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Nur ein Märchen...
Es war einmal ein Paar, das als Zeichen für
seine Verbundenheit etwas Besonderes wollte. So beschlossen sie
ihre
Eheringe selbst
zu schmieden. Sie schnitten beide Ringe aus einem einzigen Stück
Gold. Einer fertigte den Ring für den anderen, sie sollten
immer zusammengehören.
Am Vorabend ihrer Trauung gingen sie
an einen geheimen Ort im Wald um sich gegenseitig die Treue zu versprechen,
so lange ihre
Liebe halten sollte. Sie baten die Ahnen und alle Wesenheiten,
die ihnen gut gesinnt waren, um ihren Segen und steckten sich die
Ringe gegenseitig an.
Nicht lange danach fuhren sie zur Erholung in ein weit entferntes
Land. Das Meer an ihrem erwählten Ort war wild, der Wind trieb
hohe Wellen an den Strand. Aus Sorge um ihren Liebsten und auch
um dessen wertvollen neuen Besitz, den Ring, kaufte die Frau ein
glitzerndes blaues Armband für das Meer. Sie schwamm damit
hinaus, weihte das Armband dem Meereskönig und seinem Volk.
Sie bat um ihre eigene Sicherheit und um die ihres Liebsten. In
dem Wissen, dass nun alles gut war, ließ sie das Armband
mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne in die Tiefe sinken.
Am nächsten Tag kam der Mann zur Frau und sagte ihr, dass
er beim Schwimmen im Meer seinen Ring verloren hatte. Nachdem an
diesem Tag die Sonne bereits untergegangen war und eine Suche aussichtslos
war, gingen sie am nächsten Tag zum Strand um seinen Ring
zu finden. Doch bei der Suche glitt der Frau ihr eigener Ring aus
der Hand und als sie sich danach bücken wollte, nahm eine
Welle ihn mit ins Meer.
Keiner der beiden Ringe tauchte je wieder auf, aber die Wünsche
der Frau gingen in Erfüllung. Die Ringe, die aus einem Stück
gemacht waren, waren wieder vereint, und keiner der beiden Liebenden
kam in dem rauen Meer zu Schaden.
... oder doch nicht?
Was sich anhört wie ein Märchen, ist die wahre Geschichte
unserer eigenen Eheringe. Wir haben sie gemeinsam in Wien geschmiedet
und fast ein Jahr bis zu unserer Hochzeit aufbewahrt. Wir haben
unser eigenes Handfasting damit gemacht, danke an dieser Stelle
an meinen Mann Oliver, der selbst kein Heide ist, meine Vorstellungen
und Wünsche aber nicht nur respektiert sondern sogar mitmacht.
Auch die Geschichte mit dem Armband ist wahr. Nachdem der Ring
für Oliver zu groß geworden war, hatte ich Angst, dass
er ihn im Meer verlieren würde. Um dem zuvor zu kommen, kaufte
ich ein schönes blaues Armband um es dem Meer zu schenken.
Ich schwamm damit hinaus und richtete eine Bitte an den Meereskönig.
Ich bat darum, uns nicht zu Schaden kommen zu lassen, dass keiner
von uns ertrinkt oder mit Quallen in Berührung kommt und sowas.
Ich vergaß aber völlig, darum zu bitten, uns unsere
Eheringe zu lassen.
Am nächsten bzw. übernächsten Tag waren beide Ringe
wieder im Meer vereint...
Abgesehen davon, dass ich die Geschichte unserer Ringe sehr magisch
finde, wollte ich Sie euch erzählen um zu zeigen dass man
sich genau überlegen sollte, was man sich wünscht. Es
könnte nämlich sein, das man genau das, und nur das,
bekommt...
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