn wir sie nur
ließen. Sprießen ließen. Bei Odin! Von denen
manche sich besser vertragen könnten, und sei´s gegen
jene schmeichlerisch dahersäuselnden Hassbeutel von Rassequasslern,
die uns allesamt abschaffen würden,
wenn wir sie nur gewähren
ließen. Hey: "There will be no Shire!" Ich blase
hier niemandem Zucker in den Arsch. Ich singe mir ein Universum.
Ein tropfendes, nasses, draupnirisches neunfaltiges Multiversum.
Das auf die Beine zu kommen versucht wie ein neugeborenes Reh – zitternd,
feucht, verletzlich. Ich, Kitz von Tyr und Syr. Heilsa. Oder besser:
heile dich selber. Eir – auch eine Asin – helfe dir
dabei!
"You can say that I´m a dreamer – but I´m
not the only one." (John Lennon)
"Es gibt nichts Gutes – außer man tut es." (Erich
Kästner)
Euch allen die Sonne zum Gruß – möge sie (in
uns allen, für uns alle – und: ihrseidank scheint sie
weißdiegöttin für alle!) ans Licht bringen, was
ohne sie verborgen verkümmern müsste.
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