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Auch gibt es Annahmen, dass die Steppenraute das altpersische Haoma
sein könnte oder das geheime Rauschmittel des Mithraskultes.
Aber wie bei vielen psychoaktiven Pflanzen, weiß man eindeutig,
dass diese Pflanze schon seit langer Zeit als Ritualpflanze verwendet
wird. Besonders etabliert hat sie sich im Nahen Osten und Muslims
verwenden sie gerne. Im Koran heisst es:
Jede Wurzel,
jedes Blatt von Harmel wird bewacht von einem Engel, wartend auf
einen Menschen, der kommt um seine Heilung zu suchen
schreibt Christian Rätsch. (Enzyklopädie der psychoaltiven
Pflanzen).
In Marokko trinkt man gerne Harmelwein aus eingelegten Samen der
Steppenraute. Besonders die Schamanen im Himalaya verwenden die
Samen als Räucherung, um in Trance zu fallen und Visionen zu
bekommen.
Die Hauptinhalsstoffe des Krauts und der Samen sind Harmin und
Harmalin, der Alkaloidgehalt schwankt laut Rätsch zwischen
zwei bis sechs Prozent.
Anwendung
Räucherwerk, Ayahuascatränke, Einlegen in Wein, Herstellung
von alkoholischen Extrakten, Rauchmischungen und Schnupfpulver um
einen klaren Geist zu bekommen.
Verwendung:
Etwa ein bis drei Gramm der Samen werden gut gekaut oder geraucht.
Der Geschmack ist sehr bitter. In angegebener Dosis wirken sie beruhigend,
aphrodisierend, phantasieanregend und fördern die Klarheit
der Gedanken.
Achtung bei Überdosierung von fünf bis 8 Gramm wirken
die Samen halluzinogen und vom Gebrauch ist dringendst abzuraten!
Rituelle Anwendung:
Räucherkugeln mit Steppenrautensamen werden im Iran und Irak
als Opfer zur Tagundnachtgleiche im März geräuchert, um
Unglück fernzuhalten. Die Samen verräuchert man in der
Türkei gegen den bösen Blick, gegen Besessenheit in Pakistan
und gegen böse Geister in Nordafrika. Eine aphrodisierende
Räuchermischung aus Marokko besteht aus Steppenrautensamen
vermischt mit Alaun und Olibanum.
Generell kann man die Steppenrautensamen als Räucherung für
divinatorische Arbeiten verwenden. Ich mische dazu gerne Beifuss,
Sage und Damiana.
Medizinische Anwendung:
Aphrodisiakum, Asthmamittel, gegen Menstruationsbeschwerden, gegen
Blähungen. Generell wirken die Samen bei oraler Einnahme antidepressiv
und phantasieanregend.
In Indien werden die Samen bei der Geburt geräuchert um die
Wehen zu erleichtern. In Pakistan wird der Rauch,mit speziellen
Pfeifen direkt in die Vagina geblasen um Schmerzen zu lindern. Als
Tee gegen Blähungen dienen ca. fünf Gramm der Samen nach
dem Essen.
Achtung
MAO-Hemmer - Vor Einnahme darauf achten, mindestens 4 Tage lang!!!
keine Mao-Hemmer zu sich zunehmen. Steppenraute-Samen verstärken
geraucht und oral eingenommen die Wirkung anderer Substanzen. Bei
Überdosierung kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, vermehrtem
Speichelfluß und Zittern bis hin zur Lähmung des zentralen
Nervensystems.
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