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Kommen wir nun zur Literatur. Ursprünge sind, muss man leider
auch sagen, die Protokolle der Hexenprozesse, denn diese enthalten
sämtliche Elemente, die in der späteren Literatur wieder
auftauchen. Die Geschichten, welche eigentlich meist aus der Fantasie
der Folterer oder Gefolterten entsprungen waren, haben sich auf
die spätere Literatur ausgewirkt, weil die Elemente dort immer
wieder auftauchen. Wenn man die Literatur betrachtet, darf man
die Volksmärchen natürlich nicht außer Acht lassen,
weil sich da auch recht häufig der Teufel findet. Hier wird
der Begriff des Teufels allerdings unterschiedlich verwendet und
man muss unterscheiden, wie etwa nach Region. So kommt es, dass
im deutschsprachigen und auch skandinavischen Raum der Teufel auch
austauschbar mit anderen Wesen wie Riesen oder Kobolden ist. Im
orientalischen Raum wird „Teufel“ recht oft im Sinne
von Dschinn gebraucht. Und natürlich gab es dann auch noch
die Verwendung vom Teufel im biblischen sinne.
Die Darstellung des Teufels ist sehr unterschiedlich, es gibt
bestimmte Grundaspekte, zum Beispiel den verschlagenen aber dummen
Teufel, wie im Märchen „der Bauer und der Teufel“.
Dort paktiert der Bauer mit dem Teufel, dass das was auf dem Gemüsefeld
unter der Erde wächst dem Teufel zusteht und das, was über
der Erde wächst bekäme der Bauer – der Bauer ist
so schlau und baut nur Getreide an, dass der Teufel nur die Wurzeln
davon bekommt. Im zweiten Jahr denkt sich der Teufel, dass er genauso
seine Bedingung umdrehen könne und verlangt was über
der erde wächst, worauf der Bauer Kartoffeln anbaut. In einer
anderen Darstellung des Teufels sehen wir ihn als Wohltäter,
als Beispiel „des Teufels rußiger Bruder“. Hier
geht es darum, dass der Teufel mit einem Soldaten paktiert, und
der Soldat darf sich als Bedingung sieben Jahre nicht kämmen,
schnäuzen, sich die Nägel schneiden, sich waschen usw.
Er wird dann immer schmutziger, aber hält durch und bekommt
daraufhin am Ende der sieben Jahre vom Teufel einen Rucksack voll
Kehricht, der sich dann aber im Tageslicht in Gold verwandelt.
Und natürlich gibt es auch den Aspekt der Bedrohung, das ist
etwas, dass sich vor allem in englischen Volksmärchen findet,
wo der Teufel einen mitnimmt. Dort wird er als düstere Gestalt
dargestellt.
Bekannte historische Werke in der Literatur sind ganz klar solche
mit dem Faustmotiv. Als Legende und Sagengut kommt es seit dem
14. Jahrhundert vor und Christopher Marlowe hat es als Erster als
literarische Tragödie niedergeschrieben. Das hat irgendwann
auch Goethe erkannt und hat daraufhin seine vielen Versionen vom „Faust“ geschrieben.
Eine weitere Darstellung des Leibhaftigen ist von Matthew G. Lewis
in „der Mönch“, welches zirka 1800 erschienen
ist. Interessant ist auch, dass der Teufel in der Literatur auch
oft indirekt auftritt, indem er eben als der Paktierende dargestellt
wird und eigentlich nur eine Nebenrolle neben den Protagonisten
spielt. Zum Beispiel „der ewige Jude“, der durch einen
Pakt mit dem Teufel durch die Welt wandern muss, oder so ähnlich
auch der „fliegende Holländer“, der den Rest seiner
Tage über die Weltmeere segeln muss.
Im 20. Jahrhundert verschiebt sich das Ganze wieder ein bisschen.
Der Teufel wird wieder zu einem persönlichen und zwischenmenschlichen
Aspekt, das ist eher metaphorisch zu verstehen. Ein wenig Literatur
wäre da etwa E.T.A Hoffmann „die Elixiere des Teufels“,
Thomas Mann „Doktor Faustus“, „Der Exorzist“, „Melmoth
der Wanderer“ – das ist ein typisches Buch wo eben
dieser ewige Jude als Leidtragender vom Pakt mit dem Teufel vorkommt, „Rosemaries
Baby“, dies ist wahrscheinlich eher als Film bekannt und „Das
Omen“, wo die biblischen und apokalyptischen Vorstellungen
verarbeitet worden sind.
