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Ich möchte euch von meinen letzten Stationen in Indien berichten,
die mich ziemlich
beeindruckt haben. Zunächst einmal die Stadt bzw. das Projekt
Auroville.
Auroville liegt an der Ostküste etwas südlicher von Madras
(Chennai) und könnte
man so in etwa als spirituelle Großkommune beschreiben.
Ich
habe euch doch
mal von meinem Traum erzählt, so etwas wie ein spirituelles
Zentrum zu erbauen.
Also ein Haus mit besonders schöner Architektur, mit Seminarräumen
für
Meditation, Trommeln, Yoga, TaiChi oder was auch immer und mit
einer speziellen
Bücherei, Magieshop, Cafe für biologisches Essen usw.
Nun, genau so kann man
sich Auroville als ein Stadtprojekt vorstellen. Jeder kann hier
her kommen,
sich ein Haus bauen und in einen der ca. 80 Kommunen bei Projekten
mitwirken,
je nach Lust und Laune. Ob nun biologische Landwirtschaft, Musik,
Tanz,
Meditation, Magie, Architektur, Bioengeneering, Erziehung, Hilfe
zur Selbsthilfe
für die indisch tamilischen Dörfer ringsum und in Auroville,
und das ganze
in einer wunderschönen tropischen Energie geladenen Umgebung.
In der Mitte
von Auroville steht eine riesengroße goldene Kugel und im
Inneren der Kugel
ist eine runde Säulenhalle aus reinem weißen Marmor.
In der Mitte des Raumes
ist die größte reine Kristallkugel mit einem Durchmesser
von 70 cm, die in
Deutschland von Zeiß hergestellt wurde. Dieses goldene Gebäude
und der
wunderschöne Garten ringsum stellt die Seele von Auroville
da und steht für
alle zur Meditation und Konzentration frei offen.
Gegründet wurde Auroville vor ca. 30 Jahren von "The
Mother". The Mother war eine Französin und Lebensgefährtin
von dem in ganz Indien berühmten Guru Sri Aurobindo. Aurobindo
hat einen Ashram in der nahegelegen Stadt Ponticherry. Aurobindo
gilt als einer der erleuchtesten Gurus, war Philosoph und Zukunftsdenker
und beschreibt in
seiner Literatur auch zukünftige Lebensweisen und die Evolution
des Menschen. Also
man sieht Auroville und der Grundgedanke, der dahinter steckt hat
mich
ziemlich beeindruckt.
Weiter ging meine Reise in die Stadt Tiruvannummalai. Eine total
nette
indische Kleinstadt auch in Tamil Nadu. Die Stadt gilt als eine
der Heiligsten in
Tamil Nadu und hat eine riesige Tempelanlage zu Ehren Shivas. Neben
der
Stadt liegt ein heiliger Berg, ein ehemaliger Vulkan aus roten
Steinen und Erde.
Am Fuße des Berges hat der überall in Indien verehrte
Guru Sri Ramana
Maharishi in einer Höhle gelebt und meditiert, nachdem er
mit 16 Jahren eine
spezielle Todeserfahrung und Erleuchtung erfahren hat. Wenn man
den Berg besteigt,
dann soll das gut für das Karma sein. Nun, ich nannte den
Berg für mich"
Schicksalsberg", wie in „Herr der Ringe“. Der
Aufstieg, der ca 3 Stunden dauerte,
bei einer Mörder Hitze von ca 38 Grad im Schatten, der nicht
vorhanden war, hat
mich sehr geläutert. Oben am Berg lebt ein Babaji, ein heiliger
alter Mann,
der seit 14 Jahren da meditiert und vollkommen ohne Nahrung auskommt.
Ich
konnte an einem der Rituale teilnehmen, die einige seiner Jünger
da durchführten.
