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Karl Spiesberger
Naturgeister – wie
Seher sie schauen, wie Magier sie rufen
Erste Auflage: 1976/Schikowski, R, 259 Seiten,
ISBN-10: 3877020682, ISBN-13:
978-3877020685
Zweite Auflage: 1978/ Schikowski, R, 261 Seiten,
ISBN 3-87702-068-2 ISBN: 3-87702-068-2 |
Über den Autor
Karl Spiesberger wird am 29. Oktober 1904
in Baden bei Wien geboren. Sein Vater war Gärtner. Bereits
in seiner Jugend interessiert er sich für okkulte Thematik
und Hypnose.
Im Frühjahr (Mai) des Jahres 1932 geht er nach Berlin
und übt den Beruf des Schauspielers aus. Im Jahre 1935
lernt er den damals bereits bekannten Magier und Okkultisten
Gregor A. Gregorius (Eugen Grosche) kennen und kommt in näheren
Kontakt zu ihm. Schon früh beschäftigt sich Spiesberger
mit der magischen Anwendung der „Runen“, gerät
aber durch den nazistischen Umgang mit diesen ursymbolischen
Bereich in Konflikt und wendet sich anderen okkulten Themen
zu, wie beispielsweise der Magie der Planeten und Grimoires.
Er tritt in die 1928 gegründete okkult-esoterische Wissensloge
Fraternitas Saturni ein, die jedoch bald darauf von den Nazis
verboten wird, genau so wie alle geheimen und internen Gesellschaften.
Als sich die Loge nach dem Krieg um 1950 reorganisiert,
nimmt Spiesberger, dessen Logenname „Eratus“ war,
sehr rege am Logenleben teil und widmet sich intensiv der
Schriftstellerei (Funktion: 1. Aufseher der FS-Loge Orient
Berlin).
Es entstehen sehr konstruktive Bücher, wie „Hermetisches
ABC, Band I und II, „Magneten des Glücks“ oder „Runenmagie“,
die vor allem auf dem praktisch magischen Gebiet noch heute
recht wertvoll sind. Außerdem gibt er magische Kurse,
die ihn bis nach Österreich und in die Schweiz führten.
1960 nimmt Karl Spiesberger aus heute nicht mehr genau
nachzuvollziehenden Gründen von der Loge Abstand.
Er schreibt intensiv weiter und praktiziert im magischen
Bereich, wie beispielsweise in Fragen der „Levitation“ (dabei
vor allem Versuche des Tischrückens), der Magie der
vier Elemente, Planetenmagie, Spiegel – und Kristallmagie,
wie auch der Praxis des Pendels. Im bereits fortgeschrittenem
Alter schreibt er den Einweihungsroman „Auf dunklem
Pfad zum Licht“, welcher stark autobiografische Züge
trägt. Am 24. Januar 1992 stirbt Karl Spiesberger
im Alter von 88 Jahren in Berlin und wird dort auch beigesetzt. |
Über das Buch
Im Mai 1961 war es, als Karl Spiesberger das Vorwort zur ersten Auflage seines Buches „Naturgeister“ schrieb. Und er sah sich, wie er darin offen schreibt, vor eine schwierige Aufgabe gestellt: Der Existenz der Elementarwesen nachzuspüren. Trotzdem der Glaube an die Naturwesen bereits damals in den Bereich der Fantasie abgeschoben wurde, sieht Spiesberger nicht ein, „warum alles, was über diese seltsamen Geschöpfe berichtet wurde, nur Fantasie“ sein soll.
So hat er auf über 250 Seiten die verschiedensten Sichtweisen der damaligen „neueren“ Esoteriker, wie Erhard Bäzner, Helena Petrovna Blavatsky, Hans Sterneder oder Franz Hartmann zusammengetragen und die wichtigsten Unterschiede beziehungsweise die Gemeinsamkeiten aufgeführt.
Spiesberger beschäftigt sich aber auch mit der Geschichte: So lernt der Leser unter anderem den Abt Johannes von Tritheim kennen, der im 16. Jahrhundert in einer Vorstadt von Würzburg als Hexentheoretiker bekannt war. Dieser hatte sich aber auch mit Naturwesen und der Frage beschäftigt, welche Elementarwesen den Hexen bei ihrem magischen Künsten behilflich sind.
Ein weiteres Kapitel behandelt die Rosenkreuzer und den Stein der Weisen, auch Lapis philosophorum genannt. Die Transformation von unedlen Metallen in edle Metalle soll für den Magier ohne Hilfe der Naturwesen nicht möglich gewesen sein.
Ein Streifzug durch die Welt der Mythen und Sagen ist ebenso Bestandteil dieses umfassenden Buches wie zahlreiche Erfahrungsberichte, die Spiesberger zusammen gesammelt hat. So erzählt er über Daphne Carter, die neben Astralwesen auch Naturgeister zu ihren Freunden zählte. Oder über Brunhild Börner-Kay, die Bekanntschaft mit einem Gnom machte. Nicht zuletzt fügt er auch noch ein eigenes Erlebnis mit an, bei dem Elementarwesen ein Messer dematerialisierten und das Weltbild des Karl Spiesberger, der sich damals noch überhaupt nicht mit Okkultismus beschäftigt hatte, gehörig ins Wanken brachten.
Karl Spiesberger gibt sich jedoch nicht nur damit zufrieden, die Anschauungen der älteren und neueren Forscher auf dem Gebiet der Naturwesen in seinem Buch zusammen zu fassen – er kommentiert sie auch. Und das auf eine manchmal ziemlich sarkastische Art. So weist er darauf hin, dass sich Erhard Bäzner mit seiner Sichtweise über die Gnome zu sehr im Bereich der Phantasie bewegt. „Wachträumer“, schreibt er: „mag ihn der Psychologe nennen. So dass sich der Träumer seiner Traumvision als solche gar nicht bewusst wird und sie für reale Wirklichkeit hält. Womit das Problem der Naturgeisterschau psychologisch gelöst wäre“ (S. 43).
Auch bei Bäzners Einblicken in die Welt der Nixen weist er darauf hin, dass dieser die zahlreichen Legenden über die Wassermänner vollkommen außer Acht gelassen hat. Denn bei Bäzners „Nixenschau“ kommen nur weibliche, gutmütige Wesen vor – die boshaften Wassermänner, auch Neck genannt, spielen keine Rolle.
Zum Abschluss führt Karl Spiesberger eine Reihe von Ritualen an, mit denen die Elementarwesen gerufen werden können.
Mit seinem Buch hat Karl Spiesberger ein interessantes Kompendium in die faszinierende Welt der Naturwesen verfasst. „Naturgeister“ gehört daher meiner Ansicht nach auch heute noch in jede Bibliothek, ist dieses Werk doch mehr an der Wahrheit gehalten als so manches andere, neuere auf diesem Gebiet.
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