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Umgang mit psychoaktiven Pflanzen
im rituellen Kontext
Psychoaktive Pflanzen können Helfer und Mittler sein
um Zugang zu anderen Welten zu erhalten. Mit Hilfe der Pflanzen
flüchtet man nicht von einer Wirklichkeit in die andere, sondern
geht bewusst in eine andere Ebene um die eigene Wirklichkeit klarer
zu erkennen und Unterstützung zu bekommen. Durch psychoaktive
Pflanzen erwachen unsere Sinne, sie können unser Bewusstsein
stimulieren und erweitern (Stimulantien) oder eingrenzen und dämpfen
(Sedative, Narkotika) oder zu Halluzinationen führen (Halluzinogene).
Stimulantien regen den Geist an, machen wach und euphorisieren -
bewirken aber keine Wahrnehmungsveränderung : Kaffe, Tee, Guarana,
Meerträubel, Kat
Narkotika beruhigen und betäuben und bewirken oft Wahrnehmungsveränderungen
wie z.B. Traumbilder: Mohn, Opium, Baldrian, Hopfen.
Halluzinogene bringen eine deutliche Veränderung in der Wahrnehmung
- räumlich, zeitlich und auch emotional.
In rituellen Handlungen können die Pflanzen unsere Lehrer
sein, uns führen und Erkenntnisse bringen für unser spirituelles
Wachstum. Sie können uns eine Quelle für Visionen sein,
die uns auch im Alltag helfen. So wurden und werden Pflanzen auch
heute noch verwendet. In unserer Kultur nicht mit dem „Background“
eines ganzen Stammes oder Kultes, dennoch besitzen auch wir die
Fähigkeit mit diesen Pflanzen in Kontakt zu treten. In den
Pflanzen leben in meinem Weltbild Wesen mit ihren ureigenen Schwingungen
–das, was man Devas nennt - mit denen wir uns verbinden können
und die unser Botschafter oder Lehrer sein können. Ohne mit
diesen Wesen Kontakt zu schließen, wird die Einnahme psychoaktiver
Pflanzen nichts als ein Drogenrausch oder vielleicht ein schlechter
Trip werden.
Arbeitet man mit psychoaktiven Pflanzen muss man jedoch auf viele
Dinge achten, denn es gibt viele Faktoren, die die Wirkung und auch
das Ziel verändern können und bei Missachtung oft nicht
den gewünschten Erfolg bringen.
In Anlehnung an das Wissen der Schamanen vieler Kulturen breitet
sich auch bei uns in Europa das Wissen um die rituelle Anwendung
psychoaktiver Pflanzen aus. Für mich beinhaltet dies nicht
nur Respekt vor der Natur , sondern auch Respekt vor der Seele der
Pflanze und ihren Wirkstoffen. Genauso wie Rituale nicht „einfach
so“ gemacht werden, benütze ich auch psychoaktive Pflanzen
nicht „einfach so“. Mit den Pflanzen zu arbeiten ist
Magie und führt uns auch zu einem magischen Bewusstseinszustand,
der uns weiterführen kann.
Am idealsten ist es sicher die Pflanzen selber zu sammeln und bevor
man sie schneidet zu fragen, ob sie die Richtige ist und ob wir
sie verwenden dürfen. Es wird bei unserem Streifzug durch die
Wälder viele Pflanzen geben, die auf ihre Art laut rufen und
meist sind das genau die, die man zum Zwecke des speziellen Rituals
verwenden sollte.
Arbeitet man mit Pflanzen, die nicht in unserer Umgebung wachsen,
sollte man genau aussuchen, wo man sie kauft. Ich reinige meine
Pflanzen in einem kleinen Ritual, wenn ich sie gekauft habe, bevor
ich sie weiter verwende. Man sollte genau dem Ziel entsprechend
die Pflanze auswählen und auch bei gekauften, getrockneten
Pflanzen nachfragen, ob dies die Richtige ist.
Natürlich ist es leichter bei noch lebenden Pflanzen ihre Energie
und Schwingung zu spüren, aber dies ist auch bei getrockneten
so. Man kann also eine Pflanze nach ihrer Schwingung auswählen,
nach ihrer Energie oder dem Element, das sie verkörpert und/oder
nach der Wirkung, die wir für unser Ritual benötigen.
Es ist also dabei Wissen, Feingefühl und Intuition gefragt!
