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Beispiel für eine Ritual-Gestaltung mit Gesängen
Die Wicca- / Heidenliturgie hat fünf verschiedene Phasen. Die Phasen sind wie folgt:
- Heiligen Raum schaffen
- Die Elemente invozieren
- Gottheiten invozieren
- Die zentrale Verehrung
- Reinigung und Öffnung des Kreises
Wie zuvor beschrieben können viele Gesänge zu diesen Kategorien passen. Sie können für jeden Abschnitt des Rituals genutzt werden. Eine Basis-Ritual-Gestaltung kann einen Chant für jede Unterkategorie beinhalten. Die folgende Liste ist ein Beispiel wie man Gesänge aufteilen kann:
- Chant für den heiligen Raum
- Elemente-Chant
- Göttinnen-Chant
- Götter-Chant
- Hauptritual-Chant(s)
- Preisungs- und Schließungs-Chant
Diese Gliederung kann genutzt werden, um ein Ritual zu kreieren. Z. B. die monatlichen Vollmondrituale können diese Chants in den fünf Phasen des Rituals verwenden. Das Folgende ist ein tiefer gehendes Beispiel dafür wie dies ausgeführt werden kann.
Die erste Phase der Liturgie ist die Schaffung des heiligen Raumes
Dabei erfüllt der Chant für den heiligen Raum seinen Zweck. Nach der Reinigung des Raumes und dem Ziehen des Kreises singen die Beteiligten einen Gesang, um die Energien für den Kraftkegel zu erzeugen. Jeder Chant, der einen speziellen Text zur Erzeugung des heiligen Raumes benutzt, kann gesungen werden, so etwas wie „We are a Circle within a Circle“. Die Mitglieder können sich an den Händen halten und die Energien des heiligen Raumes mit einer Bewegung im Uhrzeigersinn mit einfachen Tanzschritten aufsteigen lassen. Während dieses Abschnitts können Instrumente eingesetzt werden. Ein Punkt, den man beachten muss, ist, dass die Mitglieder, welche Instrumente spielen, sich nicht mit der Gruppe an den Händen fassen können. Indessen können sie in der Mitte des Kreises stehen während sie trommeln oder ein Musikinstrument spielen, um dabei zu helfen, das Aufsteigen der Energien zu verstärken. Diese Art der Kreisausführung kann nur angewandt werden, wenn es genügend Teilnehmer am Ritual gibt, da es genügend Platz für sie in der Mitte des Kreises geben muss. Mit dem Chant des heiligen Raumes können jede Menge anderer kreative Dinge gemacht werden. Andere Gesänge können auch genutzt werden, seien sie nun gut bekannt oder neu komponiert, solange nur der Text auf die Erschaffung des heiligen Raumes fokussiert ist.
Die nächste Phase der Liturgie ist die Invokation der Elemente
Es gibt mehrere Wege den Gesang in diesem Abschnitt auszuführen. Das Einfachste wäre, alle Elemente zu invozieren und außerdem die Elemente-Chants zu intonieren. Der beste Chant hierfür wäre der, welcher alle vier Elemente im Text vereint, so wie „Air I Am“ oder „Earth My Body“. Etwas komplexer wäre es, vier getrennte Gesänge zu benutzen, während die Anrufenden die Himmelsrichtungen der Elemente anrufen und die Gruppe die korrespondierenden Elemente der Himmelsrichtungen skandiert. Eine Empfehlung wäre, Chants zu nutzen, die für alle vier Himmelsrichtungen dieselbe Melodie nutzen. Das würde die geeignete Stimmung erzeugen und die Energien auf den Zweck dieses Abschnittes der Liturgie fokussiert halten. Es können natürlich auch andere Gesänge genutzt werden. Ein anderes gutes Beispiel wäre die Kombination von zwei Gesängen, so wie „Air I Am“ dreimal zu singen, dann „Earth My Body“ im Canon und dann mit noch mal drei „Air I Am“ abzurunden. Die Performanz ist nicht limitiert, solange man den Zweck dieses Teils des Rituals im Auge behält: das Aufsteigen der Elementeenergien und ihre Invokation in den Kreis.
