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Depressionen
sind eine der weitverbreitetsten psychischen Krankheiten und man
fand signifikante Ergebnisse der Heilung durch Johanniskraut. Studien
die den Erfolg mit Johanniskraut bestätigen gibt es zu Hauf,
doch auch immer mehr Ärzte warnen vor Wechselwirkungen mit
anderen Medikamenten. So wurde das Johanniskraut kurzerhand verboten
und darf nur mehr in Apotheken rezeptpflichtig abgegeben werden.
Vorsicht sei deshalb geboten, bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden
Medikamenten wie Marcomar oder Herzmitteln wie Digoxin. Ebenso solle
Johanniskraut die Wirkung von Aidsmedikamenten verringern wie am
"5th International Congress on Drug Therapy in HIV Infection"
festgestellt wurde aufgrund einiger Studien..
In der Kräuterheilkunde wurde das Johanniskraut unter anderem
aufgrund des adstringierenden Effekts des Tannins benutzt, um die
Wundheilung zu fördern und um Entzündungen der Mundhöhle
(Stomatitis, Gingivitis) zu behandeln. In neuerer Zeit wurden Extrakte
zur Behandlung von Depressionen und anderen Erkrankungen untersucht
und auch signifikant bewiesen.
"Gerade im Hinblick auf die herzschädigenden Effekte erweist
sich Johanniskraut als eine besonders günstige Alternative
zu synthetischen Antidepressiva. Johanniskraut ist nicht nur frei
von solchen Nebenwirkungen, es hat im Gegenteil sogar eine "kardioprotektive"
Wirkung, wie eine doppelblinde, randomisierte Multicenterstudie
von der Psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Essen
(Pharmako-psychiatrie, 30 Suppl. 2:86-8, 1997) zeigen konnte. Dort
wurden zwei Gruppen von depressiven Patienten miteinander verglichen.
Die eine erhielt sechs Wochen lang das Antidepressivum Imipramin.
Patienten der zweiten Gruppe wurden mit dem Johanniskrautextrakt
LI 160 behandelt. Das Ergebnis: In den EKGs der 76 Patienten aus
der Imipramin-Gruppe wurde während der Behandlung ein signifikanter
Anstieg krankhafter EKG-Zeichen registriert. Bei den 84 mit Johanniskraut
behandelten Patienten gab es dagegen sogar weniger EKG-Störungen
als zu Beginn der Behandlung. Seit kurzem sind auch amerikanische
Ärzte von den günstigen Eigenschaften des Johanniskrauts
überzeugt. Aufgrund der neuen Studien hat die amerikanische
Internisten-Gesellschaft ACP-ASIM erstmals auch Johanniskraut als
Antidepressivum in ihre Richtlinien zur Pharmakotherapie der Depressionen
aufgenommen."
(http://www.phytotherapie-komitee.de/johanniskraut.htm)
St.Johns Wort - das Kraut der Druiden?
Die Christen haben dieses Kraut Johannes dem
Täufer zugeschrieben und der rote Saft der Blüten sei
das Symbol für das Blut des Märtyrers. Johanniskraut wurde
von den Christen als "Kraut des Himmels" gesehen, da die
Blüten strahlenförmig sich zum Himmel neigen (Herrgottsblut).
Sie benutzen auch bei Exorzismen Tränke mit Johanniskraut um
den Teufel und andere böse Geister aus den Besessenen zu vetreiben.
In Wirklichkeit ist das Wissen um das wirken von Heilkräutern
natürlich auch schon viel früher belegbar. Bei Plinius
d.Ä. (23-79 n.Chr.) findet man einen Hinweis über ein
Kraut "Hypereikon" das bei Verbrennungen eingesetzt wurde.
Man findet auch Nachweise bei Kaiser Nero (1.Jh.nChr.) wo Komponenten
eines Theriaks aufgeführt werden, die er von seinem Arzt Andromachos
verschrieben bekam. In heidnischen Traditionen trugen Mädchen
einen Kranz aus Johanniskraut zur Sommersonnwende als Verbindung
zum Licht und der Sonne. IN Irland ist das Kraut auch heute noch
unter dem Namen St.Johns Wort bekannt. Traditionell wird das Johanniskraut
am 24. Juni (Johannitag) in der Morgendämmerung gesammelt.
