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Das Kapitolinische Museum
und seine innewohnende Ewigkeit
In Rom gibt es viele Museen mit antiken Sachen. Ich war beleibe nicht in allen, doch das kapitolinische Museum hat es mir besonders angetan. Wie der Name schon sagt, befindet sich das kapitolinische Museum am Kapitol, erstreckt sich über zwei Gebäude, die durch einen Gang unter dem Platz miteinander verbunden sind. Das Museum beherbergt Schriftplatten, die um die 2000 Jahre alt sind, Statuen quer durch die Jahrhunderte. Die ältesten Teile einer Statue, die ich dort gesichtet habe, sind datiert mit 600 v.Chr.
Bereits beim Eingang kann man einen Blick in einen der Innenhöfe
erspähen, und dort strahlen einem gleich Pan und Neptun entgegen.
Nicht nur Diana blickt einem hoheitsvoll mit der Mondsichel überm
Kopf entgegen, auch ein Ebenbild von Athene sieht dich in Stein
verewigt an. Die Wege führen an Zentauren, dem Baby-Herkules,
der Magna Mater, Dionysos in seiner vollsten Pracht und vielen
anderen bekannten Göttern und Helden vorbei.
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| Augustus |
Kaiser dürfen natürlich auch nicht fehlen - Reste der Kolossalstatue
von Nero sind noch zu bewundern, wobei mich dabei eher ein schauriges
Gefühl erfasste. Denn nicht nur dass die Statue wirklich ein
Koloss war, besonders hübsch dürfte er auch nicht gewesen
sein. Und als Kaiser... naja. Auch nicht wirklich volksnah, wie man
so in den Geschichtsbüchern lesen kann.
Hier gibt es auch eine kleine Anekdote: Unten in einem großem
Raum, der extra für eine bestimmte Statue klimatisiert wird,
befindet sich eine bronzene Reiterstatue. Eine Kopie davon steht
auf seinem ursprünglichen Platz am Kapitol. Wie kann es sein,
dass eine Bronze-Statue die Jahrhunderte, nein, sogar zwei Jahrtausende überlebt
hat, und nicht eingeschmolzen wurde, um Waffen zu erzeugen? Ein
Irrtum machte es möglich. Ursprünglich glaubte man, dass
diese bronzene Reiterstatue ein Bildnis vom Kaiser Konstantin sei.
Da er der „Begründer“ des Christentums ist, schmolz
man sie nicht ein. Später stellte sich jedoch heraus, dass
diese Statue ein Bildnis von Augustus ist. Da die Zeit schon ihre
Spuren hinterlassen hatte, wurde sie schnell gerettet, man fertigte
eine Kopie an, stellte die Kopie an ihre Stelle, und rettete diese
wertvolle Statue vor ihrem Verfall.
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| Engelsburg |
Die Engelsburg
Die Engelsburg hat auch ihre eigene Geschichte. Ursprünglich wurde sie als Mausoleum für Kaiser Hadrian gebaut. Vor der Engelsburg befindet sich ein riesiger Park, der einem das Gefühl von einer Burg so richtig übermittelt. Drinnen wirkt alles etwas verwinkelt, es hat seinen ganz eigenen Flair. Den großen, runden Turm bestiegen, bietet sich ein wunderbarer Rundblick über Rom. Auf der einen Seite ein Blick zum Kolosseum, auf der anderen Seite des Flusses prangt der Vatikan – erbaut aus Steinen von antiken Tempeln der ehemals so mächtigen Götter. Ehemals? Naja, das ist eine andere Geschichte, die jeder für sich selber schreibt ...
Die spanische Treppe
Die spanische Treppe hat zwar nichts Antikes an sich, doch es lohnt sich auf jeden Fall, sie zu besuchen. Ganz wichtig: am Abend hinkommen, wenn es bereits dunkel ist, und einfach neben den vielen anderen Menschen auf den Stufen Platz nehmen. Ob das so eine Art Ritual ist? Wer weiß ... es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Die Leichtigkeit, die dort durch die Luft saust, die warmen, von der Sonne aufgeheizten Stufen, die Luft, die nach Meer riecht.
