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Der
Spirit der Ninja gründet
sich auf den Prinzipien, Beleidigungen zu ertragen und das
Verlangen nach Rache zu schlucken.
Mit anderen Worten ist das grundlegende Prinzip der Ninja,
wenn sie mit einem Angriff des Feindes konfrontiert werden,
seinen Attacken natürlich auszuweichen und zu verschwinden,
indem sie Ninpo Taijutsu (Ninpo Körperkunst) verwenden.
Nur wenn keine anderen Optionen offen sind, werden Ninja natürliche
Prinzipien und Methoden verwenden, um ihren Gegner auszuschalten.
Das harte Training rüstet sie mit einem widerstandsfähigen
aber flexiblen Spirit und Fähigkeiten der Kriegskunst
aus, fähig sich jeder Situation anzupassen, geführt
von einem sechsten Sinn für Wahrnehmung, der universelle
Gültigkeit besitzt.
· Wenn Dich jemand angreift,
geh aus dem Weg.
· Wenn Dich jemand wirklich verletzen will, brich seine Knochen.
·
Wenn Dich jemand wirklich töten will, töte ihn.
Aus den Amatsu Tatara Hibumi no Ikan.
Ninjutsu enthält tiefe Weisheiten, aber es enthält
auch viele Aspekte, die gefährlich wären, würden
sie von der breiten Bevölkerung erlernt. Trotz allem
ist es immer noch eine Kunst, um Menschen zu kontrollieren
und ihnen
beizeiten das Schwert und den Speer wegzunehmen, wie auch
ihren Willen zu kämpfen zu brechen, bevor man ihnen
entkommt. Es ist ebenfalls ein Weg sich selbst wie auch
seine Gegner zu kontrollieren.
Leben und Sterben, Nehmen und Geben des Lebens, das
alles ist verbunden. Stärke und Schwäche sind
miteinander verbunden, Yin und Yang sind Teil einer Kette.
Es ist wichtig
dies zu verstehen. Egal wie stark Du auch bist, es gibt
absolut keine Möglichkeit, durch Stärke allein
zu überleben.
Genauso: wenn jemand, um zu überleben wirklich gewinnen
muss, egal wie schwach er auch ist, kann
er diese Techniken zur
Kontrolle verwenden, um seinen Gegner zu überwinden.
Ninpo Taijutsu ist nicht der einzige und nicht der ultimative
Weg. In jeder Kunst, in jedem Weg existiert Taijutsu, das,
wenn es immer weiter praktiziert wird, dazu führen
kann, das Leben zu verstehen und mit ihm umzugehen. Eines
der
Prinzipien
aus der Amatsu Tatara Hibumi no Ikan nennt sich Gairon.
Das bedeutet, alles das zu verwenden, was einem in diesem
Moment gerade hilft,
egal von wo es herkommt. Dies gilt für den Kampf,
für
die Medizin, für das Leben selbst.
Wer immer weiter in die Weisheiten und Prinzipien des Ninpo
eindringt, wird feststellen, dass sie das komplette Spektrum
des Lebens umfassen. Einer der Gründe warum das Training
der Ninja so breit gefächert war und ist und viele mögliche
Aspekte des Lebens umfasst (historisch belegt sind achtzehn
verschiedene Trainingsgebiete). Zu der Aussage „Budo
ist Leben“ lässt sich ein interessanter Zusammenhang
zu einer Aussage alter ägyptischer Krieger feststellen:
„Der,
der Balance im Kampf erreichen kann, kann auch
Balance im Leben erreichen.“
Wobei es für die Ninja niemals darum
geht, die Balance immer oder durchgängig zu wahren. Es
ist viel wichtiger imstande zu sein, seine verlorene Balance so
schnell wie möglich
wiederzubekommen. Dies gilt für alle Lebensbereiche inklusive
der Spiritualität.
Ein weiterer Aspekt, der es Wert ist hervorgehoben zu werden
ist folgende Aussage...
Budo und Medizin ist dasselbe
„Wenn Du nicht weißt wie man sie tötet, weißt
Du nicht wie man sie heilt.
Wenn Du nicht weißt wie man
sie heilt, weißt Du nicht wie man sie tötet.“
Ein Prinzip, das sich in allen alten Kulturen finden lässt,
das sich über die Jahre aber gespalten hat. Im
alten Indien und China waren Kriegskunst und Medizin früher
ebenfalls ein und dasselbe. Der beste Doktor zu sein nützt
nichts, wenn man angegriffen wird und sich nicht selbst
verteidigen kann (dies gilt sowohl für Krankheiten
als auch körperliche
und emotionelle Angriffe). Ebenso wenig nützt es etwas,
der beste Krieger zu sein und sich nicht selbst heilen
zu können,
wenn man verletzt oder krank ist.