Kommen wir nun zum Teufel in
der Musik
Fangen wir mit der klassischen Musik an, es gibt sehr viel Musik
zum Faustmotiv, zur Faustsage, diese haben auch viele Opern angeleitet
und was wir gerade hören ist „Der Freischütz“ in
dem der Freischütz mit dem Teufel paktiert, um besser treffen
zu können. Etwas anderes, ein reines Instrumentalwerk ist
von Franz Liszt, er hat den „Mephistowalzer“ und
die „Mephistopolka“ geschrieben. Dann gibt es von
Jaques Offenbach auch eine Vertonung von den Erzählungen
von E.T.A. Hoffmann.
In der Rockmusik hält es sich ziemlich in Grenzen, es tritt
zwar oft als Motiv auf, aber eigentlich sind es nur geringe Züge
zum Thema und wenn, dann tritt der Teufel nur in den allgemeinen
Plätzen auf und oft wird nur im Bezug auf Klichées
aus Filmen erwähnt. Was wir im Hintergrund hören ist „Sympathy
for the devil“. Eine recht große Rolle spielt der Teufel
im Blues, streng genommen kommt der Name Blues auch von der Redewendung „to
have the blue devils“, was einen tiefen melancholischen Zustand
bedeutet. Es wird zum Beispiel der Geschmack an der Sünde
dargestellt, das Böse wird mit dem Sex identifiziert, aber
es wird dennoch immer eine ironische Distanz zum Erzählten
gehalten. Was wir gerade hören ist Robert Johnson mit „Pretty
the blues“.
In den 70er Jahren gab’s dann wieder eine größere
Aufmerksamkeit auf das Teufelsmotiv, nicht zuletzt auch hervorgerufen
durch die Band „Black Sabbath“. In den 80er Jahren
gab es auch noch eine ziemliche Verdichtung, durch das Auftauchen
des Black Metal. Protagonisten waren vor allem „Venom“ und „masterful
faith“ mit dem Sänger King Diamond. Was wir gerade im
Hintergrund hören ist das Lied, das der ganzen Musikrichtung
den Namen gegeben hat, von Venom „Black metal“. Interessanterweise
finden sich aber auch in der Popmusik Einflüsse, das ist immer
sehr interessant, wenn solche Lieder im Radio laufen und die Leute
eigentlich nicht wirklich auf den Text hören, oder sich nicht
mal ein bisschen mit der Botschaft auseinandersetzen. Was wir jetzt
hören ist ein recht bekanntes Lied und zwar von Ultravox „hymn“.
Auf wen diese Hymne gesungen wird geht zwar nicht 100%ig aus dem
Text hervor, aber man sieht es ganz gut im Video, da wird nämlich
ein Pakt mit dem Teufel geschlossen. Auch das Plattencover ist
recht interessant, weil zum Teil freimaurerische Symbole verwendet
werden, also die Band hat sich sicher mit der Symbolik zumindest
auseinandergesetzt.
Natürlich ist da auch oft nur ein aufschrecken wollen und
provozieren ausschlaggebend, um Lieder vom Teufel zu singen, oder
nur eine textuelle Beschäftigung mit der Thematik, was anderes
gibt es aber im Bereich der nordischen Metalbands, diese haben
das wirklich bis zum Exzess betrieben. Bei Ultravox weiß ich
es nicht genau, aber in dem Video wird es auch etwas selbstironisch
dargestellt, weil die betreffende Person auch für den Pakt
bestraft wird und die Strafe besteht darin, dass er mit Sure dann
bis an sein Lebensende Videos von seinen Auftritten ansehen muss.
Mir geht es jetzt auch weniger darum, inwiefern das ernsthaft gemeint
ist, sondern um das Motiv, dass ja auch oft ganz unterschwellig
Verwendung findet. Es ist ja oft ein rein plakativer Gebrauch.
Nach den Aussagen der Bands kann man meist nicht gehen, weil sie
sich da recht bedeckt halten. Ich denke bei der Interpretation
kommt es darauf an, dass man auch den Zeitgeist mit einbezieht.