Ostia Antica
Wer geglaubt hat, das war´s schon, der hat geirrt. Bei meinem
letzten Besuch in Rom entschieden wir uns, an die Ostia zu fahren
und eine antike Ruinenstadt zu besuchen. Ostia Lido ist ein kleines
Renaissance Städtchen 30 km vor Rom - gehört aber noch
zur Stadt Rom dazu. Direkt am Meer liegt sie, dem Hausstrand der
Römer. Neben Ostia Lido befindet sich Ostia Antica. Zwei Städte
nebeneinander, eine davon ist bewohnt, die andere seit dem Jahr
500 n.Chr. nicht mehr. Auf ca. 30 Hektar erstreckt sich eine antike
Ruinenstadt - leer. Menschenleer. Eine verlassene Stadt, die doch
noch pulsiert, und viele Geschichten erzählt. Auf den originalen
Pflasterstrassen wandert man durch sie hindurch. Vorbei an Wohnhäusern,
verschiedensten Tempeln aus verschiedensten Kulten, bis hin zu
den Zünften ist noch alles vorhanden. Da es bei den Römern
früher nicht üblich war, ein eigenes WC im Haus zu haben,
und vieles damals gemeinschaftlich geschah, gibt`s sogar noch die
WC Anlagen zu besichtigen. Auch eine antike Badewanne steht dort
in der Gegend rum - im besten Zustand. Diese lud natürlich
zum Probesitzen ein. Ein kleines Stück römische Reinlichkeitskultur.
Natürlich darf das Amphitheater nicht fehlen. Aber nicht von den Bildern täuschen lassen - denn zur Zeit des zweiten Weltkrieges wurde die archäologische Arbeit etwas anders gehandhabt als dies heute der Fall ist. Im Fall Ostia Antica wurden die Säulen nicht so wie sie aufgefunden wurden liegengelassen und gesichert, nein, alles was möglich war stellte man wieder auf. Angelangt bei den Zünften, die sich direkt vor dem Theater befinden, schlägt einem nochmals das Herz höher. In fast allen Zunfthäusern sind die Mosaikböden fast vollständig vorhanden. Noch mal ein ordentlicher Schub römisch-antikes Lebensgefühl.
Das Amphitheater, das man bis zu den obersten Rängen begehen
kann, bietet einen wunderschönen Rundblick um die Stadt. Wie
das wohl ausgesehen hat, als es noch keine Ruinenstadt war, sondern
belebt? Eine Besonderheit hat das Amphitheater noch. Es ist, so empfanden
wir es, ein ruhiger Ort. Ein Ort der Kunst? Auf den Sitzrängen
konnte man nicht anders, als sich hin zu setzen, und die Stille,
und den Wind der einen ums Gesicht bläst und nach Meer und Salz
riecht, zu genießen.
Wie kleine Kinder verließen wir recht schnell die gepflasterten Straßen, und gingen in Häuser, Innenhöfe, kamen dabei an der Therme vorbei, hielten bei einem Tempel des Mithras inne, kletterten in Fenster, besuchten einen etwas größeren Hof - mit eigenem Brunnen darin, sahen Wandbemalungen - wieder diese wunderschönen bunten Farben orange und aubergine.
In Ostia waren die diversesten Mysterienkulte angesiedelt. Dementsprechend bunt und vielfältig ist die Anzahl an Tempelanlagen dort. Klein aber fein... Der Mithraskult war dort sehr stark vertreten – der Kult speziell für Soldaten, Frauen waren bei diesem Kult ausgeschlossen. Die Ostia erinnert daran, dass das Christentum auch einmal ein Mysterienkult war...
Die Geschichte lässt nicht verleugnen, dass das römische
Reich auch bei uns seine Spuren hinterlassen hat. Ob das im Endeffekt
nun gut oder schlecht war, darüber lässt sich spekulieren
und streiten. Ich finde es jedoch sehr spannend, durch Städte
zu wandern, und dort in Bild und Schrift das Leben vielleicht auch
unserer Vorfahren, die vor 2000 Jahren gelebt haben, zu sehen,
zu erfahren, und zu erfühlen.
Wer nicht die Zeit oder das Geld hat, Rom zu besuchen, der wird
in seiner Umgebung – egal ob Deutschland oder Österreich – genauso
Spuren von der damaligen Zeit finden. Einfach mal genau hingeschaut...
zu finden gibt es überall etwas.
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