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Betreuung gesucht für WurzelWerk's


Ebriosi   Teil I
Passend zur Sommer und somit auch zur Mittelalter- und Burgenfest Saison darf ich euch wieder eine äußerst interessante und sehr sympathische Mittelaltergruppe vorstellen. Diesmal habe ich für euch die Wiener Mittelaltergruppe „Ebriosi“ (übersetzt „die Trunkenbolde“) befragt.

Doch nicht vom übersetzten Sinn des Namens abschrecken lassen, denn die Ebriosi sind der Beweis dafür, dass fetzige Mittelaltermusik sehr wohl viel Stil haben und mit viel Gefühl gespielt werden kann, die die Sinne auf eine Reise mitnimmt - eine musikalische Reise quer durch die Länder und Zeiten.
Wenn die Ebriosi auf der Bühne stehen, bleibt kein Bein ruhig und die Schwerkraft hat keine Chance mehr die Mundwinkel nach unten zu ziehen...
Der Kühndreiste Clothar, Ramtamtam der Rhythmische, Tonika die Dominante, Blasius der Blasenschwache und Siegurrt der Schwerenöter erzählen von der Entstehung der Ebriosi, und bringen uns Teile ihrer persönlichen Geschichte, Antriebe zur Musik und allem was dazu gehört etwas näher.


Seit wann gibt es die Ebriosi?
Clothar: Im August 2005 hab ich Tonika gefragt ob sie Interesse hätte bei einer Spielmannsgruppe mitzumischen. Kurz darauf habe ich Blasius, den ich nach einem Lapis Serpentis Konzert angesprochen hatte, ebenfalls dafür gewinnen können. Unser erster Trommler Ahab Habenichts kam dann im Oktober 2005 dazu und den guten Siegurrt hat Blasius dann im November zu uns gebracht.
Der erste Auftritt war dann im Februar 2006 im Ursprungsladen in Großweikersdorf. Ahab hat uns dann im Sommer verlassen, dafür ist dann recht bald Ramtamtam zur Stelle gewesen, so ab September 2006. Es gibt uns also ca. eineinhalb Jahre.

Blasius: Seit der Entdeckung der alkoholischen Gärung durch die Menschheit!


Außer dass die Ebriosi „Schlagwerk und Dudelsack verwenden und halbnackt auftreten“ (Blasius), unterscheiden sich die Mittelaltergruppen in vielen Dingen voneinander. Was glaubt ihr, unterscheidet euch von den anderen?
Clothar: Die Instrumentierung. Allem voran der Klang von Blasius' Bouzouki. Weiters spielen wir oft nur mit einem Dudelsack und auch die Rhythmusabteilung variiert sowohl Instrumentarium als auch Rhythmen. Eigentlich wird unser Stil immer folkiger statt mittelalterlicher.

Ramtamtam: Meine Meinung - wir wollen nicht die harten Jungs raushängen lassen sondern die Leute mit Spaß und qualitativ hochwertiger Musik unterhalten. Außergewöhnlich ist auch, dass es bei uns 2 Percussionisten gibt und keiner drischt auf einem "Mittelalterschlagzeug" herum.

Tonika: Die gut durchdachten Arrangements, das Können jedes einzelnen Musikers und unsere Kompositionen. Wir arbeiten stetig daran unsere Musik zu erneuern, weiterzuentwickeln und neu zu gestalten. Gruppen die immer offen für Erneuerungen bleiben, sehen, was man verbessern und ändern sollte. Meiner Meinung nach sind wir auf dem richtigen Weg und werden diesen intensiv weiterverfolgen...


