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Anderswelten
Als nächstes knöpfen wir uns einmal den Begriff „Anderswelt“ vor,
eine Begrifflichkeit, die in vielen magischen Traditionen, vor
allem in vor-christlichen Kulturen und Religionen (soweit man das
rekonstruieren kann) eine Rolle spielt. Da wären zunächst
die Elementarwelten Erde, Luft, Wasser und Feuer, vorstellbar als
Dimensionen oder Wirklichkeitsebenen, in welchen diese Elemente
den Kosmos abbilden.
Dann die Ebenen jener Anderswelten, die sich kulturell definieren;
also keltische, nordische u.ä. Andersweltdefinitionen. Schließlich
die Ebenen der Geisterwelt und des Totenreiches sowie der Ahnen;
Ebenen/Dimensionen, die in schamanistischen Systemen eine wichtige
Rolle spielen.
Auch die Welt der Naturgeister (Pflanzen, Steine usw.) sollte
hier wegen ihrer Wichtigkeit in manchen magischen / religiösen
Systemen nicht unerwähnt bleiben, gerade weil diese Ebenen
meist als Zwischenwelten beschrieben werden, die sowohl die materiell-energetische
Welt als auch sog. Anderswelten durchdringt.
Diese Ebenen nun einfach als weitere vorstellbare „Dimensionen“ ohne
definierende Erklärung abzutun, wäre zu profan und würde
keine weiteren Erkenntnisse bringen. Obwohl wir den Begriff Dimension
durchaus verwenden können - allerdings mit der Einschränkung,
dass es sich hierbei zunächst um eine virtuelle und - für
unsere Raum-Zeit-Struktur, in der sich der Mensch normalerweise
bewegen kann – also nur qualitativ beschreibbare Dimensionen
handelt.
Und doch können diese Dimensionen bzw. deren Informationsstrukturen
den Charakter wahrscheinlichkeitsverändernder Faktoren innerhalb
der Raum-Zeit annehmen können.
Magische Dimensionen
Bei den Elementarebenen handelt es sich um Strukturen, welche direkt
auf die Raum-Zeit einwirken können und zwar in der Art, dass
ihre Therme quantitativ durch die Chaos-Theorie und die theoretischen
Prinzipen der sog. „Selbstorganisation“ beschrieben
werden können. Für die Praxis heißt das, ein Mensch,
der auf diesen Ebenen durch die bio-physikalischen Prinzipien (iiv)
und damit über die die Wahrscheinlichkeit beeinflussenden
Faktoren (iiiv) Zugriff haben kann, würde jene Wahrscheinlichkeit
dahingehend beeinflussen können, dass jene physikalischen
Prinzipien denen Erde, Wasser, Luft und Feuer unterliegen, von
ihm anscheinend manipuliert werden können.
Bei den kulturell definierten Anderswelten handelt es sich offenbar
um virtuelle Dimensionen, die durch das Vorhandensein einer Kult-
und Kulturgemeinschaft entstehen - als Beispiel seien hier keltische
Vorstellungen von Anderswelten und ihren „Bewohnern“ genannt;
also etwa Sidhe, Leprechauns usw., welche im Allgemeinen unter
dem Begriff Wildvolk bekannt sind. Entsprechend der in einer Gesellschaft
gelebten Intensität dieser Vorstellung und dem daraus erwachsenden,
ständigen Umgang mit dieser Dimension und ihren Lebewesen,
kann diese Dimension - und können vor allem ihre Bewohner
- eine Form von wahrscheinlichkeitsverändernden Faktoren annehmen.
Auch hier ist es völlig unerheblich, ob die entstehenden Effekte
tatsächlich aus der virtuellen (Kultur-)Dimension heraus auf
unsere Raum-Zeit einwirken oder ob es sich um Phänomene handelt,
die der Mensch - innerhalb seiner kulturellen Identität -
aus sich selbst heraus entstehen lässt. Dies differenzieren
zu wollen, wäre ebenso unsinnig, wie etwa eine individuell
erfahrene Gottesschau dahingehend erforschen zu wollen, ob es nun
eine Selbstschau, ein tatsächliches Erfahren von Gott oder
um eine Halluzination gehandelt hätte.
Totenreich und Ahnenwelt
Diese beiden Dimensionen sind vor allem für den magischen
Bereich des Schamanismus von großer Bedeutung, oftmals nicht
von einander getrennt oder direkt ineinander übergehend. Innerhalb
dieser Ebenen findet – über die beschriebenen bio-physikalischen
/ informatorischen Prozesse - ein Austausch statt, zwischen den
in der als Jetzt empfundenen Raum-Zeit existierenden Individuen
und jenen Individuen, welche diesen Zeitpfeil verlassen haben.
Magische Naturwissenschaft - Naturwissenschaftliche Magie
All die Erklärungen im Vorangegangenen lassen für mich
nur einen Schluss zu: Religion und Naturwissenschaft schließen
sich weder gegenseitig aus, noch enthält das eine Element
gänzlich das Andere. In der Grenzregion, welche mittels der
Magie ausgelotet werden kann, überschneiden sich Beide und
bilden als ein Sowohl-als-Auch-Paar ein vollständigeres Bild
der Welt ab.
Magie der Leim der Münze Religion und Naturwissenschaft – und
um bei dieser Metapher zu bleiben - diese Münze wurde in der
Vergangenheit durch religiösen Separatismus und akademische
Ignoranz zersägt. Jede der beiden geprägten Seiten wird
immer nur von vorn betrachtet, ihre Rückseite verleugnet oder
ignoriert; was in der Vergangenheit dazu führte, dass ein
Weltbild, also eine Ansicht vom Universum, immer nur unvollständig
wiedergegeben werden konnte. Mathematischen Formeln wurde geradezu
fanatisch Religion und esoterischer Glauben entgegengesetzt (oder
umgekehrt!) und die Erklärungsgrenzen beider Systeme als Naturgesetz
dogmatisiert.
Mit der von mir vorgeschlagenen Definition des Begriffes Magie
könnte man diesen Schritt rückgängig machen; mit
dem Lot der Toleranz und des ganzheitlichen Wissensdurstes die
beiden Hälften dieser Münze wieder zusammenfügen – sie
wurden sowieso nur virtuell getrennt. Und das möchte ich hiermit
tun, die Synthese zu einem Erklärungsmodell des Universums,
einem Bild der Welt, einem Weltbild, in welchem Religion, Glaube
und Magie als ebensolche Formkräfte betrachtet werden können,
wie die raum-zeitlichen Erscheinungsformen jeder Form der Energie.
Es soll ein Modell sein, in welchem Invokation und Gestaltwandlung,
Telepathie und Psychokinese, Quantenmechanik und Chaoswissenschaft
lediglich unterschiedliche Ausdrucksformen eines Universums sind.
Eine erweiterte Weltsicht, die zeigen kann, dass dieses Universum
sich selbst erfahren will und sich daher die Möglichkeiten
einer solchen Erfahrbarkeit schafft - unter anderem dadurch, dass
sich in ihm Lebensformen entwickelt haben, die diese Erscheinungen
und Ereignisse untersuchen, über ihre Umwelt reflektieren
und darüber miteinander kommunizieren.
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