Bei der Popmusik möchte ich noch auf etwas anderes eingehen,
was ganz interessant ist, das sind die Eagles mit „Hotel
california“. Interessant ist das Cd Cover, besonders die
Rückseite, wenn man diese nämlich vergleich mit der LP,
sieht man dass auf der Cd eine Figur weg retouchiert wurde, die
auf dem Album noch abgebildet war. Und zwar steht dort jemand auf
dem Balkon. Angeblich soll es sich dabei um Anton Szandor la Vey
handeln. Seines Zeichens Gründer der Church of Satan.
Soviel
zur Musik, gehen wir weiter zur Malerei
Da lässt sich historisch ein gewisses Nord- Süd- Gefälle
darstellen und zwar wurde im Norden Europas der Teufel eher fratzenhaft
dargestellt, im Südlichen Raum sieht man eher den engelhaften
Aspekt. Da wird der Teufel fast menschlich dargestellt. Im 19.
und 20. Jahrhundert ist es dann eher so, dass die Malerei den Teufel
vermehrt nach profanen literarischen Quellen darstellt und eher
selten nach biblischen. Und es ist auch gut zu erkennen, dass nun
eher die Faszination im Vordergrund steht als die Warnung, wie
in den mittelalterlichen Gemälden. Als kleines Beipsiel zwei
Bilder von Salvador Dali. Auf dem einen wird der Teufel als schwarzer
Wurm dargestellt, auf dem anderen schon etwas bedrohlicher, er
verschlingt einen Menschen.
Der Teufel im Film
Da ist er zu Hause und die Anfänge hierfür sind sehr
früh, weil einer der Gründer des Films George Milet -
am Bekanntesten von ihm ist „die Reise zum Mond“ -
einer seiner ersten Filme hieß „Schloss des Teufels“ und
das Medium Film an sich war damals erst an die ein- oder zwei Jahre
alt. Das hat also anscheinend eine starke Faszination auf die Menschen,
grade ihn hat es sehr beschäftigt, wie man im Hinblick auf
seine sonstigen Filme auch sieht. Und natürlich muss man auch
den Hinblick auf das Publikum miteinbeziehen, denn es muss ja auch
gesehen wollen werden. Im Undergroundkino gab es einen gewissen
Kenneth Anger, er hat eine ganze Reihe von Filmen gemacht und sich
auch sehr mit Crowley beschäftigt, er ist sogar seinerzeit
nach Cefalu gefahren und hat dort versucht die Wandmalereien von
Thelema zu restaurieren, wurde aber von den Behörden dabei
behindert und irgendwann wurde es dann abgebrannt. Sein letzter
Film war „Lucifer rising“. Natürlich ist der Film
ein Kind seiner Zeit also mit Hippieelementen, aber man merkt,
dass er sich damit beschäftigt hat.
Natürlich hat der Teufel im Film auch im Mainstream eine
Rolle gespielt, wobei dann auch berechtigterweise wieder die Frage
zu stellen ist, inwiefern wirklich die Intention dahinter steht
oder ob einfach die Metapher als solche interessant ist. Einige
Beispiele sind etwa „heaven can wait“ von Ernst Lubisch,
wo der Teufel als Figur, als dramaturgisches Element auftritt. „Time
bandits“, der eine ganz interessante Teufelsfigur hat, es
gibt ein schönes Zitat daraus: „Wenn ich die Welt beherrschen
würde, würde ich’s mit Hilfe von Computern tun.“ Dann „Rosemaries
baby“, der Film ist übrigens deshalb interessant, weil
der Teufel im Film eben von Herrn La Vey selbst dargestellt wird. „Der
Exorzist“, „das Omen“ und sogar Richard Burton
und Elisabeth Taylor haben etwas gedreht in diese Richtung.
Man sieht also sehr gut, dass der Teufel als Figur oder Metapher
noch immer gerne Verwendung findet und Einfluss auf die Menschen
ausübt. Man kann grundsätzlich feststellen, dass es ein
bisschen vom Zeitgeist abhängt, zum Beispiel gab es nach dem
zweiten Weltkrieg so gut wie keine Teufelsfilme, einfach weil man,
denke ich, kein Bedürfnis danach hatte, weil der reale Schrecken
schon groß genug war. Auch in der Werbung tritt der Teufel
zum Beispiel häufig auf, doch auf vieles kann ich aus Zeitgründen
nicht mehr genau eingehen. Ich denke mir, euer Bewusstsein ist
ein bisschen geschärft und ich bedanke mich für eure
Aufmerksamkeit.
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