Damit die psychoaktiven Helfer auch wirklich die Wirkung entfalten,
die sie sollten, muss man aber noch weitere Dinge berücksichtigen!
Drei Faktoren spielen hier eine
besondere Rolle: Pflanzendosis-Set-Setting
Man sollte immer mit geringen Mengen anfangen um zu sehen wie die
Dosis bei einem selbst wirkt und sich dabei nicht überschätzen.
Jede Pflanze hat ihre eigene Schwingung und wirkt auf jeden anders.
Die gleiche Pflanze, in der gleichen Menge kann sogar bei einem
Menschen je nach unterschiedlichem Set oder Setting unterschiedliche
Wirkungen hervorrufen. Ebenso sollte man genau wählen, welche
Pflanze man für welchen Zweck verwendet und was das Ziel sein
soll.
Das Set Ist die körperliche Konstitution des Menschen und
seine psychische Veranlagung. Pflanzen können negative und
auch positive psychische Aspekte in uns verstärken. Vor allem
auf Ängste muss man achten, da dies zu gefährlichen Situationen
führen kann. Das Set ist auch maßgeblich von unserem
Glauben und unserer spirituellen Entwicklung (Sensitivität)
beeinflusst.
Der Raum, die Umgebung, die Zeit, in der wir die Pflanzen einnehmen,
wird als Setting bzeichnet. Auch die Menschen, die dabei sind, spielen
eine weitere wichtige Rolle. Genauso wird die Einnahme davon beeinflusst,
welche rituellen Geschehnisse rundherum stattfinden und beeinflussen
auch den Verlauf der „Reise“. Das Ritual ist ein äußerer
Rahmen, der den Raum schafft, eine Reise in andere Welten zu ermöglichen.
Stimmt das Setting nicht, sollte man den Gebrauch der Pflanzen verschieben
oder überlegen, warum es gerade nicht passt.
Generell wäre es wichtig beim Setting zu beachten, einen so
genannten „Sitter“ dabei zu haben, der unserem „Set“
entspricht, damit er helfend eingreifen kann, wenn es notwenig ist.
Dies ist in einer Community von Schamanen ein ausgewählter
Schamane, der Reisende aus der Geisterwelt auch wieder zurückholen
kann. Da er die spirituellen Welten, die geprägt sind durch
ihre Mythologie und Tradition kennt und innerhalb dieses Systems
agieren kann.
(Ein Christ wird z.B. schwerlich jemanden auf einer Reise durch
psychoaktive Pflanzen wieder zurückholen können, wenn
derjenige sich in schamanischen Welten bewegt.)
Bevor man dann letztendlich mit den Pflanzen arbeitet, „erde“
ich mich und zentriere mich auf mein Ziel. Wenn es notwendig ist,
mache ich einen Schutzkreis um mich, damit keine Energien, die ich
nicht benötige in meine Reise einwirken. Außerdem ist
es ratsam einen „Sitter“ unter den Anwesenden zu haben.
Das Modell von Christian Rätsch gibt dazu eine gute Zusammenfassung,
wie man magisch-rituell mit psychoaktiven Pflanzen arbeiten sollte.
Vorbereitung (Alltagsbewusstsein) -
Reinigung - Fragestellung
(Sexuelle Enthaltsamkeit, Fasten, Waschen/Erbrechen/Klistiere,
Kleidungswechsel, Besinnung/Kontemplation, Meditation)
Durchführung -Schaffung des heiligen Raumes
(Räucherung, Opfer, Musik/Gebet/Beschwörungen, Droge/psychoaktive
Technik)
(VWB) Verändertes Wachbewusstsein -Vision - Erkenntnis
(Gebrauch von Ritualobjekten)
Nachbereitung (Alltagsbewusstsein) -Antworten finden - Probleme
lösen (Visionen kommunizieren -Erzählen, Singen, Malen,
Bücher schreiben usw.)
Quellen und weitere Informationen:
Christian Rätsch: Enzyklopädie
der psychoaktiven Pflanzen
Christian Rätsch: Pflanzen der Liebe
Simone Neblich-Spang: Aus dem grünen Hain
Marlene und Gerd Haerkötter: Hexenfurz und Teufelsdreck
Harold. A. Hansen: Der Hexengarten
Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium
Wassermann, Messl, Adam: Rezepte der Lust, der Liebe, des Glücks
und des Grauens
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