Zum spirituellen Teil sei
noch hinzugefügt, dass es
immer nur einen kleinen Teil in jeder Generation gibt,
an den ein Großteil dieses Wissens vermittelt wird.
Jedoch reicht jenes Wissen, das mehr oder weniger versteckt
weitergegeben
wird, im Normalfall aus, um die Probleme des Lebens zu
lösen.
Es gibt jedoch nach der Tradition immer nur einen, der
von seinem Lehrer alles bekommt, das gesamte
Wissen der Jahrtausende
und dessen Anwendung. Es steht jedoch jedem frei, selbst
immer tiefer in diese Richtung vorzudringen und weiterzulernen.
Zum
Anderen gibt es einige Wenige die viel bekommen haben und
dies auch an einige Wenige weitergeben.
Gehe immer weiter
Vergiss
Deine Trauer, Deinen Ärger, Neid und Hass. Lass
sie vorübergehen wie Rauch im Wind. Du solltest nie
vom Weg der Rechtschaffenheit abweichen; Du solltest ein
Leben
führen, das eines Menschen würdig ist. Sei nicht
besessen von Gier, Luxus oder Deinem Ego. Du solltest Sorgen,
Trauer und Hass als das akzeptieren, was sie sind, und
sie als Chance zur Herausforderung sehen, gegeben von den
Mächten…
Ein Segen gegeben von der Natur.
Hab´ beides in Gedanken und widme Deine ganze Zeit dem
Budo und lasse Deine Gedanken tief in die Künste des
Bujutsu eintauchen.
Die Richtung des Kriegers
Es wird gesagt, dass sich die Kriegskunst
im täglichen
Leben einer Person und deren Verhalten widerspiegelt. Dieses
erkennt man am Besten in den Prinzipien der Menschlichkeit.
Ein Budoka (jemand der Budo praktiziert) der Gedankenlosigkeit
und falsches Verhalten vermeidet, wird niemals von Unbesonnenheit überkommen
werden. Er behält seine Ruhe, zögert nicht, ist
aber bescheiden und freundlich und wird respektiert. Der
wahre Weg
der Kriegskunst besteht darin, die Begierd/Ungeduld keine
Kontrolle über einen Selbst bekommen zu lassen. Es
wird auch gesagt dass es ehrbar ist, die Schwachen zu beschützen
und die Starken zu bekämpfen, es ist jedoch nicht
erlaubt unnötig oder ohne Grund zu kämpfen. Wenn
es die Umstände
jedoch erfordern, so sind jene, die die Starken nicht fürchten
und die Schwachen schützen, wahre Krieger.
Wenn dich
jemand beleidigt oder nicht respektiert, ist wahrer Mut
jenen ins
Gesicht zu lachen und sie nicht zu Gegnern werden zu lassen.
Das Schwert unnötig zu ziehen sollte unter allen Umständen
vermieden werden. Ein anmutiges Herz zu behalten, gemeinsam
mit der Tugend der Warmherzigkeit, dies ist genial und
erfreulich; während man die Fähigkeit entscheidend
und verwegen zu handeln behält; beide in Betracht
zieht, den Weg des Schreibens und den des Kämpfens
ohne vom Lernen abzugehen; im Besitz eines gütigen
und mutigen Herzens: das ist der göttliche Krieger.
Wir sollten auf dieser ewigen Richtung des göttlichen
Kriegers beharren.
Japanese Sword Fighting, Dr. Masaaki Hatsumi, Kodansha International
Ltd.
Über´s Glücklichsein
Der Weg um grenzenloses Glücklichsein zu erfahren, ist,
alle Sorgen und Reue loszulassen und zu wissen, dass glücklich
zu sein, dass zufriedenste der Gefühle des Lebens darstellt.
Blicke zurück auf all Deine Erfahrungen im Leben und erlaube
den positiven, kreativen und freudigen Gedanken alles zu überstrahlen
und Deine Sorgen und Deine Betrübnis, die in Deinen Gedanken
verborgen lauern, zu überwinden. Zu wissen das Krankheiten
und Unglück natürliche Vorgänge und Teil des
Lebens sind, ist der Schlüssel, um Elend mit Geduld und
einem glücklichen Spirit zu überwinden. Das Glück
wartet direkt vor Dir. Nur DU kannst wählen, ob Du
Dich entscheidest es zu erleben oder nicht. Nimm dies in
Dein Herz.