Die Ebriosi spielen nicht nur „Mittelalter-Spam“ - den sie jedoch kreativ umzusetzen wissen (Clothar) - um nicht eben wie alle anderen Bands zu klingen, sondern spielen auch andere Stücke die z.B. aus dem Folkbereich kommen, wie Rond St. Vincent, Big Dan O´Mahoney. Es gibt auch bereits Eigenkompositionen von Clothar und Blasius, in Kürze wird man auch welche aus Ramtamtam´s Feder zu hören bekommen. Durch den dadurch bereits entstandenen „bandeigenen“ Stil zeichnen sich die Ebriosi bereits aus.


Clothar: Immer mehr Stücke sind unserem kranken Geiste entsprungen, es dauert allerdings noch bis die einwandfrei auftrittstauglich arrangiert sind. Bereits jetzt kann man von uns „Chuchulain“, „Komm Wirt“, „Bin ein Spielmann lebensfroh“ und „Marsyas“ auf der Bühne bewundern.

Tonika: Neben den richtigen "Mittelalter - Hits" legen wir vermehrt unser Augenmerk auf eigene Kompositionen. Dadurch kennt man die Stücke nicht von 10 verschiedenen Bands, die sie alle fast gleich interpretieren, sondern entwickeln gemeinsam einen Sound und Klang der Band. Eben diese 2 Kriterien heben eine Band auf ein höheres Niveau (vorausgesetzt es wird gut gespielt).

Blasius: Auf den Märkten muss man wohl oder übel gewisse Gassenhauer spielen, aber viele unserer Nummern wachsen auf unserem eigenen Mist. Zum Beispiel das Stück über den Satyr „Marsyas“, der Apollo den Gott der Musik auf seinem Instrument herausfordert oder das Lied wie „Cuchullain“, der größte Held der Inselkelten zu seinem Namen kam!


Ein Instrument zu spielen lernt Mensch ja nicht von heute auf morgen. Wie und wann seit ihr zur Musik gekommen?
Clothar: Hab mal Gitarre gelernt, bin aber über die bemühte Lagerfeuergitarre nie wirklich hinaus gekommen. Meinen ersten Dudelsack hab ich vor ca. 2 Jahren bekommen. Mit einem Freund habe ich vor 7 Jahren ein Wienerliedergitarrenduo gegründet, davor war ich im Musikkaberettduo Da Ane & Da Aundare, beides gibts auch noch heute!
Als ich zum ersten Mal Corvus Corax live gesehen habe (Dez. 2004) wollte ich unbedingt eine MA-Band gründen. Hab ich dann getan und es funktioniert bis jetzt recht gut. Hab unbegreifliches Glück mit den Musikern die heute dabei sind, es sind die absolut besten die man sich vorstellen kann!!!!

Ramtamtam: Ich begann 1999 mit mittelalterlicher und Renaissancemusik bei den Joculatores Primae Noctis, die wiederum aus einem Haufen LiverollenspielerInnen entstanden sind, habe Altblockflöte seit dem Kindergarten gelernt und trommeln von meinem Vater, habe französischen
Dudelsack bei Albin Paulus, Matthias Branschke und Sepp Pichler gelernt (Einzelunterricht und Kurse) und nehme seit ca. einem Jahr Unterricht für orientalische Percussion (Framedrum, Riqq) bei Laurenz Schiffermüller (Quadriga Consort, GDP).

Tonika: ich spiele seit dem ich 7 Jahre alt bin Klavier, habe mit 12 dann Saxophon begonnen und habe mein Saxophonstudium vor kurzem abgeschlossen. Zur Bombare kam ich über meinen Schulfreund Clothar, der mich überzeugte, dass so ein Instrument das Klangspektrum meines Instrumentariums erweitern würde, und dann könnte ich ja auch bei seiner Band mitspielen. Gesagt, getan und ich habe es nie bereut auf seinen Vorschlag eingegangen zu sein.

Blasius: als Kind hatte ich eine Plastikflöte, dann spielte ich 3 Jahre in einer Black Metal Band und schließlich kaufte ich mir einen Dudelsack, und dann noch einen, und erst kürzlich wieder einen, und...


Ende Teil I


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