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Siegurrt: Hab zwischen 21 und 22 in einer Hippiepartie
recht oft diverse Trommeln in Händen gehalten
und beschlossen bei einem Amsterdam-Urlaub im September
2002 mir am Flohmarkt meine Djembe zu kaufen. Hab dann auf gut Glück
angefangen zu spielen und 3 Monate später stand
Anatol vor mir und hat mich gefragt, ob ich bei Lapis
einsteigen möchte. 3 Jahre
später hat mich Helmut gefragt, ob ich nicht
bei einer Dudelsackpartie anfangen möchte, und
der Rest ist Geschichte. Siegurrt der Schwerenöter
war geboren.
In der Moderation bei einem Konzert
von euch war unter anderem die Herausforderung des Gottes Apollon
zu einem musikalischen Wettstreit zu hören. Eigentlich
etwas untypisch für eine Mittelaltergruppe.
Habt ihr einen besonderen Bezug zur Antike?
Clothar: Ich liebe Sagen, Mythen und Märchen
aus allen Erdteilen. Ich sammle, lese und erzähle
sie mit Begeisterung. Außerdem
liebe ich Latein, es war mein absolutes Lieblingsfach
in der Schule, daher waren meine ersten Kontakte
zur Mythenwelt die der Antike. Im Mittelalter war
es auch nicht untypisch die großen Tragödienschreiber Aischylos,
Sophokles und Euripides zu lesen. Ebenso war Homer auch im Mittelalter
nicht unbekannte Lektüre (natürlich unter
denen die lesen konnten). In der Renaissance lebte
dann die antike Literatur wieder von neuem auf und
deren Lektüre war in den gebildet Kreisen ein
absolutes Muss.
Ramtamtam: ich persönlich eigentlich kaum,
allerdings haben mich die griechischen und nordischen Göttersagen schon von Kind auf
fasziniert.
Blasius: ich für meinen Teil halte uns
auch nicht für
eine Mittelaltergruppe. Weder legen wir sonderlich
viel Augenmerk auf historische Aufführpraxis,
noch beschränken wir uns auf überlieferte Stücke.
Die Musen küssen uns aus sämtlichen Richtungen.
Die Antike, Frühgeschichte, Mythen, Sagen,
das Mittelalter, die Neuzeit, wir finden in vielen
historischen Epochen und Themen für uns interessante
Motive ohne uns beschränken zu wollen.
Gibt es
eine besondere religiöse oder spirituelle Erfahrung
in eurem Leben?
Clothar: Ja, aber so etwas erzähle ich nicht jedem.
Ramtamtam: Ja, eigentlich gleich mehrere... die
erste religiöse
Erfahrung hatte ich mit 7 Jahren, als ich zu Gott
gebeten habe dass ich krank werden soll weil ich die
Hausübung für die Schule nicht gemacht
habe. Eigentlich ein sehr dummes Gebet, aber am nächsten
Tag hatte ich Fieber! Allerdings habe ich den Glauben
zur katholischen Kirche verloren als mir im Laufe meiner
Kindheit bewusst wurde, dass im Namen der Kirche Ereignisse wie
die Kreuzzüge, Hexenverbrennungen usw. gerechtfertigt
wurden, was unverzeihlich ist. Inzwischen kann ich
mir dieses Ereignis eigentlich eher durch ein spirituelles
Wirken erklären. Ich habe schlichtweg meinem
Geist suggeriert das mein Körper krank werden muss.
Spirituelle Erfahrungen habe ich gerade in den letzten zwei Jahren
viele gemacht, im speziellen gewisse Kismet-Ereignisse...
und die Erfahrung, sich nur durch Musik und ohne jegliche
Drogen in Trance zu spielen, war für mich auch äußerst
spirituell... und die Tatsache dass ich immer mehr
vorhersehe und mir das nicht wirklich erklären kann (klingt
vielleicht komisch, ist aber so ;)
Euer peinlichstes
Erlebnis bei einem Konzert?
Clothar: War haben einmal großspurig ein
Trotto angekündigt
um auch einen wertvollen kulturellen Beitrag zu bringen
und die Leute gebeten besonders gut hinzuhören.
Diese Aufforderung hat sich im Nachhinein als nicht so vorteilhaft herausgestellt.
Ramtamtam: Bis jetzt wurde ich von Peinlichkeiten
verschont, oder war nie selbst dafür verantwortlich
und jetzt will ich niemand durch den Kakao ziehen.
Tonika: Außer Verspieler, die manchmal auch
furchtbar peinlich sind, kann ich eigentlich keine peinlichen Erlebnisse bei einem Konzert vorweisen.
Blasius: Als wir damals in der Arena technisch
nicht in der Lage waren ein Bierfass zu öffnen, dass man uns geschenkt hatte.
Keine Sorge, es ist nicht unbedingt notwendig auf ein Mittelalterfest
zu fahren, wenn man sich den Ebriosi hingeben möchte.
Am Bell, Book and Candle in Kärnten, kurz „BBnC“ werden
sie am Freitag, 17.08.2007 zugegen sein, und im Herbst
2007 sieht man sie in Wien im KultUR Gasthof Vorstadt im
16. Wiener Gemeindebezirk im Zuge der Konzertreihe „Narrenschiff“.
Weitere Infos zu den Ebriosi, wo sie sich gerade herumtreiben und
sonstigen wichtigen Dingen gibt´s unter www.ebriosi.at
Weiters wird der Kühndreiste Clothar ab Oktober einmal im
Monat im Tympanum-Keller in
Wien Sagen aus aller Welt in erzählerischer
Form unters Volk bringen.
Das WurzelWerk bedankt sich für das Interview, freut sich
auf ein baldiges Wiedersehen und wünscht den
Ebriosi noch viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.
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