Toshitsugu Takamatsu
Initation eines Ninja
Die letzte Initation eines Ninja im Grundtraining
ist, seinem Tod ins Angesicht zu sehen, ruhig, im Jetzt ruhend.
Dadurch berührt er die Leere und setzt damit ein
visuelles Zeichen, dass er sein Leben nach seiner Intention
leben
wird.
Selbst wenn Du dem sicheren Tod
ins Auge siehst - stirb mit einem Lächeln.
Der Schüler kniet vor dem Großmeister und wendet
ihm den Rücken zu, die Augen geschlossen und den Fokus
auf seinen Atem gerichtet. Hinter ihm steht der Großmeister
mit einem Schwert. Jeden Moment und ohne Warnung wird er
mit der Klinge zuschlagen, genau auf den Kopf, bis
zur Mitte des Oberkörpers des Schülers.
Die Herausforderung der Initation ist es, diesen Moment zu fühlen,
im Moment kurz bevor das Schwert auftrifft, aus dem
Weg zu rollen, sich umzudrehen und zu sehen, ob ein weiterer Schlag
folgt.
Der Großmeister tötet symbolisch seinen Schüler;
während der Schüler seinen Lehrer ablehnt und
zu seinem Leben steht, egal was auch immer passiert, selbst
wenn
es bedeuten würde, jenen Mann zu verlassen der seit
Jahren sein Lehrer und Mentor war. In diesem Augenblick
gibt es Freiheit
für beide und die Verbindungen zwischen ihnen werden
gelöst.
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Wenn der Schüler sich zu früh
bewegt, hat er versagt; Wenn er sich zu spät oder gar
nicht bewegt, ... Wie weiß er dann, wann es Zeit ist
zu rollen?
Der Schüler, geübt durch sein Training, kann loslassen, sich entspannen,
seine Mitte finden und Eins mit der Leere werden. In diesem Test wird vorausgesetzt,
dass er diese Lektionen gelernt und verstanden hat - mit Angst, Machtlosigkeit,
Verwirrtheit und Seelenschmerz umgehen kann. Dadurch kann er verschmelzen mit
allem, was ist. Er sollte mit dem erzeugenden Impuls im Universum Eins werden,
dass es keinen Unterschied zwischen ihm und seinem Lehrer gibt.
Es ist nicht so, dass er den Moment erahnt
oder im Voraus fühlt, wann der Schlag erfolgt. Er wird
zum Schlag, weil er zu den Gedanken des Lehrers wird. Es
ist nicht so, dass er die Bewegung der Klinge in der Luft
kurz vorher hört, er ist die Klinge,
er ist die Luft. Er bewegt sich einfach,
nicht durch Raum und Zeit weil diese Konzepte nicht mehr
existieren, aber von einem Gedanken zum Anderen. Das ist
es, was ihn in Sicherheit bringt. Er wird, sofern er es zulässt
und bereit ist, in Sicherheit gebracht. |
Abschluss
Zum Ende sei bemerkt, dass Lesen einem Ideen und Vorstellungen
liefern kann, niemals aber Einsichten, die durch ein Weitermachen
und Kuden entstehen. Hiezu eine Bemerkung des 34. Großmeisters
des Togakure Ryu Ninpo in einem seiner Bücher:
„Als ein Beschluss der früheren Meister dieser
Schule ist das, was an Stift und Papier gebunden ist, verboten.
Denn wenn es beim geschriebenen Wort aufhört, dann kommt
die Tiefe ihrer Wahrheit zu einem Ende; die Kriegskünste
mit der unendlichen Form des inneren Mysteriums und den sicheren
Sieg zu sehen. Aber jetzt, da ich dieses Buch zusammenstelle,
und obwohl es so ist, wie gegen die alten Meister zu handeln,
für ein späteres Studium und um die Formen zu erklären,
falls nach mir keiner da ist, der voll eingeweiht ist, hinterlasse
ich dieses Buch. Und doch ist es, wie die Meister sprachen,
die Bedeutung, welche die ganze Tiefe beinhaltet; Sie kann
nicht in einem Schreiben ausgedrückt werden: Man muss
dieses Streben mit seinem Üben wahr machen.“
Togakure Ryu Ninpo Taijutsu,2001, Bujinkan Fudoshin Dojo, Barninja
Verlag Eberswalde.
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