Die dritte Phase der Liturgie, die Invokation der Gottheiten, ist eine der bedeutendsten im Wicca-Ritual
Das kann auf viele verschiedene Art und Weisen getan werden. Eine einfache Methode ist das Singen des Göttinnen- und Götter-Chants gleich nachdem die Priesterin und der Priester diese in den Kreis eingeladen haben. Die Priesterin lädt die Göttin ein während die Gruppe die Hände zum Göttinnensymbol erhoben hält. Dann gleich nachdem die Göttin invoziert wurde, singt die Gruppe einen korrespondierenden Chant. Der beste Gesang wäre der Name der Göttin, die in den Kreis invoziert wird. Einige Beispiele dafür wären die Namen der Göttin einer Tradition, des Sabbat, der Mondphase (des Esbat) oder ein allgemeiner Göttinnen Chant für ein öffentliches Ritual. Das alles hängt davon ab, welche Göttin in den Kreis invoziert wird.
Der Götter-Chant funktioniert auf die gleiche Weise. Der Priester lädt den Gott ein während die Teilnehmer die Hände in der Gott-Position halten. Danach wird ein Chant gesungen, der mit dem geeigneten Bild des Gottes korrespondiert. Gesänge, welche beide, Göttin und Gott, kombinieren, wären eine weitere Art, die Gottheiten zu invozieren, so wie „We All Come from the Goddess“ and „Hoof and Horn“. Bei dieser Art der Performanz findet die Invokation von beiden statt, bevor das Skandieren beginnt. Manchmal wird in einem Ritual nur die Göttin invoziert. Beispielsweise Dianische Traditionen invozieren üblicherweise nur die Göttin. In einigen Ritualen, wie in denen für Neumond, Samhain und die Monde zwischen Samhain und Jul, könnte auch nur die Göttin invoziert werden. Für diese Rituale wird natürlich nur ein Gesang zur Anrufung der Göttin benötigt. Trommeln und Rasseln können im Gottheiten-Chant eingesetzt werden. Auf diese Art werden jedoch die Handgesten nicht genutzt. Es gibt unzählige Arten wie der Gottheiten-Chant eingesetzt werden kann. Es gibt so viele Wege wie es kreative Geister, die Rituale schreiben, gibt.
Die nächste Phase der Liturgie, der Hauptakt, ist der kreativste und aufwendigste Teil des Rituals
Die Gesänge für diesen Abschnitt sind zahllos. Eine beliebige Anzahl, zwischen einem und fünf, Gesängen kann hier in Abhängigkeit vom Typus des Rituals eingesetzt werden. Für ein Vollmond-Ritual vielleicht ein Gesang, den Mond herunterzuziehen. Ein gutes Beispiel hierfür wäre „Kore Chant“. Dieser Gesang ist ein kraftvolles Beispiel dafür, die Energien der Teilnehmer mit der Kraft des Mondes zu verbinden, und so Energien für Magie und andere Arbeiten während des Vollmond-Rituals heraufzubeschwören. Es kann auch ein sehr kraftvoller Weg sein, um Zauber zu beginnen. Auch die bekannte „Witches´ Rune“, geschrieben von Doreen Valiente, kann in diesem Abschnitt des Rituals gesungen werden. Vielleicht wird ein Heilzauber während des Rituals durchgeführt. Dann kann ein Heilchant am Beginn dieser Phase des Rituals gesungen werden. Zu Festen, wenn unterschiedliche Arbeiten verrichtet werden, ist ein fokussierter Gesang, der mit dem Sabbat korrespondiert, ein großartiges Mittel, um die Energien des Rituals aufsteigen zu lassen. Musikinstrumente und Tanz sind eine kraftvolle Begleitung in dieser Phase des Rituals. Das ist der „Hauptgang“ des Rituals und der Verwendung von Gesängen sind keine Grenzen gesetzt. Ein Medley von Chants wäre eine weitere, etwas komplexere, aber nette Ergänzung zum Ritual. Ein wichtiger Aspekt, den man dabei nicht vergessen sollte, ist, dass der Text des Gesanges mit dem Inhalt des Rituals korrespondieren sollte. Da der Text bei der Verbindung zwischen Körper und Geist und zu den anderen Teilnehmern hilft, ist es sehr wichtig, den richtigen Gesang auszuwählen.
Ende Teil II
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