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Obwohl der Name Marija Gimbutas immer wieder zitiert wird, vergessen
wir, daß sie gebürtige Litauerin war. Da Litauen als
letztes europäisches Land christianisiert wurde, lebten (und
leben) heidnische Bräuche fort, mit denen Marija früh
vertraut war. (Ihr Lebenswerk bestand darin, die "alteuropäische"
matristische Kultur wiederzuentdecken, die von der Ägäis
über den Balkan zwischen 6500 und 3500 v.Chr. existierte und
dann von kriegerischen patristischen Indoeuropäern erobert
wurde. Diese Völker benannte sie nach einer bei ihnen beliebten
Bestattungsart im Hügelgrab "Kurgan"-Leute. Sie waren
viehzüchtende Nomaden, die über Pferde verfügten.
Die matristischen Völker waren hingegen seßhafte Bauern
und verehrten die Göttin (97% der Figurinenfunde sind weiblich).
Aber was wissen wir hier in Mitteleuropa, speziell in Österreich
eigentlich über slawische Mythologie? Ziemlich wenig, oder
doch sehr viel, wenn wir erkennen, daß wir verschiedene Äste
aus einem Stamm sind.
Die Schöpfung
Am Anfang der Zeit, war alles in Dunkelheit gehüllt. Aber dann
erschuf das Eine, welches über uns alle wacht, das goldene
Ei, in dem Rod - der Schöpfer von allem, was ist - eingeschlossen
war. Dann wurde Liebe - Lada - aus Rod geboren und
Er verwendete Sie, um Sein Gefängnis zu zerstören und
dann schuf Er das Universum - all das, was es gibt:
Die Sonne kam aus Seinem Gesicht heraus,
Und der Mond erschien aus Seinem Kinn,
Und die Sterne kamen aus Seinen Augen heraus,
Und die Dämmerung entsprang Seinen Augenbrauen,
Und die dunkle Nacht wurde aus Seinen Gedanken geboren,
Und die starken Winde wurden geboren aus Seinem Atem.
Buch der Koliada (Legenden)
Das ist, wie Rod alles herstellte, was wir um uns sehen.
All das ist ein Teil der Natur (Natur auf russisch, heißt
"pri-roda" oder "nah an Rod"). Er trennte die
körperliche Welt - Yav' - von der unsichtbaren Welt - Nav'.
Er trennte Prav' (Weg des Rechtes) von Kriv' (Weg des Unrechtes).
In seinem glühenden Triumphwagen erschuf er Donner. Er setzte
Ra, den Sonnen-Gott, in ein goldenes Boot, und er setzte Miesiats,
die Mond-Gottheit, in ein silbernes Boot. Aus seiner Mundöffnung
heraus kam Vogel-Mutter Sva - der Geist von Rod. Aus
ihr wurde Svarog - der Vater im Himmel - geboren. Svarog
beendete die Schöpfung. Er wurde Aufseher der körperlichen
(sichtbaren) Welt und der König des Himmels. Er errichtete
zwölf Säulen, auf denen der Himmel ruht.
Aus dem Wort von dem, das über uns allen ist, schuf Rod
Gott Barma - der Vedas singt (Wahrheit der Götter, vom
alten russischen "vedat'" - "wissen"). Rod
wurde der Fluß des Himmels und schuf das Wasser des großen
Ozeans. Aus dem Schaum von diesem großen Ozean heraus wurde
die Weltente geboren, die der Reihe nach viele Götter - yasun'
und Dämonen - dasun' schuf. Rod erschuf die Kuh
Zemun' und die Ziege Sedun' , aus deren Euter die
Milch floß, welche die Milchstraße wurde.
Dann schuf er den Alatir'-Stein, und er nahm diesen Stein
und schlug Butter aus der Milchstraße. Aus dieser Butter wurde
Mati-Syra-Zemlia (Mutter-Feucht-Erde) geboren.
Buch der Koliada
Buch von Veles
Buch der Vedas (obgleich die Echtheit dieses Buches unsicher
ist)
Der
Stein Alatir'
Der weiß-brennende Alatir'-Stein wurde am Anfang der
Zeit hergestellt. Die Weltente holte ihn aus den Tiefen des großen
Ozeans . Alatir' war sehr klein, also entschied sich die
Ente, ihn in ihrem Schnabel zu verstecken. Aber Svarog sagte
das magische Wort, und der Stein fing an zu wachsen. Die Ente konnte
ihn mehr anhalten, und sie ließ ihn fallen. Und Berge des
großen Alatir' stiegen herauf, als dieser Stein gefallen
war.