Ich musste einen Spruch aufsagen und dann eine Kokosnussschale
voll kalten
Chai trinken. Das Ganze ging ca 20 Mal, danach mit einem speziellen
heiligen
Wasser. Ich war dem Erbrechen nahe. Dann musste man dreimal um
den Verschlag
Herumgehen, in dem der Babaji saß und wurde mit weißer
Kreide bemalt und dabei auch
wieder spezielle Sprüche aufsagen. Zum Abschluss bekam ich
noch ein Stück
Kristallzucker, ne Zitrone und Minzblätter als Segnung. Sehr
seltsam all
dies aber angeblich hab ich nun alle Probleme des Lebens an den
Babaji abgeben
und beim Abstieg fühlte ich mich auch sehr leicht und glücklich.
Weiter ging es nach einer langen Nachtzugfahrt wieder Richtung
Westen in die
Stadt Pune (Poona). Pune ist das ziemliche Gegenteil von Tiruvannummalai.
Pune ist richtig westlich mit einer Einkaufsmeile al là Mariahilferstraße:
Nikeshop, PizzaHut, McDonalds, Straßen mit Ampeln, Gehsteig,
Supermarkt, fesche
Inderinnen mit Jeans und Top. Ziemlich unindisch hier, aber ich
bin auch
nicht deswegen hierher, sondern um den schönen großen
Ashram der Osho
Commune zu besuchen und um einen Meditationskurs zu machen. Um
an den
Ashramaktivitäten teilnehmen zu können, muss man vorher
einen AIDS Test machen und sich eine weiße und weinrote Robe
zulegen. Schaut alles sehr strange und
sektenmässig aus, aber die Sanyassins (Osho-Anhäger)
sind alle nett und normal und
der Ashram ist sehr angesehen für seine guten Meditationstechniken.
Nun
Morgen geht es los, ich bin schon super gespannt, wie das hier
abgeht.
Es ist sehr interessant hier über das Leben und Wirken der
verschiedenen
Gurus zu erfahren und über die Mysterien und Geschichten der
hinduistischen
Gottheiten. Der Guru Osho war bestimmt ein intelligenter und charismatischer
Mensch, der großartige Meditationstechniken entwickelt hat,
genauso wie Edison
mit seiner Glühbirne ein toller Erfinder war. Auch Sri Aurobindo
war genauso
wie Jesus wohl ein besonderer Mensch, der uns aufgezeigt hat, dass
es mehr
Dinge und Weisheiten im Leben gibt auf die es wirklich ankommt,
als die
Oberflächlichkeiten und Problemchen im Alltäglichen.
Doch für mich gibt es nur eines
vor dem ich mich voll Ehrfurcht und Freude tief verbeuge und das
ist die
Schönheit und Größe unser aller Mutter "Mutter
Erde" und der Natur. Ich bin
nach wie vor und umso mehr mit vollem Herzen ein Pagan der modernen
Zeit.
Ich hänge zur Zeit in dem kleinen Bergdorf McLoudGanj im
Himalaja herum, wo
der Dalai Lama sein Haus hat. Er ist zur Zeit in Meditation, aber
vielleicht
ergibt sich noch ne Möglichkeit ihn zumindest zu sehen oder
die Hand zu
schütteln. Die Umgebung mit den Wäldern und Bergen ist
atemberaubend
schön. Ich machte eine Trekkingtour hinauf zu einem Camp in über
3500
Meter und ging weiter bis zur "Snowline", wo ich in einer
Höhle mit ein paar
Ziegenhirten übernachtete. Das war ein tolles Erlebnis, aber
es war wirklich
arschkalt da. Ansonsten ist es hier super relaxed und chillig wie
in Goa mit
ca. 95% Israelis, die in den Bergen herumhängen und sich zukiffen.
Bleibe nun
die restliche Zeit hier und mach auf slowly, slowly mit ein wenig
Meditation
und Yoga jeden Tag.
Ich wünsche euch allen super viel positive Energien und einen
schönen
Frühlingsanfang.
Liebe Grüsse aus dem fernen Land, in dem alles möglich
ist.
Blessings Wolle
Herzlichen
Dank an Wolle für die
Erlaubnis zur Veröffentlichung! Lady Purple
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