Ausserdem gab es den Brauch unter striktem schweigen in der Johanninacht
einen Strauss aus 7 oder 9 Blumen zu pflücken , auf das diese
unters Kopfkissen gelegt im Traum den Bräutigam erscheinen
lassen. Überliefert ist auch der Brauch das Kraut aufs Dach
zu legen oder am Herd zu verbrennen und folgenden Spruch zu sagen
um Gewitter zu besänftigen: "Ist denn da keine alte Frau,
die kann plücken Hartenau, damit sich das Gewitter stau"
Im Mittelalter gab man wie so vielen Pflanzen auch dem Johanniskraut
spezielle Namen wie: Teufelsflucht, Hexenkraut, Teufelsfuchtel,
Hartheu....die die teufelsabwehrenden und zauberabwehrende Kräfte
verdeutlichten. Doch zu dieser Zeit wurde ebenfalls unter dem Namen
"fuga daemonum" Johanniskraut als Psychotherapeutikum
gehandelt. Der Sage nach habe sich der Teufel so über die heilende
Kraft der Pflanze geärgert, dass er ihre Blätter zerstach
und deswegen auf den Johanniskrautblüten Einsprenkelungen zu
sehen sind.
Wirkung
Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend. Botenstoffe im Gehirnstoffwechsel
werden nachweislich beeinflusst und die innere "Aufnahme oder
Ausnutzung des Sonnenlichtes " erhöht (Deswegen ein Mittel
bei Winterdepressionen). Ergänzend wirkt es antidepressiv und
angstlösend. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell
und antiviral. Der Gerbstoff hat adstringierende Wirkung, d.h. mikroskopisch
kleine Oberflächen des Körpergewebes werden verdichtet,
dort finden Entzündungserreger dann weniger Angriffsfläche
und Wunden heilen schneller. Neuere Ergebnisse deuten auf regulierende
Wirkungen dieser Pflanze auf das Abwehrsystem des Menschen hin.
Hellhäutige Menschen sollten während der Einnahme starke
Sonnenbestrahlung, Solarien und Höhensonne meiden. Es kann
eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Lichteinstrahlung
entstehen.
In der Homöopathie oder der Bachblütentherapie gilt Johanniskraut
als "Die Blüte der inneren Sicherheit", bei nagender
Ungewissheit, Zukunftsängsten, Unsicherheit, Schüchternheit,
Angst vor dem Unbekannten, Irritierbarkeit, mangelnder Selbstsicherheit
Magisch gesehen steht es für : Schutz, Kraft, Liebesdivination,
Exorzismus, Gesundheit
Planet: Sonne
Element: Feuer
Anwendung
Innerlich findet Johanniskraut Verwendung
bei:
Depressionen, Angst, Nervosität, gegen Bettnässen, Mundspülungen,
bei Durchfallerkrankungen (Gerbstoffe), als harntreibendes Mittel
(Flavonoide), als Leber- und Gallentherapeutikum (vor allem bei
Entzündungen und als Cholagogum), entzündungshemmend
Äußerlich findet Johanniskraut Verwendung bei:
Behandlung und Nachbehandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen,
Myalgien und Verbrennungen 1. Grades, Narben, Brandwunden, entzündungshemmend,
Zerrungen, gegen unreine und rissige Haut
Zubereitung
Tee:
1 Teelöffel feingeschnittenes Johanniskraut mit einer Tasse
kochendem Wasser aufgießen, abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen,
abseihen. Schwach gesüßt morgens und abends eine Tasse
warm trinken, gegen Bettnässen am frühen Nachmittag geben.
Johanniskrautöl:
Auf 1 Teil Johanniskraut (Knospen und Blüten) kommen 4 Teile
Olivenöl
Die Blüten und Knospen (kurz bevor sie aufgehen) werden zerdrückt
und mit dem Olivenöl in einem großbauchigen Glas gemischt.
Dann für ca. 1 Woche auf ein warmes, sonniges Fensterbrett
gestellt, und ab und zu umgerührt Dannach wird das Glas gut
geschlossen und bleibt weiterhin stehen bis das Öl rote Farbe
annimmt. ( 5 - 6 Wochen). Danach wird das Öl abgefiltert von
den Pflanzenund stehen gelassen. Es entsteht eine wässrige
Lösung auf dem Öl die man entfernt. Das fertige Öl
abfüllen, beschriften und dunkel und kühl aufbewahren.
Aphrodisiakum:
20g in 1 l Weisswein eingelegt, regt das Nervensystem durch das
enthaltene Tannin an
So einer durch zauberische Liebe von Sinnen gekommen und unsinnig
worden, dem kann man also helfen: "Nehmet Johanniskraut anderthalb
Hand voll/ edlen Dorant zwei Hand voll/ und siedet dasselbige in
drei Maß Wein/ davon laß den Kranken trinken abends".
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