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Götter
O, meine geliebten
Göttinnen und Götter und androgynen Unsterblichen,
wie soll ich ohne Euch
auch nur einen Atemzug
in Zufriedenheit tun?
Wo ist meine Hoffnung,
wenn nicht in Euch,
meine Geliebten?
Im Angesicht so mancher Hoffnungslosigkeit,
gemahnt Ihr mich,
aufzustehen,
weiterzumachen,
das Haupt zu erheben,
und mit einem Lächeln
der Welt zu begegnen.
O Taranis, mit Deinem Blitz und Deinem Donner,
warst Du mit uns,
als wir zu 100.000en bei ärgstem Hagelschauer
für Arbeitnehmerrechte auf der Straße gingen.
O Noreia,
geliebte Mutter, Königin, Herrin,
den richtigen Weg zeigtest Du mir,
als ich mich selbst verlor
auf des Latobios' Berg
bei 35 Grad Hitze.
O Sulis,
Heilende Sonne,
wie umschmeichelst Du mein Antlitz,
jeden Morgen,
wenn ich in Dein strahlend rotes Auge blicke.
O Latobios,
mächtig Schlagender Kriegsgott,
Deine unerbittliche Stärke stählt mich
in so mancher Diskussion,
wo Menschenrecht gegen Dummheit steht.
O Belestis,
Herrin der Tiere,
Gliebte Artemis der Noriker,
in Deinem Paradiesgarten
leben alle Tiere
in Glück und Seligkeit.
Die Wildheit und Romantik
der grünen Natur
heilt mich,
lässt mich innehalten,
wenn Stress mich zu zerstören scheint.
O Rosmerta,
Meisterin des guten Lebens,
für jeden Tag,
an dem ich jauchzend Epikur lobe,
mit einem "CARPE DIEM" auf den Lippen,
preis' ich Deinen Namen,
mächtige Nährerin des guten, glücklichen Lebens.
O Cathubodua,
Kriegs-Krähe,
rasende Amazone,
Freundin des Blutrausches,
schon so manches Mal,
bist Du in mich gefahren,
als böse Menschen
mich angriffen,
mir zu schaden trachteten.
Dein starker Arm
schützte mich,
Deine Kriegskunst,
nur Frauen weitergegeben,
streckte meine Feinde nieder.
O Ogmios,
weiser Alter,
düstrer Bewacher
der Tore zu den anderen Welten,
zu geheimem Wissen.
Meine Synapsen
lässt Du wachsen,
meinem Hirn
Erkenntnis gebend,
flößt Du mir
Deine dunkle Weisheit ein.
O Sequana,
Fließende, gute Göttin,
Sanfte, die stark ist
in Ihrer Sanftheit.
Der Fluss des Lebens,
das runde, spiralförmige
Auf und Ab
spüre ich,
wenn ich Taiji trainiere.
Deine Sanftheit trägt mich,
atmet micht, beruhigt mich,
stärkt mich.
O Esus,
Opferherr,
Du bist in meiner scharfen Klinge,
die ich tödlich führe,
am Leben,
das nur durch Zerstörung
in die Anderswelt gelangt,
um allen Göttinnen und Göttern zu gefallen.
O Veteris,
Göttin und Gott,
Hermaphroditische Zwitterschlange,
gespaltene Zunge,
züngelt durch meine Wirbelsäule,
zuckender Schlangenkörper,
windet sich meinen Rücken hinan,
bis zum Scheitelpunkt,
bis mein Verstand versagt,
und mein Körper den Unsterblichen gehört.
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