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Rätsch erzählt uns in seinem Buch:" Enzyklopädie
der Psychoaktiven Pflanzen", dass schon im Mittelalter die
Kräfte des Wermuts beschrieben wurden, Hildegard von Bingen
beschreibt ihn als den wichtigsten Meister gegen alle Erschöpfungen
und die spanischen Jesuiten brachten ihn als Hierba Santa - heiliges
Kraut - im 16. Jahrhundert nach Amerika.
Wermut dient nicht nur als Rauschmittel sondern wirkt auch gegen
Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Gallenbeschwerden, Erbrechen,
Durchfall..., hier werden 1g des getrockneten Krautes auf 1 Tasse
heisses Wasser als Dosis verabreicht. Generell beruhigt Wermuttee
den Magen und kann hier immer angewendet werden!
Bei uns in Europa wurde der Absinth am Beginn des 19. Jahrhunderts
zur Modedroge vor allem unter den Künstlern wurde dieses psychedelische
Getränk genossen. Neben halluzinatorischen Effekten ist für
Absinth die Gelbfärbung des Sehens ganz typisch. Van Gogh der
angeblich absinthsüchtig war und sich auch im Rausch sein Ohr
abschnitt entwickelte so seine Liebe zu dem Gelb das in fast allen
seiner Bilder vorkommt. Gauguin nahm einen Vorrat an Absinth auf
seine Reise nach Tahiti mit, wo seine berühmtesten Werke entstanden.
Auch Toulouse-Lautrec, Manet oder Picasso waren Absinthanhänger.
Aber nicht nur Maler sondern auch Literaten wie Rimbaud, H.P.Lovecraft,
Baudelaire, Oscar Wilde, Hemingway, Jack London, Hugo,... haben
immer wider in ihren Werken dem Absinth gehuldigt.
Ernest Hemingway kreierte seinen eigenen Absinthcocktail den er
"death in the afternoon" nannte und der aus Absinth aufgegossen
mit Champagner besteht.
Schon 1906 versuchte man in der Schweiz mittels Unterschriftenlisten
den Absinth abzuschaffen. 1910 wurde in der Schweiz das Absinthverbot
ausgesprochen. 1922-1923 wurde Absinth auch in Deutschland und Österreich
wieder gänzlich verboten, da er als gefährliche Rauschdroge
und illegales Abtreibungsmittel galt und man den ausufernden Genuss
der "grünen Fee" nicht mehr dulden konnte. In der
Schweiz wurde dennoch bis heute Absinth weiter produziert.
Seit 1998 ist Absinth innerhalb der EU wieder erlaubt, nur mit einem
verminderten Thujongehalt von 10mg/Liter um vor Missbrauch zu schützen.
Absinth gerät wieder in Mode. Die Rezepturen und Produzenten
der "grünen Fee" häufen sich und auch in Österreich
erreicht uns der erneute Absinth-Boom. In einigen Lokalen gibt es
ihn schon und die Nachfrage steigt. Im Internet findet man nicht
nur Cocktail-Kreationen mit Absinth sondern auch jede Menge Kochrezepte.
Absinth hat meist eine grünliche oft auch gelbliche Farbe
und wird mit Wasser gemischt, dass man tröpfchenweise über
einen Zuckerwürfel gießt. Danach entsteht die typische
milchige Trübung. Um dem einen rituellen Charakter zu geben,
gab es spezielle Absinthgläser und Absinthlöffel für
die eingeweihten Absinthtrinker.
Die Nebenwirkungen sind bis heute nicht ganz zu klassifizieren,
da sich Absinth sehr unterschiedlich äußern kann. Generell
wirkt er euphorisierend und aphrodisierend. Aggressives Verhalten
und epileptische Anfälle gehörten auch damals zum Genuss
dieser Droge wie die Bewusstseinsveränderung und die veränderte
Wahrnehmung.
"Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten
fängt man an,
ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft,
nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man
Dinge
sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge",
so
beschrieb Oscar Wilde die Besonderheit des Absinths.
Absinth schmeckt am besten wenn man das destillierte Öl benutzt,
da das Kraut einige Bitterstoffe enthält die oft unangenehm
schmecken. Vor allem das Thujon ist ein Hauptbestandteil und weist
ähnliche chemische und molekulare Strukturen wie THC auf. Zum
Absinthgenuss kann ich nur raten, mit schwacher Dosierung anzufangen,
da Absinth bei jedem andere Wirkungen hervorrufen kann.
Original verwendete man folgende Kräuter für den Absinth:
Wermutblätter, Angelikawurzel, Kalmuswurzel, Diptamdostblätter,
Sternanis, Zimtrinde, Pfefferminze, Ysopkraut, Fenchelsamen.
Es gibt bereits viele Absinthrezepte hier zwei der gängigsten:
Zutaten:
500 ml Wodka
2 Teelöffel Wermut (zerkleinert)
2 Teelöffel Anis (zerkleinert)
1/2 Teelöffel Fenchel
4 Kardamomen Kapseln
1/2 Teelöffel Koriander (gemahlen)
2 Teelöffe Angelikawurzel (zerhackt)
Zubereitung:
Man übergießt den Wermut mit dem Wodka und lässt
ihn 2 Tage stehen. Anschließend wird der
Wermut durch Filtration entfernt und die restlichen Zutaten zugegeben.
Diese Mischung lässt man nun 1 Woche stehen und filtriert dann
nochmals.
30 g Wermutkraut
8,5 g Ysop
1,8 g Kalmus
6 g Melissenblätter
30 g Anis
25 g Fenchel
10 g Sternanis
3,2 g Koriander
Kräuter leicht zerstoßen und in ein verschließbares
Glas geben. 800 ml 90% Alkohol darüber gießen. Im geschlossenen
Gefäß eine Woche stehen lassen und gelegentlich leicht
schütteln. Dann 666 ml Wasser dazugeben und einen weiteren
Tag stehen lassen. Danach abseihen und die Kräuter gut ausdrücken.
Die Kräuter können nochmals in Wodka eingelegt werden
und werden am nächsten Tag gut ausdrücken.
Die alten Absinthrezepte stammen aus der Schweiz und werden von
einigen heutigen Absinth-Großproduzenten geheim gehalten.
Doch neben dem hohen Alkoholgehalt spielt auch die Destillation
verschiedenster Kräuter für die Wirksamkeit des Absinth
eine große Rolle.
Vorsicht beim Experimentieren!
Eure Lady Purple
Quellen:
http://www.eabsinth.de
http://www.raffiniert.ch/gabsinth.html
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