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In memoriam Madame Mim:: Betreut von Keela
Naturwissenschaft und Naturreligion   Teil II
Als praktizierender Naturwissenschaftler und seine eigene Form der Naturreligion ausübender Mensch war und ist es mir schon immer ein Anliegen gewesen, die oft nur in extremen Aussagen vorliegenden Beurteilungen beider Lager mittels eines persönlichen Synthesevorschlages zu entmilitarisieren.

Anderswelten
Als nächstes knöpfen wir uns einmal den Begriff „Anderswelt“ vor, eine Begrifflichkeit, die in vielen magischen Traditionen, vor allem in vor-christlichen Kulturen und Religionen (soweit man das rekonstruieren kann) eine Rolle spielt. Da wären zunächst die Elementarwelten Erde, Luft, Wasser und Feuer, vorstellbar als Dimensionen oder Wirklichkeitsebenen, in welchen diese Elemente den Kosmos abbilden.
Dann die Ebenen jener Anderswelten, die sich kulturell definieren; also keltische, nordische u.ä. Andersweltdefinitionen. Schließlich die Ebenen der Geisterwelt und des Totenreiches sowie der Ahnen; Ebenen/Dimensionen, die in schamanistischen Systemen eine wichtige Rolle spielen.

Auch die Welt der Naturgeister (Pflanzen, Steine usw.) sollte hier wegen ihrer Wichtigkeit in manchen magischen / religiösen Systemen nicht unerwähnt bleiben, gerade weil diese Ebenen meist als Zwischenwelten beschrieben werden, die sowohl die materiell-energetische Welt als auch sog. Anderswelten durchdringt.
Diese Ebenen nun einfach als weitere vorstellbare „Dimensionen“ ohne definierende Erklärung abzutun, wäre zu profan und würde keine weiteren Erkenntnisse bringen. Obwohl wir den Begriff Dimension durchaus verwenden können - allerdings mit der Einschränkung, dass es sich hierbei zunächst um eine virtuelle und - für unsere Raum-Zeit-Struktur, in der sich der Mensch normalerweise bewegen kann – also nur qualitativ beschreibbare Dimensionen handelt.
Und doch können diese Dimensionen bzw. deren Informationsstrukturen den Charakter wahrscheinlichkeitsverändernder Faktoren innerhalb der Raum-Zeit annehmen können.


Magische Dimensionen
Bei den Elementarebenen handelt es sich um Strukturen, welche direkt auf die Raum-Zeit einwirken können und zwar in der Art, dass ihre Therme quantitativ durch die Chaos-Theorie und die theoretischen Prinzipen der sog. „Selbstorganisation“ beschrieben werden können. Für die Praxis heißt das, ein Mensch, der auf diesen Ebenen durch die bio-physikalischen Prinzipien (iiv) und damit über die die Wahrscheinlichkeit beeinflussenden Faktoren (iiiv) Zugriff haben kann, würde jene Wahrscheinlichkeit dahingehend beeinflussen können, dass jene physikalischen Prinzipien denen Erde, Wasser, Luft und Feuer unterliegen, von ihm anscheinend manipuliert werden können.
Bei den kulturell definierten Anderswelten handelt es sich offenbar um virtuelle Dimensionen, die durch das Vorhandensein einer Kult- und Kulturgemeinschaft entstehen - als Beispiel seien hier keltische Vorstellungen von Anderswelten und ihren „Bewohnern“ genannt; also etwa Sidhe, Leprechauns usw., welche im Allgemeinen unter dem Begriff Wildvolk bekannt sind. Entsprechend der in einer Gesellschaft gelebten Intensität dieser Vorstellung und dem daraus erwachsenden, ständigen Umgang mit dieser Dimension und ihren Lebewesen, kann diese Dimension - und können vor allem ihre Bewohner - eine Form von wahrscheinlichkeitsverändernden Faktoren annehmen.
Auch hier ist es völlig unerheblich, ob die entstehenden Effekte tatsächlich aus der virtuellen (Kultur-)Dimension heraus auf unsere Raum-Zeit einwirken oder ob es sich um Phänomene handelt, die der Mensch - innerhalb seiner kulturellen Identität - aus sich selbst heraus entstehen lässt. Dies differenzieren zu wollen, wäre ebenso unsinnig, wie etwa eine individuell erfahrene Gottesschau dahingehend erforschen zu wollen, ob es nun eine Selbstschau, ein tatsächliches Erfahren von Gott oder um eine Halluzination gehandelt hätte.


Totenreich und Ahnenwelt
Diese beiden Dimensionen sind vor allem für den magischen Bereich des Schamanismus von großer Bedeutung, oftmals nicht von einander getrennt oder direkt ineinander übergehend. Innerhalb dieser Ebenen findet – über die beschriebenen bio-physikalischen / informatorischen Prozesse - ein Austausch statt, zwischen den in der als Jetzt empfundenen Raum-Zeit existierenden Individuen und jenen Individuen, welche diesen Zeitpfeil verlassen haben.


Magische Naturwissenschaft - Naturwissenschaftliche Magie

All die Erklärungen im Vorangegangenen lassen für mich nur einen Schluss zu: Religion und Naturwissenschaft schließen sich weder gegenseitig aus, noch enthält das eine Element gänzlich das Andere. In der Grenzregion, welche mittels der Magie ausgelotet werden kann, überschneiden sich Beide und bilden als ein Sowohl-als-Auch-Paar ein vollständigeres Bild der Welt ab.
Magie der Leim der Münze Religion und Naturwissenschaft – und um bei dieser Metapher zu bleiben - diese Münze wurde in der Vergangenheit durch religiösen Separatismus und akademische Ignoranz zersägt. Jede der beiden geprägten Seiten wird immer nur von vorn betrachtet, ihre Rückseite verleugnet oder ignoriert; was in der Vergangenheit dazu führte, dass ein Weltbild, also eine Ansicht vom Universum, immer nur unvollständig wiedergegeben werden konnte. Mathematischen Formeln wurde geradezu fanatisch Religion und esoterischer Glauben entgegengesetzt (oder umgekehrt!) und die Erklärungsgrenzen beider Systeme als Naturgesetz dogmatisiert.

Mit der von mir vorgeschlagenen Definition des Begriffes Magie könnte man diesen Schritt rückgängig machen; mit dem Lot der Toleranz und des ganzheitlichen Wissensdurstes die beiden Hälften dieser Münze wieder zusammenfügen – sie wurden sowieso nur virtuell getrennt. Und das möchte ich hiermit tun, die Synthese zu einem Erklärungsmodell des Universums, einem Bild der Welt, einem Weltbild, in welchem Religion, Glaube und Magie als ebensolche Formkräfte betrachtet werden können, wie die raum-zeitlichen Erscheinungsformen jeder Form der Energie.
Es soll ein Modell sein, in welchem Invokation und Gestaltwandlung, Telepathie und Psychokinese, Quantenmechanik und Chaoswissenschaft lediglich unterschiedliche Ausdrucksformen eines Universums sind. Eine erweiterte Weltsicht, die zeigen kann, dass dieses Universum sich selbst erfahren will und sich daher die Möglichkeiten einer solchen Erfahrbarkeit schafft - unter anderem dadurch, dass sich in ihm Lebensformen entwickelt haben, die diese Erscheinungen und Ereignisse untersuchen, über ihre Umwelt reflektieren und darüber miteinander kommunizieren.


Magister Botanicus


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