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Um als Mensch geboren zu werden, benötigt man,
wie es die Evolution so schön vorgesehen hat, zwei andere
Menschen - ein Weibchen, Mutter genannt und ein Männchen,
genannt Vater. Diese beiden hatten ihrerseits zwei Eltern, das
macht vier Elternteile. Diese vier Eltern hatten ihrerseits wieder
zwei Eltern, ergibt
insgesamt acht Eltern - und so geht es weiter:
- in der 10. Generation hat man schon stolze 1.024 Vorfahren
- in der 20. Generation sind schon 1,048.576 Menschen die Ahnen
eines einzelnen Menschens
- in der 30. Generation hat man bereits 1,073,741.824 Vorfahren
Besonders die 25. Generation ist interessant. Wenn man sich selber
dazuzählt, ergibt sich die Zahl 33-55-44-33, für Zahlenmystiker
vielleicht ganz interessant. Wenn man eine Generation mit 25 Jahren
rechnet, so hat man
- in 250 Jahren mehr als tausend Vorfahren
- in 500 Jahren mehr als eine Million Vorfahren und
- in 750 Jahren mehr als eine Billion Vorfahren
Da wir wissen, dass es vor 750 Jahren auf dieser Erde
bekanntlich keine Billion Menschen gegeben hat, stellt sich naturgemäß die
Frage: Woher kamen dann all diese Massen von Menschen?
Nun, meistens kamen sie aus demselben Lebensraum. Geschwister
aus einer Familie heirateten Geschwister aus einer anderen und
teilten daher dieselben Eltern. Es war auch Brauch, dass ein Mann
seine verwitwete Schwägerin heiratete, vor allem wen kleine
Kinder da waren. Menschen heirateten entferntere Verwandte oder
hatten gemeinsame Vorfahren einige Generationen davor.
Was bedeutet
das für uns?
Nun, ob wir es glauben wollen oder nicht, wir sind mit „Fremden“ weitaus
enger verwandt als wir für den Normalgebrauch so denken.
Der Zeitrahmen, den ich hier angerissen habe, umspannt nur knappe
tausend Jahre. Aber wir haben Vorfahren aus biblischen Zeiten,
aus der Zeitepoche der Sumerer, der Sintflut... Unsere Generationenfolge
geht Zehntausende von Jahren in die Vergangenheit. Neuere genetische
Forschungen behaupten, dass alle Europäer von sieben Müttern
und zehn Vätern abstammen sollen. Und auch diese, unsere Urahnen,
hatten selbst noch Vorfahren bis hin zur ältesten Ahnin, der
großen Mutter, welche das Leben an sich ist.
Unsere Ahnen haben Seuchen, Kriege, Schicksalsschläge, Krisen
und sonstiges gemeistert oder sind auch daran zerbrochen. Aber
vor Allem, haben sie Leben weitergegeben, in einer fortwährenden,
nie unterbrochenen Kette bis auf uns und unsere Kinder. Weil es
uns sonst nicht gäbe!
Wieviel Wissen und Weisheit, wieviel Leid und Liebe, wieviel Lebenserfahrung
aber auch wieviel Schmerz und Trauer wurde an uns als ihre Nachkommen
weitergegeben. Ein Mensch, der stirbt, ist nicht für immer
unwiederbringlich erschwunden, erst wenn die Erinnerung Stück
für Stück verblasst, dann kommt das Nichts.
Tief in unserem Inneren da ahnen, fühlen wir dies. Jeder von
uns nimmt Kontakt zu seinen Vorfahren auf, sei es im stillem Gedenken
oder auch „nur“ beim Betrachten von Fotos. Ich kenne
niemanden, der nicht in irgendeiner Form einen „Ahnenaltar“ -
und sei er noch so verschämt und winzig – sein Eigen
nennen würde. Ein Foto der Eltern hier oder eine alte Konfektdose
von der Oma da, ein abgeschlagener Teller aus dem Besitz der Lieblingstante
hinten im Schrank oder eine alte Kappe vom Großvater auf
der Hutablage, all das verbindet uns sichtbar mit unseren Vorfahren.
Wenn man bedenkt, dass der „moderne Mensch“ mit all
den uns bekannten Gedankenstrukturen und Fähigkeiten bereits
seit etwa 200.000 Jahren unsere Mutter Erde bevölkert sollten
wir uns immer bewusst sein, dass wir ja nicht „plötzlich
vom Himmel gefallen“ sind, sondern unsere Existenz einer
unendlichen Ahnenreihe verdanken, bis hin zu den ersten Lebensformen
auf Erden.
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