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Runen - als ich sie das erste mal sah, faszinierten sie mich.
Ihnen war eine gewisse Aura des Geheimen eigen, und als faustischer
Mensch war ich sofort darauf aus, sie näher zu erkunden. Ich
war damals fünfzehn und eine sehr geheimnisvoll wirkende Frau
hantierte mit ihnen. Also hieß es für mich ab in die
nächste Buchhandlung und das erste Buch, das ich dazu fand,
kaufen. Jetzt wusste ich also schon mal, dass die seltsamen Zeichen
von den Germanen teils als Schriftsprache teils zu rituellen Zwecken
verwendet wurden. Jede Rune hatte mehrere verschiedene Bedeutungen.
Das nahm mir erst einmal den Wind aus den Segeln. Sollte das alles
sein? Sozusagen nur eine etwas andere Art von Tarot? Nein, das konnte
nicht sein, da musste doch noch mehr sein.
Von einigen Ecken hörte man es flüstern, dass Runen noch
viel mehr an Bedeutung hätten. Sie würden zu einem sprechen,
sie würden dazu dienen, Zauber zu wirken. Ja, das klang dann
schon viel besser. Klingt es doch aufregend, Runen, die raunen (zu
einem sprechen). Das klang nach Spaß. Also startete ich meine
ersten Experimente - und wurde bitter enttäuscht. Ich konnte
die Runen bearbeiten so viel ich wollte, ich konnte ihnen drohen,
ich konnte betteln doch sie blieben still. War das was in den Büchern
also stand reine Wichtigtuerei? Hatte ich dann wirklich wertvolle
zwei Tage in nichts und wieder nichts investiert? Dann war erst
einmal Ruhe, ich hatte die Nase voll von Runen. Eineinhalb Jahre
später fiel mir das Buch über die Runen wieder in die
Hand und ich musste herzhaft lachen. Darüber wie ich gewisse
Aussagen darin interpretiert habe. Mir wurde klar, dass mein Ansatz
völlig falsch war. Die Runen ließen sich nun mal nur
sehr ungern als Spielzeug verwenden. Um mehr von ihnen lernen zu
können, musste ich wohl mehr als zwei Tage aufwenden. So fing
ich an sie zu erforschen, meditierte über sie, versuchte ihre
Energie, ihre Funktion wahrzunehmen. Special Effects gabs noch immer
keine aber dafür passierte etwas sehr viel Aufregenderes. Die
Runen begannen zu sprechen. Ich konnte ihre Energien spüren.
Ich konnte es fühlen, das was hinter ihnen stand. Und
das Spielkind in mir erwachte. Ich war fasziniert. Was würde
wohl geschehen, wenn man jemanden die Kraft einer bestimmten Rune
schickte? "Nun, das kann man ja testen", sprachs und ging
an mein Werk. Die Ergebnisse waren interessant. Vieles, was in den
Büchern über bestimmte Runen stand, stimmte für mich
nicht.
Heute ist mir einiges klarer und Runen sind mehr denn je interessant.
Man entdeckt immer neue Aspekte, und sie sind ein weiteres System,
um die Welt besser verstehen zu lernen. Das ist aber bei Weitem
noch nicht alles. Man kann mit ihnen divinieren, man kann aus Runen
wunderschöne Sigillen machen. Man kann sie verwenden, um Tore
zu öffnen. Ihr Anwendungsgebiet ist unbeschränkt, doch
man sollte wissen was man tut. Ansonsten könnte man unangenehm
überrascht werden. Runen bieten genau zwei Schwierigkeiten,
die zugleich aber auch ihre Stärken sind.
Sie sind sehr komplex und zu 95 % effektiv. Und wenn ich dann mal
so denke "Ja, Thurisaz = Kraft usw. usf." und deswegen
mit dieser Energie einen Zauber webe ... dann viel Spaß, wenn
ich diesen dann unter Kontrolle halten will. Das kommt ungefähr
einem Ritt auf einem wilden Stier gleich.
Alle, die Runen mehr interessieren kann ich auch Runencookies sehr
ans Herz legen. Die Idee stammt von einer Freundin und ist ziemlich
hilfreich, wenn man sich näher mit Runen und ihren Energien
befassen will. Um solche Runencookies zu backen, formst du einfach
aus einem ganz normalen Kuchenteig Runen und isst sie dann.
Beobachte genau wie sich die Rune, die du gegessen hast, auf dich
auswirkt. Im übrigen würde ich vorschlagen immer nur eine
bestimmte Rune pro Tag zu essen. Ansonsten darfst du mit einer sehr
spannenden Magenverstimmung rechnen.
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