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Diesmal
hatte uns unser "Inneres Kind" ein bissl aufgeweckt und
spielen lassen. Ich kann euch nur sagen - spielen im Wald ist etwas
Wundervolles!
So saßen wir da und entwarfen allerhand Spiele.
Da uns eine bestimmte Eiche etwas verlassen vorkam beschlossen wir,
uns besonders um sie zu kümmern. Sie bekam wohl zu wenig Aufmerksamkeit
zwischen all den anderen prächtigen Eichen - deswegen war klar
- so konnte es nicht weitergehen.
Diese Eiche stand im Mittelpunkt unseres ersten "Auftrages".
Jeder von uns ging in eine andere Richtung in den Wald, um mit Geschenken
für die Eiche zurückzukehren. Wundersame Dinge, wie eine
alte Schaufel oder ein altes Glas fanden wir. Das wurde alles sofort
umfunktioniert zu einem wunderschönen Baumschmuck.
Als nächstes brachen wir auf um Symbole und Runen zu suchen,
die man der Eiche schenken könnte.
Wir fanden viele Äste die wie Runen geformt waren und steckten
sie an den Baum als Schutz.
Besondere Steine, Baumstümpfe, Baumschwämme, Blumen, Gräser,
Blätter, lustig geformte Wurzeln, Schneckenhäuser...alles
wurde herbeigebracht, um diese schöne Eiche zu schmücken.
Ich zerrte eine ca. 12 Meter lange Liane aus dem Gebüsch und
umwickelte die Eiche damit - "mit aller Kraft aus 3x3 soll
diese Eiche nun umwunden und gebunden sein".
Denn Kraft brauchte ich wirklich um diese elendslange Liane aus
den Büschen zu entwirren, aber die Arbeit hat sich gelohnt.
   Als
nächstes legte jemand mit Hölzchen Pfeile aus und wir
hirschten im Wald herum, wie bei einer Schnitzeljagd, um die richtigen
Wege durchs Gehölz zu finden - bis zur Kastanie die mitten
auf der Wiese stand. Der "Auftrag" war - einmal um die
Kastanie zu gehen und sie ganz fest zu umarmen. Jetzt wo sie in
voller Blüte war und der Duft der Kastanie betörend und
schwer in der Luft lag. Diese Kastanie zeigte so klar den Frühling
an, der da war und den Sommer, der da kommen würde. Wie sie
einsam mitten auf der Wiese, doch so betörend ihre Blüten
empor streckte und uns zeigte, dass auch für uns die Zeit des
Wachsens da war, des Starkwerdens...und wer weiß, vielleicht
auch des Betörens...
Nun damit nicht genug, beschlossen wir nochmals auszurücken,
bevor es ganz dunkel wurde und Gegenstände für ein Mobile
zu sammeln, das wir basteln und bei den 3 Eichen aufhängen
wollten. Welch herrliches Gefühl - die Dämmerung, das
feuchte Gras, das Knacken der Äste unter den Füssen, der
erdige Geruch in der Nase, Spinnweben oder Feenhaare die sich im
Gesicht verfingen, Nacktschnecken und riesige Lichtungen voll mit
blühendem Bärlauch. Einmal mehr zeigte sich dieser Wald
als zauberhafter Märchenwald, der mir so viel Energie schenkte,
dem ich so dankbar und verbunden bin, ganz tief in meinem Herzen!
Eine Oase für mich als Stadthexe, die ich nicht missen möchte.
Nun ja, unsere Mobiles waren echt toll!
Doch als es dunkler wurde und nur noch unser Feuer die Umgebung
erhellte, ähnelte unsere geschmückte Eiche fast dem Blairwitch-Project,
gruselig und schaurig schön.
  
 
Das Feuer wärmte uns und zwischen Trommeln und Singen schnitzen
wir unseren Stab. Dieser Stab wurde dann zum "Sprechstab".
Er ging reihum und jeder sagte etwas zu den Anderen.
  
....bis das Gewitter kam, die Blitze den Wald erleuchteten,
jeden Baum zur schaurigen Gestalt machten. Unsere Paranoia sie lebte!!!
Patschnass aber fröhlich tanzten wir den Weg Richtung Stadt
hinunter.
"Der Regen- der Regen - der Regen macht uns nass!
Der Regen - der Regen - der Regen macht uns Spass"
"We`re singing in the rain - what a glorious feeling - we`re
happy again!"
Danke für einen wundervollen Tag im Wald ;-)
Lady Purple
  
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