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Anwendung in der Naturheilkunde: Der Holunder gehört zu den Heilpflanzen, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen.
Aus den Holunderblüten wird in erster Linie ein Tee gemacht, der bei Fieber- und Erkältungskrankheiten verwendet wird. Dieser regt die Schweißsekretion an, senkt das Fieber und fördert den Auswurf.
Auch bei Magenbeschwerden wird der Tee sehr erfolgreich angewendet.
Kalt oder lauwarm getrunken kann der Tee auch bei Atemwegserkrankungen, Hals- und Rachenentzündungen sowie für die äußerliche Behandlung von Entzündungen und Schwellungen verwendet werden.
Waschungen mit kaltem Holunderblütentee eignen sich besonders gut für die Behandlung von unreiner Haut und bei starken, unangenehmen Körpergeruch.
Auch von Innen soll der getrunkene Tee einen positiven Einfluss auf unreine Haut und Körpergeruch haben, da er als besonders wirkungsvolles, blutreinigendes Mittel angesehen wird.
Die Holunderblüten haben auf Grund der in ihnen enthaltenen ätherischen Öle eine entspannende Wirkung auf den gesamten Körper. Außerdem festigen sie die Rachen- und Nasenschleimhäute, so dass der Mensch Infekten gegenüber weniger anfällig wird.
Um einen Tee aus Holunderblüten zuzubereiten, werden zwei Teelöffel (2 bis 4 Gramm) Holunderblüten mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergossen und nach fünf Minuten abgeseiht. Die Tagesdosis beträgt ein bis zwei Tassen, die möglichst heiß getrunken werden sollten.
Auch der Saft aus den Beeren des Holunders mit Honig gemischt ist ein besonders beliebtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten.
Werden die Beeren roh verzehrt, wirken sie abführend, ebenso wie die Rinde von jungen Zweigen zum Abführen verwendet werden kann.Die Volksmedizin empfiehlt eine zwei- bis dreiwöchige Kur mit Holunderbeerensaft zur Blutreinigung, wobei täglich eine Tasse des Saftes getrunken werden soll.
Alternativ kann aber auch dafür der Holunderblütentee getrunken werden.
Der Saft der Holunderbeeren sowie die Blätter und die Rinde werden auch zur Förderung des Harndrangs angewendet, woher der Name „Pisseke“ stammt.
Eine Abkochung der Holunderblätter, gemischt mit Olivenöl wird außerdem bei Entzündungen und Schmerzen im Ohr empfohlen.
Holunderblätter, die in Milch ausgekocht wurden, wirken abführend, werden aber auch als Umschläge oder Pflaster bei Hämorrhoiden und Brandwunden aufgelegt.
Sowohl Holunderbeerensaft, aber auch Tees aus der Rinde oder den Blüten sollen außerdem regenerierend wirken, Magen, Darm und Nieren stärken, sowie bei Nerven- und Blasenleiden unterstützend helfen.
Der besonders in den Beeren zu findende Pflanzenfarbstoff Anthocyan gehört zu den Antioxidantien.
Er soll besonders günstig auf die Zellmembranen des Holunders wirken, aber auch auf die Zellen des Menschen. Das Anthocyan schützt die Zellmembranen vor freien Radikalen und kann so den Alterungsprozess verlangsamen.
Auch das cyanogene Glykosid Sambucyanin, das für die violette Färbung verantwortlich und daher überwiegend in der Schale der Früchte zu finden ist, soll sich als Radikalfänger besonders günstig auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen auswirken, da es als vorbeugend wirken soll.
In der Homöopathie wird der Holunder zur Linderung bei Asthma, Wechselfieber (Malaria) und übermäßigem Nachtschweiß sowie bei Säuglingen und Kleinkindern auch als Mittel gegen Schnupfen (D0-D3), des weiteren auch bei Muskel- und Gelenkrheumatismus und als schweißtreibendes Mittel (in Tablettenform) angewandt.
Medizinische Verwendung: Auch wenn die Wirkungsweisen des Holunders im Gegensatz zu manchen anderen Heilpflanzen erst unzureichend erforscht worden sind, so ist heute besonders die Wirksamkeit des Holunderblütentees bei fiebrigen Erkrankungen, Erkältungen und Grippe von der Schulmedizin anerkannt.
Nachgewiesen wurde unter anderem auch, dass die Holunderblüten die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen und mobilisieren.
Des weiteren werden die Blüten auch bei Katarrhen, Ohreninfektionen und Pilzerkrankungen verschrieben.
Durch seine schweißtreibende und somit entgiftende Wirkung wird der Holunder auch bei der Behandlung von Gelenksentzündungen eingesetzt.
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| © Maja Dumat
/ PIXELIO |
Geschichtliches & Aberglauben: Der Holunder genießt schon seit sehr langer Zeit eine besondere Stellung, da er den Menschen in fast allen seinen Teilen Heilstoffe zu liefern vermag und dessen Früchte und Blüten essbar sind.
