Julfest   Teil II

Diesmal haben wir einen ganz besonderen Zweiteiler gespendet bekommen. Sardonnyx hat uns aus seiner ganz persönlichen Praxis Informationen zum Julfest zusammengetragen. Familienpraxis wie sie gelebt wurde ...

Julfestbeginn, Längste Nacht des Jahres (20. Dezember)

Kurz nach dem Frühstück wird der gesamte Haushalt gereinigt und geputzt. Es darf aber keine Wäsche mehr gewaschen werden oder Wäsche auf der Leine hängen, bis die Sonne am übernächsten Tag den Mittag überschritten hat.

Am Abend, denn die Trolle haben an diesem speziellen Tag Zugang zu allen Plätzen, sollte alles sauber, auch die Betten sollten gemacht sein.Draughr

Vor den Trollen braucht man aber in dieser Nacht weniger bange zu sein, gegen sie schützt die Anwesenheit der Ahnen. Wer da aber in der Nacht kommt und das Feuer und das Leben stehlen will, sind die Draughr. Das sind Untote, die ähnlich wie die später in den Geschichten beschriebenen Vampire, Menschen das Leben aussaugen, was als Absaugen des Inneren Feuers, verstanden wurde. Menschen, von einem Draughr angefallen, erden willenlos, träge und müde. Wird dieser Zustand nicht behandelt, werden jene Menschen krank und sterben den Un-Tod – sie werden selbst zu Draughr.

Um sich grundsätzlich gegen diese Wesen zu schützen – was aber nicht bedeutet, das sie einen Menschen nicht angreifen! – sollte folgendes Ritual durchgeführt werden:

Man stellt sich in eine große Schüssel, die mit Wasser gefüllt ist und die Knöchel vom Wasser umschlossen sind. Dann beugt man sich herunter und taucht die Hände bis zu den Handgelenken ein.

Als nächstes werden in dieses Wasser drei Stückchen glühende Holzkohle geworfen mit dem Spruch:

„Drei Stück lebendiges Feuer werfe ich ins Wasser auf das die Trolle und die Draughr weder die Kraft meiner Hände noch meiner Füße wegnehmen können.“

Damit ist gewährleistet, das man Holz nachlegen kann, wenn die Nachtwesen das Feuer stehlen wollen und das man Hilfe holen kann, wenn sie den Einzelnen überwältigen wollen.

Nachdem alle sich nun fertig gewaschen haben, das Waschwasser sicher ausgeschüttet und jeder frisch gewaschene Kleidung angezogen hat, vor Mondaufgang alle Haustüren einmal für eine Zeit lang offen stehen lassen, damit die Trolle ungehindert einkehren und wieder aus dem Haus und Hof heraus können. Dabei sollte neben der Eingangs-Türe eine blank gezogene Klinge stehen, damit der Troll durch diese Türe herein und durch die andere herausgeht (weil er sein Spiegelbild nicht ertragen kann!).

Danach wird ein ewiges Licht in das Fenster gestellt, das auf alle Fälle die ganze Nacht brennen muss.


Julritual

Einleitender Text:

Feu froma - Fehu als erstes
Ur anmoth - gefolgt von Uruz
Thurs thri staba - Thurisatz dem dritten Stabe
Os obana - Othala aufrecht oben
Rat rinnit - Raidho rennt
Can cluvit - Kenaz spaltet
Hagal hardo - Hagalaz härtet
Naut nagal - Nauthiz nagelt
Is - Isa
Ar - Algiz
Sol skinnit - Sowilo klärt hell
Tir - Tiwaz
Birka bivit - Berkana zittert
Lagu liotho - Laguz lichtes leuchten
Manna midi - Mannaz inmitten
Yr al - Yr, Iggdrasils Eibe hält sie Alle umfasst

(aus einem mnemnonischen Runengesang, datiert 8. Jahrh., gefunden in Schotten)

Ritualtext

Wintarmanoth - Winterzeit
sunna nathwig sigu - wird die Sonne siegreich sein im Kampf
finstari sigu - wird die Dunkelheit siegen
ungiwis - ungewiss
the thiotha giwanit - die Familie im Pakt
sigar - wird siegreich sein
skrimen the fiur - beschützend das Feuer
huotan the blickfiur - hütend den Blick geschärft
the thiotha inti the altahna giwaren - die Familie im Pakt mit den Ahnen und Urahnen
alliz ana bi barne in enti - wie es war, ist und immer sein wird
wigan - bewacht
skriman - beschützt
houtan - behütet
bisigan the finstari - besiegt die Finsternis
irliothen mittiu nath - erhellt die Nacht in ihrer Mitte
ant the fiuram herda - mit ihren Herdfeuer
vun the intmuota - und dem des Herzens
vun the fera - und dem der Seele
vun the anawalto - und dem des Willens
geban waram int waroun - geben Schutz und Wärme
erdha - dem Land
halla - dem Haus
hoba - dem Hof
liutla - den Menschen

Julfesttag, 21. Dezember, Sonnenaufgang

Bryannas Tag, Vollmond (26. Dezember), Abschied der Toten

Heute werden die Toten wieder verabschiedet, sie ziehen sich nun wieder ins Totenreich zurück. An diesem Tag gibt es in manchen Gegenden Nord-Europas den Brauch, das ein Kuh-Kopf ausgekocht wird und aus dem gewonnen Talg eine Kerze gemacht wird. Der Kopf selbst wird komplett entfleischt, gewaschen und gesäubert und die Kerze dann in eines der Augenlöcher des Kopfes gesteckt und angezündet. Diese Kerze brennt nur während der Zeit der Dämmerung bis der Mond aufgeht, danach wird sie ausgepustet – und mit dem Kopf so lange wieder benutzt, bis die Kerze heruntergebrannt ist.

Tag nach Vollmond, Beginn der Rauhnächte (27. Dezember)

Entgegen vielen Berichten aus christlicher Zeit beginnen die Rauhnächte in der Nacht nach diesem Vollmond und dauern bis zum nächsten Neumond an. Das bedeutet, das es eigentlich 15 Rauhnächte gibt – und zeigt, das die Erklärung der Bedeutung der Rauhnächte, nämlich das eine jede für einen Monat im Jahr steht und was in diesem Monat passieren würde, eine neuere Interpretation ist.

Verabschiedung von Hel, abnehmender Halb- Mond (02. Januar)

Neumond (10. Januar), Letzte der Rauhnächte

Sardonnyx


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