Der weiß-brennende Alatir'-Stein ist ein heiliger
Stein, der Wächter des Wissens der Veden, der Vermittler zwischen
Menschen und den Göttern. Er ist "klein und kalt"
und gleichzeitig "riesig wie ein Berg". Dieses leicht
und schwer, kann nie völlig verstanden werden, "niemand
wird sein Geheimnis lüften können oder ihn vom Boden aufheben
können".
In seiner magischen Himmel-Schmiede schlug Svarog Alatir'
mit seinem magischen Hammer, und die Funken vom Stein wurden zu
Göttern. Gott Kitovras, der halb Mann und halb Pferd
ist, baute den Tempel auf Alatir' für das Eine, welches
über uns allen ist. Das ist der Grund, warum Alatir´
auch ein Altar ist, das Bett der Opferung für das, was über
uns allen ist. Es opfert sich auf diesem Stein und wird dann Alatir'
selbst.
Entsprechend den Geschichten der Ahnen, fiel Alatir' vom
Himmel, und die Gesetze von Svarog waren auf ihm eingemeißelt.
So verbindet Alatir' alle drei Welten - den Berg (Königreich
der Unsichtbaren), das Tal (Königreich der Menschen) und den
Himmel (Königreich der Götter). Und auch das Buch der
Vedas und der Zaubervogel Gamaiun fielen vom Himmel, und
sie dienen als Vermittler zwischen den Welten. Das Buch und der
Vogel sind Aspekte von Alatir'.
In der körperlichen Welt ist Alatir' der Berg von Albrus.
Der Fluß Belaya (= weiß) schlängelt sich in Mäandern
herab. Unten am Berg lebten Belogors (" Leute vom weißen
Berg "), ein alter slawischer Stamm, der die heilige Stadt
von Belyi Gorod ("weiße Stadt") gründete. Alatir'
ist mit dem Himmel verbunden - Irii oder Belovodie (" weißes
Wasser ") - das heißt - Summerland, wo die Flüsse
voller Milch sind. Es gibt auch Alatir' Stein in den Bergen Ural
(Irii), in denen der Ra-Fluß (Wolga) entspringt.
Alatir' ist nicht nur ein Berg oder ein Stein, er ist es die heilige
Mitte der Welt. Es ist der Weg von Prav' zwischen Yav'
und Nav', zwischen dem Tal und dem Berg. Er ist klein und
groß, schwer und leicht. Er ist der Schnittpunkt aller Welten.
Er ist geheimnisvoll, so wie es Prav' ist. Er ist der erste
Stein.
Svarog
und Semargl
Am Anfang der Zeit, schlug Svarog den weiß-brennenden
Alatir'-Stein . Und die Funken von seinem Hammer wurden zu
dem Feuer-Gott Semargl und zu den Ratichi Nebesnie
(Himmelskämpfer). Der Feuer-Gott Semargl erschien in
einer Wolke aus Flammen, welche alles reinigt, was er berührt.
So wie die Sonne, gab er dem Universum Licht. Er schuf das goldmähnigte
Pferd mit silbrigem Fell. Rauch wurde sein Banner und Feuer wurde
sein Pferd. Er hinterläßt die Spur der gebrannten Erde,
wohin er geht.
Das Feuer in Svarogs Schmiede wurde so stark, daß
es Stribog, den Gott der Winde verursachte. Er gesellte sich
zu Svarog und Svarozhitch (Sohn von Svarog) und Semargl,
wenn er das Feuer in der Himmels-Schmiede unterstützte. Da
entschloß sich die große schwarze Schlange, Sohn der
Weltente, Svarog nachzuahmen. Er kroch bis zu Alatir'
und schlug ihn an. Aus Funken heraus wurden die Dämonen - dasunes
geboren.
Und Semargl kämpfte mit der großen schwarzen Schlange
und seiner Armee. Aber die Schlange war stärker, und die rote
Sonne begann zu verlöschen. Dunkelheit breitete sich aus. Svarozhitch
flüchtete in den Himmel um seinen Vater, Svarog den
Schmied, zu sehen. Aber die schwarze Schlange kam auch nach Svarga.
Sie beleckte die Bohrung in der Wand der Schmiede. Dann ergriffen
Svarog und Semargl sie an der Zunge und ließen sie
dann die Erde pflügen. Sie verwendeten sie, um eine Grenze
zwischen die Königreiche von Yav' und von Nav'
zu zeichnen. Svarog und Semargl nahmen Yav'
und die Schlange nahm Nav'.
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