Er kann als eine der volkstümlichsten Heilpflanzen bezeichnet werden. Noch heute ist in einigen ländlichen Gegenden der Spruch verbreitet, dass man vor dem Holunder den Hut ziehen soll.
Als besonders heilkräftig werden die ersten Holunderblüten eines Jahres angesehen, die Rotlauf und Hautkrankheiten schnell heilen sollen. Dafür werden die ersten blühenden Holunderzweige in einem Topf mit einem Viertelliter Milch gesiedet. Dieser Absud muss dann an einem Freitag in der Früh getrunken werden.
Um von Sommersprossen (auch „Hollersprossen“ genannt) geheilt zu werden, soll man diese mit den Holunderblüten bestreichen.
Ein besonders verbreitetes Sympathiemittel besagt, dass die Rinde des Holunders, die abwärts von einem jungen Zweig geschabt wird, abführend wirkt. Wird sie hingegen aufwärts geschabt, soll sie Erbrechen hervorrufen.
Dieser Glauben ist nicht nur in Europa verbreitet, sondern findet sich auch in Sibirien, Russland, Rumänien, den USA und bei unterschiedlichen Ureinwohnern Nordamerikas.
Neben der (volks-)medizinischen Verwendung wurden unterschiedliche Teile des Holunders auch zum Färben verwendet.
So erzeugt die Rinde eine tiefschwarze Farbe, während die Blätter ein kräftiges Grün und die Blüten und Früchte ein kräftiges Lila, Blau oder Violett erzeugen.
Aus den Ästen, aus denen sich das weiche Mark recht einfach entfernen lässt, wurden außerdem Pfeifen oder Blasrohre gefertigt.
Kulinarisches: Der Holunder lässt sich zu allerlei Leckerein verarbeiten.
So können aus dem Saft der Holunderbeeren sehr schmackhafte Grützen, Muse und Suppen, aber auch Marmeladen, Gelees oder gar Wein und andere Spirituosen hergestellt werden. Außerdem sind die Blüten des Holunders essbar. In manchen Gegenden Deutschlands (zum Beispiel Franken) ist es Brauch, zu Johannis (Sommersonnenwende) in Bier- oder Pfannkuchenteig getauchte und in Schmalz ausgebackene „Holler-Küchle“ /“Holler-Strauben“ zu verzehren.
Auch lässt sich aus dem Saft, mit Honig vermengt, ein Holunderhonig herstellen. Ebenfalls sehr beliebt ist die Herstellung eines Sirups oder Sekt aus den Blüten und den Beeren des Holunders.
Aus den Beeren lässt sich auch ein sehr leckerer Schnaps ansetzen oder brennen, aber auch Wein herstellen.
In Norddeutschland wird aus den Beeren eine „Fliedersuppe“ gekocht, die dann entweder mit Eischnee, Sago und Apfelstückchen gegessen wird, aber auch zum Backen oder für Rote Grützen weiter verwendet werden kann.
Der eingedickte Saft der Früchte wird in Norddeutschland außerdem sehr gern für Grogs verwendet.
Die Farbstoffe des Holunders werden heute wieder in der Lebensmittelindustrie zum Färben von Süßigkeiten verwendet.
Sonstiges: Achtung!!!
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| © Maren Beßler
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Sowohl Blätter und die Rinde, als auch die unreifen Beeren und die Samen in den reifen Beeren sind schwach giftig.
Sie enthalten, wie bereits erwähnt, das Pflanzengift Sambunigrin, das bei Kindern zu Erbrechen bis hin zu starkem Durchfall führen kann. Auch bei Erwachsenen kann es bei einer Überdosierung der (vor allem rohen) Beeren zu Durchfall und Erbrechen aber auch zu Magen- und Darmreizungen kommen.
Eine Vergiftung mit der Rinde des Holunders kann zu Brechdurchfall führen.
Nicht nur der Verzehr der ganzen Früchte, sondern auch der Saft der rohen Beeren kann unter Umständen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen.
Durch Abkochung oder Vergärung werden die Beeren jedoch verträglich und essbar, da das Sambunigrin unter Hitzeeinwirkung zerfällt
und dadurch seine Giftigkeit verliert.
Auch für Tiere ist der Verzehr des Holunders nicht ganz unproblematisch.
So kommt es auch bei Schweinen, Hunden und Nagetieren (zum Beispiel Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamstern) zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Erbrechen und Atembeschwerden.
Auch Vögel können Vergiftungserscheinungen haben, die sich in Verdauungsstörungen und Erbrechen äußern.
Der Verzehr von großen Mengen an Fliederbeeren kann bei Vögeln sogar zum Tod führen.
Die Blüten des Holunders können außerdem Heuschnupfen verursachen.
Ende Teil II
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